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Honorarverhandlungen für 2020 gestartet

Wie lief der erste Verhandlungstag?
"Wir hatten eine randvolle Tagesordnung, unter anderem den Orientierungswert. Wir hatten aber auch Themen darauf wie Verbesserung der Vergütung für Hausbesuche und EBM-Reform. Insgesamt muss man sagen: schwierige Verhandlungssituation. Die Positionen klaffen sehr weit auseinander. Das ist nicht völlig überraschend, aber in der Form für uns doch schon enttäuschend, speziell das Thema Hausbesuche, was wir seit einem Jahr in den Verhandlungen bewegen hat auch heute wieder, haben wir keinen Durchbruch erreichen können. Der GKV-SV ist da offensichtlich, was Versorgungsnotwendigkeiten angeht, völlig anders unterwegs als wir."

Was sind weitere strittige Punkte?
"Gut, wir haben den OW, das ist ja der gesetzliche Auftrag, wie jedes Jahr zur gleichen Zeit verhandelt. Hier gibt es ja immer wieder verschiedene Parameter, die in die Berechnung einfließen. Umso überraschender ist es dann immer, dass die Verhandlungspartner zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Wir sind nachhaltig davon überzeugt, dass unser Ergebnis das Richtige ist. Alles andere wäre natürlich auch überraschend. Und jetzt müssen wir sehen, inwieweit wir hier auf dem Verhandlungsweg weiterkommen. Im Moment sieht es so aus, als ob das Thema tatsächlich im erweiterten Bewertungsausschuss landet, weil zumindest heute eine Einigung nicht in Sicht schien."

Wie geht es jetzt weiter?
"Die Gespräche gehen jetzt eigentlich arbeitstäglich weiter. Wir haben ja weitere Termine für Bewertungsausschuss-Sitzungen für den August und den September terminiert. Ob wir die nun alle brauchen oder gar zusätzliche, müssen wir schauen. Nächste Woche haben wir auch Spitzengespräche, und wir müssen sehen, ob wir da möglicherweise an der ein oder anderen Stelle noch Bewegung ins Spiel bekommen."

Was tut sich bei der EBM-Weiterentwicklung?
"Hier sind wir seit langen Jahren, muss man fast sagen, in der Verhandlung. Wir haben jetzt einen Beschluss vorgelegt, der zum einen bestimmte Fachgruppen fördern soll: die sprechende Medizin oder zuwendungsintensive Medizin soll gefördert werden. Das ist im Grundsatz eigentlich auch Konsens. Auf der anderen Seite wollen wir nicht eine Verwerfung in der Versorgungslandschaft dadurch produzieren, dass wir es zu ungezügelten Umverteilungen zwischen den Arztgruppen kommen lassen. Das ist nicht trivial. Hier haben wir lange über einem Beschlussentwurf gesessen und den heute präsentiert. Die GKV hat hier andere Vorstellungen. Wir werden jetzt, um hier keine Schnellschüsse zu machen, zunächst einmal Simulationen anstrengen, um zu schauen, welche Ergebnisse produzieren die jeweiligen Beschlüsse, und uns dann noch einmal zusammensetzen. Und hier wird sich die Frage stellen, ob man einen gemeinsamen Beschluss hinbekommt oder ob auch hier strittig weiterverhandelt wird."

Die Verhandlungen mit den Krankenkassen um die Honorare der Niedergelassenen für 2020 sind angelaufen. Auf der Agenda des ersten Tages standen Hausbesuche, Orientierungswert, aber auch die EBM-Weiterentwicklung. Wie es gelaufen ist, berichtet KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.