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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

Gassen: „Mehrheit hat genug von nicht mehr begründbaren Maßnahmen“

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, plädiert dafür, dass jeder selbst für seinen Individualschutz Sorge tragen müsse, wenn es ein Impfangebot für alle gebe. „Impfempfehlungen können nur ärztlich empfohlen werden, nicht politisch“, sagte Gassen im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“.

Zu den Plänen des Gesundheitsministeriums, ab bestimmten Corona-Grenzwerten nicht geimpfte Personen von Veranstaltungen auszuschließen, sagte Gassen: „Das klingt griffig, erscheint aber praktisch schwierig umsetzbar. Die Mehrheit der Bevölkerung hat genug von kaum noch verständlichen und nicht mehr wirklich begründbaren Maßnahmenpaketen.“ Von staatlicher Seite wäre es „zielführender, klipp und klar zu erklären, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die verpflichtenden Maßnahmen enden“.

Der KBV-Chef ist überzeugt, dass die Auffrischimpfungen ab September allein durch die Praxen zu stemmen seien: „Das Booster-Impfen ist ohne Weiteres für die Praxen leistbar. Erst durch die Haus- und Facharztpraxen hat die Impfkampagne richtig Fahrt aufgenommen.“ Die Empfehlung einer Auffrischimpfung liege jedoch in ärztlicher Hand, nicht in politischer: Es „muss geprüft werden, welche Gruppen von einer Booster-Impfung profitieren würden und welche nicht“, so Gassen. Die Empfehlung werde von der Ständigen Impfkommission (STIKO) kommen. „Politiker sind fachlich schlicht nicht dafür qualifiziert.“

Dass viele Schulen immer noch nicht technisch und organisatorisch auf einen sicheren Betrieb vorbereitet sind, ist laut Gassen ein „unentschuldbares Staatsversagen“. Für den Vorstandsvorsitzenden ist es nicht akzeptabel, dass über Impfangebote implizit Druck auf die Schüler ausgeübt werde: „Reihenimpfungen an Schulen, bei denen die Kinderärzte und Eltern gar nicht mehr involviert sind, halte ich für problematisch, da in dem Alter der individuelle Nutzen der Impfung unklar ist.“

Der Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ vom 06.08.2021