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Gassen: „Müssen die Reihenfolge beim Impfen neu aufstellen“

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, fordert, nun prioritär medizinisches Personal mit Astrazeneca zu impfen. In einem Interview mit RP Online (Rheinische Post) spricht der Vorstandsvorsitzende über die damit einhergehenden Chancen, den harten Lockdown zu beenden: Schulen und Geschäfte sollten bald geöffnet werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, den Impfstoff von Astrazeneca nur für unter 65-Jährige zuzulassen. Der KBV-Vorstandschef hält es daher für notwendig, prioritär Ärzte und medizinisches Personal in den Krankenhäusern und den Praxen zu impfen. „Sie stehen im Kampf gegen die Pandemie in erster Reihe. Wenn sie ausfallen, bricht das System zusammen. Sie sollten nun rasch den Astrazeneca-Impfstoff erhalten“, so Gassen. Bund und Länder müssten nun die Reihenfolge beim Impfen neu aufstellen, da die Liefermengen der jeweiligen Impfstoffe den Takt vorgeben. Nach Gassen könnte dies im Moment wie folgt aussehen: „Biontech und Moderna für die Älteren, Astrazeneca für die Jüngeren und hier das ärztliche Personal zuerst“. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe und dieser logistisch unkomplizierter sei, würden die Impfungen sehr zügig verlaufen. Gassen: „Die Praxen stehen bereit. Wir haben über 100.000 Praxen, wird nur in der Hälfte geimpft, dann können wir leicht fünf Millionen Menschen pro Woche impfen.“ Dies zeigte bereits auch schon die Grippeschutz-Impfung: Innerhalb weniger Wochen konnten 20 Millionen Menschen in den Praxen gegen Influenza geimpft werden.

Im Hinblick auf den heutigen Impfgipfel warnt der KBV-Chef: „Das darf keine Show-Veranstaltung werden. Wir brauchen dringend Klarheit darüber, wie viel Dosen bestellt wurden und was wann verlässlich geliefert wird. Die Impfung ist die zentrale Antwort auf die Pandemie. Ob eine Dosis nun ein paar Euro mehr kostet, darf keine Rolle spielen. Die Folgen der Pandemie kosten allein Deutschland jede Woche Milliarden Euro.“

Das Interview bei Rheinische Post Online vom 01.02.2021