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Presse

Ärzte sollen künftig Apps auf Rezept verschreiben

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über das geplante „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (DVG) von Gesundheitsminister Jens Spahn. Unter anderem soll mit diesem Gesetz die Digitalisierung im Gesundheitswesen beschleunigt werden, heißt es im Bericht.

Grundsätzlich bewerte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Gesetzentwurf „offen und positiv“, so Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Er mahnte im Blatt jedoch auch: „Die Digitalisierung muss die Arbeit der Praxen erleichtern und darf weder für zusätzliche Verunsicherung und Mehraufwand sorgen.“

Die Gesetzesinitiative des Bundesgesundheitsministers sieht einerseits die bessere digitale Versorgung der Patienten vor: So sollen Ärztinnen und Ärzte ihren Patienten Apps verschreiben können. Hierzu äußert sich Gassen: „Der einzelne Arzt darf sich nicht mit einer Flut verschiedener App-Produkte beschäftigen und genau wissen müssen, welche Krankenkassen welche Anwendung erstattet.“

Anderseits enthält das Gesetz auch Regelungen zu höheren Strafzahlungen für Vertragsärzte, die bis März 2020 nicht an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen sind. Für diese Fälle sieht der Entwurf Honorarkürzungen um 2,5 Prozent vor. Zudem sollen weitere Gesundheitseinrichtungen und -berufe an die TI angeschlossen werden.

Auch plant der Gesundheitsminister dem Blatt zufolge die Förderung der Videosprechstunde: Ärztinnen und Ärzte sollen auf ihrer Internetseite informieren dürfen, dass sie diese anbieten.

Das Gesetz stößt auch bei Krankenkassen auf Zustimmung, schreibt das Deutsche Ärzteblatt. Kritische Äußerungen kommen von Seiten der Opposition. Die Grünen Abgeordnete Maria Klein-Schmeink moniert, dass es Spahn an einer Strategie für die Digitalisierung im Gesundheitswesen fehle. „Jens Spahn gleicht bei der Digitalisierung einem schlechten Koch.“ In der Sommerpause soll das Gesetz in das Bundeskabinett eingebracht und im Herbst im Bundestag beraten werden. 

Artikel im Deutschen Ärzteblatt