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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in der Presse

Kriedel: „Ärztinnen und Ärzte sind nicht die Beta-Tester der gematik“

Im Interview mit der Ärzte Zeitung spricht Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), über den Beschluss der gematik zum Konnektorenaustausch und erläutert, was Vertragsärztinnen und -ärzte benötigen, um eAU-fähig zu werden.

Die Telematikinfrastruktur (TI) 2.0 soll ohne Konnektoren auskommen, noch stehen die Geräte aber in den Arztpraxen – und überschreiten bald ihre fünfjährige Laufzeit. Die Gesellschafter der gematik stimmten deshalb einem Austausch der Konnektoren zu, so Kriedel. Die gematik habe keine andere Lösung vorgegeben, da ansonsten das Risiko bestanden hätte, die TI vorübergehend abzuschalten.

„Das wollten wir den Ärzten, den Praxen, der Versorgung insgesamt nicht zumuten. Hier geht es letztlich nicht um irgendein Feature, das mal eben „nice to have“ ist, sondern es geht um Kernprozesse der Versorgung.“, sagte Kriedel. Für die Praxen wolle man außerdem Mehrkosten möglichst verhindern, ergänzte er. „Wir sind jetzt in Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Krankenkassen, welcher Konnektortausch zu welchem Zeitpunkt unter welchen Bedingungen gemacht werden muss. Das heißt, es geht um eine neue Finanzierungsvereinbarung.“

Auch zur elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU) äußerte sich Kriedel. Sie soll zum 1. Juli im Praxisbetrieb umgesetzt werden. Die Anbindung der Praxen an den Kommunikations-Dienst im Medizinwesen (KIM) zur Anwendung der eAU gestaltet sich momentan aber noch als kompliziert. „Das ist auch der Grund, warum viele Ärzte frustriert sind. Die Ärzte wollen ja mitmachen, sagen sich aber: Wir sind doch nicht die Beta-Tester der gematik! Es muss sichergestellt sein, dass das Netz, die TI, zu 99,9 Prozent verfügbar ist, 24/7. Es darf nicht sein, dass dieses Netz ausfällt.“

Der Artikel in der Ärzte Zeitung vom 26.04.2022