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Impfen: Praxen sind auch während Coronapandemie gut aufgestellt

Wie wichtig ist das Impfen gegen Influenza in Zeiten des Coronavirus?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„So wichtig wie eh und je. Die Influenza-Impfung, die ja im Herbst wieder losgeht, dient ja vor allem dem Schutz älterer Mitbürger und chronisch Kranker. Insbesondere in Zeiten von Corona ist natürlich ganz wichtig, dass nicht auch noch Influenza in das Pandemiegeschehen eingreift.“

Manche erwarten eine höhere Nachfrage in diesem Jahr. Sind die Praxen darauf vorbereitet?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Das sind sie tatsächlich. Es ist in diesem Jahr gelungen, 25 Millionen Impfdosen für Deutschland zu sichern, sodass wir ganz gut vorbereitet sind. Die Praxen sind ja flächendeckend verteilt. Das heißt, wir können wirklich alle impfen, die geimpft werden müssen. Die Impfraten der letzten Jahre sind noch nicht so zufriedenstellend, dass da nicht noch Verbesserungsbedarf wäre. Die KBV und die KVen, die Vertragsärztinnen und -ärzte geben daher seit vielen Jahren schon viel Geld und Mühe, bringen viel Geld und Mühe auf, um die Bevölkerung immer wieder ans Impfen zu erinnern. Die Bundesregierung tut das auch, und da dürfen wir einfach nicht nachlassen. Also fangen wir in den Sprechzimmern an, das können natürlich die Mitarbeitenden sein in den Arztpraxen, die Ärztinnen und Ärzte selbst. Das muss die breite Öffentlichkeit sein, die Medien. Die Politik muss auch mit Vorbild vorangehen. Es muss geworben werden für Impfungen, es muss aufgeklärt werden, es muss erinnert werden. Das ist sicher jedes Jahr eine große Aufgabe für uns alle. Sicher ist ein elektronisches Impfbuch, wie es ja geplant ist, ein wertvoller, ein wertvolles Hilfsmittel dafür. Denn uns geht es ja allen so: Das Impfbuch liegt irgendwo im Schrank. Man erinnert sich nicht so genau, wann man zuletzt geimpft wurde. Bei der Influenza ist es ein bisschen einfacher. Die muss jedes Jahr gemacht werden, wenn man zu den chronisch kranken Patienten zählt oder zu den älteren Menschen gehört. Die Kolleginnen und Kollegen sind hervorragend vorbereitet, und die Frage ist also nicht, können die Ärzte impfen, sondern sind die Bürgerinnen und Bürger soweit aufgeklärt, dass sie auch wirklich von diesen Impfungen Gebrauch machen."

Warum ist das Impfen eine ärztliche Aufgabe?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
Das rein Technische ist natürlich nicht das Schwierige, einen Pieks kann jeder. Aber erstens: die Impf-Indikation. Es ist ja nicht nur das Alter. Bei der Influenza zum Beispiel sind ganz erhebliche Patientengruppen mit über 70 Krankheiten betroffen, die erst einmal diagnostiziert und deren Risiko eingeschätzt werden muss. Das definitiv muss vom Arzt gemacht werden. Dann kann es zu Immunreaktionen kommen bis hin zum Schock und mit tödlichen Verläufen. Auch darauf muss man vorbereitet sein. Das sollte natürlich in ärztlicher Umgebung stattfinden. Und deswegen ist definitiv Impfen Aufgabe für ÄrztInnen und Ärzte.


Der Gesetzgeber verfolgt neue Impf-Projekte…

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Die KBV hat von Anfang an gesagt, dass sie das für nicht erforderlich hält. Die Apotheken sind kein Ort zum Impfen. Wir brauchen das nicht. Ich hatte eben ausgeführt, dass ist eine ärztliche Aufgabe. Dafür gibt es gute und schwerwiegende Gründe. Insofern haben wir das nicht für nötig befunden. Es steht jetzt so im Gesetz. Insofern werden wir uns damit abfinden müssen. Notwendig ist das nicht. Falls und wenn es denn eine Corona-Impfung gibt, sind auch dafür die Praxen vorbereitet. Das Angebot der Apotheker zu helfen beim Impfen wäre sicher überhaupt nur dann bedenkbar, wenn es eine katastrophale Notlage gäbe bei den impfenden Ärztinnen und Ärzten. Die ist nicht absehbar. Insofern sind wir überzeugt, auch das gut meistern zu können in den Praxen."

Welche Unterstützung gibt es für die Praxen?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Zum einen wird die KBV natürlich wie in jedem Herbst Informationsmaterialien wieder an die Praxen verteilen, sodass die Praxen auch informieren können und informiert sind. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist natürlich, was weg muss, sind ihre Regresse. Die Impfstoffe sind ja nach wie vor, wenn auch etwas weniger schwerwiegend als zuvor regressbewehrt, sodass eine Praxis immer eine Balance finden muss in der Bevorratung von Impfstoffen. Auch das hat die Kolleginnen und Kollegen so verärgert an diesen impf-Projekten in Apotheken, dass der Apotheker, der uns Impfstoffe liefern soll, nun gleichzeitig auch impfen darf und damit natürlich in einer ganz merkwürdigen Situation ist. Auch der Regress für Impfstoffe muss weg, damit die Praxen an der Stelle frei sind von dieser Sorge."

Impfungen sind nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie gerade wieder ein großes Thema. Die Praxen, als zentrale Ansprechpartner dafür, rüsten sich für die Grippeimpfung ab Herbst. Sie dürfte in diesem Jahr besonders im Fokus stehen. Warum das so ist, wie die Ärztinnen und Ärzte sich darauf vorbereiten und welche Unterstützung er sich von anderen erhofft - diese Fragen beantwortet Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.