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Presse

Gassen sieht ärztliche Arbeitszeit „am Limit“

Im Interview mit dem Tagesspiegel äußert sich der KBV-Vorstandvorsitzende Dr. Andreas Gassen zu aktuellen politischen Entwicklungen.

„Unsere Ärzte sind von der Arbeitszeit her am Limit“, so Gassen. Sie würden mit 51 bis 53 Wochenstunden mehr arbeiten als der Durchschnitt der Bevölkerung. Er warnte daher vor einer „übersteigerten Anspruchshaltung“ im Bezug auf die Öffnungszeiten von Praxen – schließlich hätten auch Ämter samstags geschlossen. „Überlange Öffnungszeiten gibt es nur dort, wo der Kunde dafür bezahlt“, machte Gassen gegenüber dem tagesspiegel deutlich.

Daher erkenne die Ärzteschaft an, dass Spahn „für mehr Leistung auch mehr Geld in Aussicht stellt.“ Doch das Vorgehen des Ministers, 25 Sprechstunden statt der bisher 20 verpflichtend vorzuschreiben, bezeichnete Gassen im Interview als „unausgegoren und überhaupt nicht zielführend“. Er betonte, dass „die Vertragsärzte für Kassenpatienten im Mittel schon jetzt 37 bis 38 Stunden pro Woche aufbringen.“ Auch fürchtet Gassen mehr Bürokratie durch die neuen Regelungen und warnte vor einem „Zwang für alle“.

In diesem Zuge schlug Gassen im Tagesspiegel-Interview die Entbudgetierung vor: „Das sinnvollste wäre, die Budgets abzuschaffen und alles, was erbracht wird, auch zu bezahlen. Wenn das nichtgleich in vollem Umfang geht, sollten zumindest die Erstkontakte voll vergütet werden. Das wäre ein Anreiz, so ließen sich sicher noch Reserven heben.“

Als weitere Möglichkeit, lange Wartezeiten auf Termine und in den Praxen zu verringern, sieht Gassen einen Tarif, „bei dem man sich auf einen Arzt als Anlaufstelle verpflichtet, der dann als Lotse fungiert“. Das könne die Versorgung verbessern und unsinnige Arztkontakte vermeiden. Auch kämen Patienten dadurch möglicherweise schneller dran und Ressourcen würden gespart.

Interview im Tagesspiegel