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Presse

Gassen: Kassenfunktionäre sind fern von der Versorgungsrealität der Patienten

Mit scharfer Kritik reagiert der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, auf die jüngsten Äußerungen des Vize-Vorstandsvorsitzenden des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Johann-Magnus von Stackelberg, zum Thema Praxisöffnungszeiten.

Dr. Andreas Gassen: „Der GKV-Spitzenverband hat vor einigen Tagen eine sogenannte Studie veröffentlicht, die wir bereits als fake news bezeichnet haben. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass die Angaben wiederholt werden. Die Aussagen des GKV-Spitzenverbands sind ein Schlag ins Gesicht der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und zeugen von der Ferne von Krankenkassenfunktionären zur Versorgung von Patienten. Die Niedergelassenen arbeiten 52 Wochenstunden im Schnitt und leisten häufig viel mehr Sprechstunden als sie müssten. Vereinbart sind mit dem GKV-Spitzenverband mindestens 20 Wochenstunden. Zu den Zeiten, in denen die Praxen geschlossen sind, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 zu erreichen. Es ist also Unsinn, zu behaupten, zu wenige Samstagssprechstunden seien der Grund dafür, dass Menschen in die Notaufnahmen gingen. Gleichzeitig verweigern die Krankenkassen seit Jahren eine adäquate Finanzierung. Sie geben ein unendliches Leistungsversprechen ab, vergüten aber im Schnitt fast 15 Prozent der Leistungen nicht. Das darf nicht so weitergehen. Wir müssen endlich den Weg der Entbudgetierung beschreiten und dabei mit den Grundleistungen anfangen. Bei der ständigen Zechprellerei jetzt noch eine Serviceangebotserweiterung zu fordern, ist einfach nur dreist und frech.“