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Presse

KBV und KVen: Offener Brief an Gesundheitsminister Spahn

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verlangen in einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein Umdenken bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Sie bemängeln die Rahmenbedingung für Digitalisierungsprojekte, die „von den Niedergelassenen zunehmend nicht mehr toleriert würden“.

Besonders die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) wurde in dem Schreiben, aus dem das Deutsche Ärzteblatt zitiert, thematisiert. Die KBV- und KV-Vorstände fordern in einem Sieben-Punkte-Plan gemeinsam, den Nutzen der Anbindung an die TI den Ärzten deutlich zu machen sowie Sanktionen fallen zu lassen. Während die Pflichten bei den Vertragsärzten lägen, profitierten die späteren Datennutzer wie etwa Krankenkassen und Arbeitgeber von den Vorteilen der TI, argumentieren KBV und KVen. Die Niedergelassenen fordern zudem, die Aufwendungen für die Anbindung an die TI sowie die Kosten aufgrund der Datenschutzfolgeabschätzung angemessen zu finanzieren – gerade auch vor dem Hintergrund, dass bisher die Kosten für „technisches Versagen dieser Systeme“ oftmals selbst getragen werden müssen.

Die Vertragsärzte und -psychotherapeuten wünschen sich darüber hinaus, eine aktive Rolle bei der Digitalisierung und ihrer praktischen Umsetzung zu übernehmen, soweit diese zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung der Patienten führe. Um unabhängiger von Industrieentwicklungen zu sein, insistieren die Vorstände zum Beispiel darauf, dass das KV-System selbst die Möglichkeit bekommen soll, eigene Lösungen für Praxisverwaltungssysteme zu entwickeln und dass „Zeiträume für die Einführung digitaler Anwendungen“ besser auf „Plausibilität und Machbarkeit“ geprüft werden. 

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