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Anwendungen der TI

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Start:
1. Januar 2021 - Eine Übergangsfrist wird gerade verhandelt.
Die eAU ist für alle Ärztinnen und Ärzte verpflichtend.

Voraussetzungen:
TI-Anbindung (mit E-Health-Konnektor), KIM-Dienst, eHBA 2.0

Mit dem Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) war das Ziel verbunden, darüber nach und nach neue digitale medizinische Anwendungen zu etablieren, aber auch bisher papiergebundene Prozesse zu digitalisieren. Die Digitalisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ist die erste Umsetzung dieser Art über die TI.

Detaillierte Informationen zur eAU

Frist und Übergangsregelung

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hatte Vertragsärztinnen und -ärzte verpflichtet, die Daten der AU ab dem 1. Januar 2021 elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln. Ab dann sollte auch die Pflicht, die Krankenkasse über die AU zu informieren, von den Versicherten auf die Vertragsärztinnen und -ärzte übergehen. Da die technische Ausstattung jedoch nicht in allen Praxen bis zum Jahresende verfügbar sein kann, hatte die KBV eine Übergangsregelung gefordert. Dem hat das Bundesgesundheitsministerium zugestimmt: Ärztinnen und Ärzte müssen demnach erst ab dem 1. Oktober 2021 die eAU nutzen. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch die Zustimmung der Krankenkassen. Die Verhandlungen dazu dauern noch an.

Umsetzung in mehreren Schritten

Da das AU-Formular aus einem Orignaldokument mit mehreren Durchschlägen besteht und sich zudem an verschiedene Empfänger richtet, sind dabei mehrere Schritte erforderlich.

1. Schritt: elektronischer Versand an die Krankenkassen

Laut Gesetz müssen Ärztinnen und Ärzte in einem ersten Schritt die Arbeitsunfähigkeit elektronisch an die Krankenkassen melden. Die Papierbescheinigung für die Krankenkasse ist dann nicht mehr notwendig; die papiergebundenen Durchschläge für Versicherte und Arbeitgeben bleiben jedoch bis zum 31.12.2021 bestehen. Versicherte müssen weiterhin den Durchschlag an den Arbeitgeber versenden.

2. Schritt: elektronischer Versand an die Arbeitgeber

Ein Jahr später soll auch die Weiterleitung der Daten an den Arbeitgeber nur noch digital erfolgen. Zuständig dafür sind nicht die Praxen, sondern die Krankenkassen - sie stellen den Arbeitgebern die AU-Informationen elektronisch zur Verfügung. Vertragsärztinnen und -ärzte sind weiterhin verpflichtet, ihren Patientinnen und Patienten eine vereinfachte AU-Bescheinigung auf Papier auszudrucken. 

Technische Voraussetzungen

Grundlage ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen, bei denen eine qualifizierte elektronische Signatur vorgesehen ist. Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen ein Konnektor-Update - damit wird ihr vorhandenes Gerät zum E-Health-Konnektor. Die Updates sind teilweise bereits verfügbar; andere Hersteller haben sie für Mitte 2020 angekündigt. Praxen sollten sich für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden.  

Daneben sind folgende Komponenten in der Praxis notwendig:

  • möglicherweise weiteres E-Health-Kartenterminal beispielsweise im Sprechzimmer
  • KIM-Dienst: Auch hier sollen die ersten Dienste im Sommer 2020 nutzbar sein. 
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur 
  • Praxisverwaltungssystem-Update für eAU: Die Funktion für die eAU sollte mit dem Quartals-Update zum ersten Quartal 2021 eingespielt werden und demnach ab dem 1.1.2021 in der Praxis verfügbar sein.

weitere Informationen zur TI-Ausstattung