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KBV fordert Verlängerung des Rettungsschirms für die Praxen

Wie sieht aktuell die Situation in den Praxen aus?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: „In den Praxen ist natürlich ein ganz angespannter Betrieb nach wie vor. Die Kolleginnen und Kollegen, die Mitarbeitenden dort sind selber betroffen als Mütter, als Väter, als Partner von vielleicht Partnerinnen und Partnern, die Homeoffice haben, als Eltern von Kindern, die Homeschooling haben, als vielleicht Betroffene, als selber dem Risiko-Klientel Zugehörige. Sie haben ungeheuer viel Arbeit neben der Versorgung, der Real-Versorgung, die wir ja völlig verdrängen zurzeit in der Wahrnehmung, die ja nach wie vor stattfindet. Es werden ja am Tag immer noch in den hausärztlichen Praxen z.B. fast eine Million wirklich Schwerkranker gesehen, jeden Tag. Und dazu kommen all diejenigen, die entweder Corona-Verdacht haben, getestet werden müssen, die Sorgen haben, die Ängste haben, die zum Reden, die mit Fragen in die Praxen kommen und 11 von 12 an Covid Erkrankte, die ambulant versorgt werden, die überhaupt nicht in die Krankenhäuser müssen. Das heißt, die Praxen sind unter hoher Last. Daneben gibt es aber einige, vor allem sehr spezialisierte Praxen, die durchaus zurzeit wegen der Ansteckungsgefahr und wegen der Sorge der Bürgerinnen und Bürger und der deutlich höheren Immobilität, die dadurch auch resultiert, weniger Patienten haben und sehr deutlich Umsatzeinbrüche haben. Das sind in der Regel Spezial-Praxen, die wir durchaus in der Versorgung dringend brauchen, da sie eben spezielle Dinge tun, wie der Name schon auch suggeriert. Und da haben wir tatsächlich auch erhebliche Defizite. Und das ist ein Grund, warum wir sagen, der Schutzschirm für die vertragsärztlichen Praxen muss verlängert werden für die Dauer der Pandemie, so wie das für die Krankenhäuser auch passiert, weil die Praxen der Schutzschirm und der Schutzwall sind, dass diese Virus-Pandemie nicht einen wesentlich schlimmeren Impact hat auf uns alle.
Wir erwarten einfach ganz dringend, dass der Bundestag, dass der Gesetzgeber diesen Schutzschirm ausdehnt und anerkennt, dass das erforderlich ist zur Aufrechterhaltung der ambulanten Versorgung. In welchem Umfang und in welcher Technik das dann dort geregelt wird im Gesetz, das weiß der Gesetzgeber am besten.“

Für Diskussionen sorgt weiter die Impf-Priorisierung…

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: „Wir fordern natürlich dringend, dass die Kolleginnen und Kollegen und deren Mitarbeitenden, die in der ersten Reihe stehen und Patienten behandeln mit unklarem Infekt-Status, die in die Hälse gucken, die Abstriche machen, auch primär gegen Covid geimpft werden. Das halten wir für absolut dringend und geboten und notwendig, dass diese Kolleginnen und Kollegen auch in den ersten Chargen, in den ersten Impf-Serien mit bedacht werden. Denn auch hier gilt, die sind der Frontwall, weil der Schutzwall gegen die Infektion und müssen geschützt werden, damit die nicht ausfallen. Und wir erwarten, dass in die Richtung auch noch nachgebessert und nachgesteuert wird.“

Der Schutzschirm für die vertragsärztlichen Praxen muss verlängert werden!
Das fordert die KBV und appelliert an die Politik, schnell die dringend notwendige Entscheidung zum Schutz der Praxen zu treffen.
Andernfalls sei die Aufrechterhaltung der ambulanten Versorgung gefährdet, bekräftigt Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der KBV, im Interview.