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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

KBV-Vorstand zu Corona-Strategie: Angst ist kein guter Ratgeber

„Leere Kinosäle schützen keine Risikopatienten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, bei einem Online-Treffen der Mitglieder der KBV-Vertreterversammlung an vergangenem Freitag. Damit kritisierte er die Corona-Strategie von Bund und Ländern: Die Politik verlange mit Lockdowns bis zur erhofften Durchimpfung der Bevölkerung Opfer für ein unerreichbares Ziel, wie die Ärzte Zeitung berichtet.

Ausgehend vom Positionspapier, das die KBV im Oktober veröffentlichte, stellte Gassen klar: „Wir wollten damit eine Diskussion anstoßen, die aus unserer Sicht zu kurz kommt. Nämlich, wie praktische Erfahrungen aus der Versorgung – und nicht nur solche aus den Zahlenlaboren der Wissenschaft – genutzt werden können, um im weiteren Verlauf besser mit der Pandemie umgehen zu können.“ Kritik übte er unter anderem am Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen – aus diesem ließe sich der ärztliche Behandlungsbedarf durch Covid-19 nicht zufriedenstellend ableiten.

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, schloss sich der Kritik seines Vorstandskollegen an: Die politisch Verantwortlichen setzten bei der Kommunikation der Corona-Maßnahmen zu sehr auf Angst und negative Bilder – „Angst ist kein guter Ratgeber“, so Hofmeister. Da das Virus nicht von heute auf morgen verschwinden werde, brauche es eine realistischere Strategie, die hausärztliches Erfahrungswissen miteinbezieht und die Fülle an Fall-, Test- und Todeszahlen besser einordnet.

Der Artikel in der Ärzte Zeitung vom 04.12.2020