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Presse

Kassenarzt-Chef fordert Ende von Homöopathie-Finanzierung

Nach einem Verbot in Frankreich, demzufolge homöopathische Mittel nicht mehr durch Krankenkassen erstattet werden dürfen, positioniert sich nun auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung klar gegen Homöopathie als Kassenleistung. Gegenüber der Rheinischen Post kritisierte Dr. Andreas Gassen, dass deutsche Krankenkassen die Kosten zum Teil übernehmen.

„Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren“, sagte Gassen gegenüber der Rheinischen Post, daher sollten die Kosten für solche Behandlung nicht zulasten der Solidargemeinschaft gehen. Gesetzliche Krankenkassen „sollten grundsätzlich keine Leistungen der Alternativmedizin finanzieren dürfen, auch nicht als Satzungsleistung, solange der Nutzen nicht nachgewiesen sei“. Gassen begrüßte das Vorgehen in Frankreich.

Laut SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sei es „auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen“, zitiert die Rheinische Post den Politiker. Dem schließt sich die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, an: „Homöopathie soll jeder, der sie haben möchte, auch erwerben können, aber auf Selbstzahlerbasis.“ 

Das Bundesgesundheitsministerium sei ebenfalls von der Wirkung nicht überzeugt, argumentiere laut Rheinischer Post jedoch in einer Stellungnahme, dass Homöopathie „größere Teile der Ärzteschaft und weite Bevölkerungskreise“ für sich eingenommen habe und Leistung der Krankenkassen bleiben solle.

Die größten deutschen Krankenkassen äußerten sich nicht zum Vorgehen in Frankreich. Sowohl die Techniker Krankenkasse (TK) als auch die AOK übernehmen bis zu 100 beziehungsweise 200 Euro für alternative Arzneimittel pro Versichertem und Kalenderjahr, schreibt die Rheinische Post. Dies entspreche laut TK den Wünschen der Versicherten nach „sogenannten komplementärmedizinischen Angeboten“. Homoöpathie ist in Deutschland umsatzstark: 2018 verkauften Apotheken mehr als 57 Millionen Packungen.

Artikel der Rheinischen Post