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Stand 13.01.2021

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Coronavirus

Corona-Viren

Impfungen gegen SARS-CoV-2

Deutschlandweit sind die Impfungen gegen SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung COVID-19  angelaufen. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der Europäischen Union (EU) zugelassen, am 27. Dezember wurde in Deutschland mit den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen begonnen. Am 6. Januar hat mit dem Vakzin des amerikanischen Herstellers Moderna ein zweiter Corona-Impfstoff die Zulassung für die EU erhalten. 

Zu Beginn stehen nur begrenzte Impfstoffmengen zur Verfügung. Es erfolgt daher eine Priorisierung, welche Personengruppen zuerst geimpft werden. Diese Priorisierung wird über eine Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Berücksichtigung der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut vorgenommen.  

Planung und Verteilung der Impfstoffe

Zuständig für die Planung und Verteilung nach der Einführung eines geeigneten Impfstoffs sind das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundesländer. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass der Bund die Impfstoffe beschafft. Die verfügbaren Impfdosen werden dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt. Die Organisation und der Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe ist Aufgabe der Bundesländer.

Bundesweit wurden über 400 Impfzentren eigerichtet. Zusätzlich gibt es mobile Impfteams, beispielsweise für Pflegeheime. 

Steht zu einem späteren Zeitpunkt dann ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll die Impfung wie bei anderen Impfstoffen auch über die Vertragsarztpraxen verabreicht werden.

Wer zuerst geimpft werden soll

Die Teilnahme an der Impfung ist freiwillig. Aufgrund der zunächst nur begrenzt zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen ist eine Priorisierung vorgesehen, welche Personengruppen zuerst geimpft werden sollen. Die Priorisierung ist Bestandteil der Rechtsverordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 des BMG. Begonnen wird mit der Impfung in Alten- und Pflegeheimen.

Folgende Personen haben laut der Impfverordnung mit höchster Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung:

  1. Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben.
  2. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer, geistig behinderter oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind. 
  3. Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere, geistig behinderte oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  4. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion relevante aerosol-generierende Tätigkeiten durchgeführt werden. 
  5. Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin.

Danach folgen die Schutzimpfungen der nächsten Priorisierungsstufe.

Ärztliche Atteste jetzt noch nicht erforderlich

Laut Impfverordnung benötigen Patienten mit Vorerkrankungen der Priorisierungsstufen zwei und drei ein ärztliches Attest, damit sie ihren Anspruch auf eine vorrangige Impfung nachweisen können. 

In der ersten Phase der Impfungen mit höchster Priorität ist es jedoch noch nicht erforderlich, dass Ärzte Vorerkrankungen per Attest bescheinigen: Das Alter des Anspruchsberechtigten wird über den Personalausweis, die berufliche Tätigkeit über einen Arbeitgebernachweis geprüft werden. Bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen erfolgt der Nachweis über eine Bescheinigung der Einrichtung. 

Für die Ausstellung von Attesten für Patienten mit Vorerkrankungen der Priorisierungsstufen zwei und drei erhalten Ärzte laut der Impfverordnung eine pauschale Vergütung von 5 Euro. Hinzu kommen 0,90 Euro, wenn der Versand per Post erfolgt. Zur Abrechnung hat die KBV nach der Impfverordnung entsprechende Vorgaben rückwirkend zum 15. Dezember 2020 beschlossen. Ärzte können ab diesem Datum Atteste ausstellen und abrechnen. Die endgültigen Regelungen für die Abrechnung legen die Kassenärztlichen Vereinigungen fest.

Terminvergabe für die Impfzentren

Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe sind die Bundesländer zuständig.

Für die Terminvergabe in den Impfzentren können die Länder die bundesweite Rufnummer 116117 des Patientenservices der KVen nutzen. Die Anrufer werden dann von dort in die Callcenter weitergeleitet, die von den Ländern zur Vereinbarung der Termine betrieben werden. Die KBV hat dafür ein entsprechendes Modul entwickelt, das den Bundesländern, die dies nutzen möchten, für die telefonische und digitale Terminvergabe in den Impfzentren zur Verfügung gestellt wird. 

Die Terminvergabe ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. 

Mehr Informationen zu den einzelnen Bundesländern finden Sie hier

Finanzierung

Der Bund beschafft die Impfstoffe und finanziert diese durch Haushaltsmittel. Die Länder kümmern sich um die notwendigen Impfutensilien und finanzieren das aus den Landeshaushalten. An den Kosten für Impfzentren und mobile Impfteams beteiligt sich der Bund hälftig über die gesetzliche Krankenversicherung. 

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