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Presse

Bertelsmann-Studie für Abschaffung der PKV

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet über eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Studie empfiehlt eine Bürgerversicherung. Diese würde im Gesundheitswesen Milliarden Euro sparen, sagen Forscher. Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kritisiert die Ergebnisse.

Der Zeitung sagte Gassen: "Wie fragwürdig die zentrale Aussage dieser Studie ist, räumen die Verfasser selbst ein." Im Text heiße es nämlich, es gehe ausdrücklich nicht um ein "umsetzungsnahes" Szenario. Mit dieser Kritik ist der KBV-Chef nicht alleine. Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt sprach gegenüber der FAZ von „mehr als zweifelhaften Zahlenspielereien“. Die von der Stiftung angestrebte Einheitsversicherung ermögliche nur gutsituierten Selbstzahlern Zugang zur Spitzenmedizin. 

Kritik an der Studie äußerten in dem Blatt auch der Chef des Deutschen Beamtenbundes, Ulrich Silberbach und der Bonner Juraprofessor Gregor Thüsing. Silberbach nannte die Studie „reißerisch“ und „totalen Quatsch“. Thüsing sagte, die sofortige Einbeziehung der Privatversicherten in die GKV sei verfassungswidrig. Auch das Bundesgesundheitsministerium hält die Studie für unrealistisch. Zudem gäbe es keine Vereinbarung im Koalitionsvertrag. 

Erfreut über die Studie zeigten sich hingegen die Befürworter einer Bürgerversicherung, allen voran SPD, Linke und die Grünen. Deren gesundheitspolitische Sprecherin Maria Klein-Schmenk sagte: „(…) erneut haben wir es schwarz auf weiß: Das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung macht die Versicherung insgesamt teurer.“ 

Die vom IGES Institut durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass, wären alle Deutschen gesetzlich versichert, die Krankenkassenbeiträge um 0,2 bis 0,6 Prozentpunkte sinken könnten. Konkret bedeute dies für jeden derzeit GKV-Versicherten eine Ersparnis von 145 Euro im Jahr. 

Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung