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Gassen fordert Antworten zur Einbindung der Niedergelassen

In den nächsten Wochen werde es in Deutschland so viel Impfstoff geben, dass die Impfzentren überlastet sein werden, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) in ihrer Ausgabe vom 21. Februar. Die Politik werde den Aufwand rund um Termin und Prioritätengruppen drastisch reduzieren müssen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen kritisiert, dass bisher Antworten fehlen, wie die niedergelassene Ärzteschaft in die Impfkampagne eingebunden werden soll.

Der KBV-Chef Gassen glaubt, dass der große Impfstoffmangel in sechs bis acht Wochen vorbei sein werde. Für das zweite Quartal des Jahres haben Biontech und Pfizer 40,2 Millionen Dosen zugesagt. Hinzu kommen große Lieferungen von Astra- Zeneca und Moderna. Und möglicherweise auch von Johnson & Johnson und Curevac. Laut Rechnung der KBV reiche die Kapazität der Impfzentren vielleicht schon im März nicht mehr aus. Das führe zu der Frage, wie die Dosen auf anderem Weg verimpft werden können. Gassen sei verwundert darüber, dass die Politik diese naheliegende Frage bisher nicht klar beantworte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagt auf Anfrage der FAS nur sehr vage, dass die niedergelassenen Ärzte „möglichst rasch“ in die Impfkampagne eingebunden werden sollen.

Der bisherige Plan von Spahn steht in der aktuellen Impfverordnung vom 8. Februar. Momentan werden immer noch Bürgerinnen und Bürger aus der Prioritätsstufe 1 geimpft. Schwieriger werde es in den Stufen 2 und 3., die eine Impfberechtigung voraussetzen. Dies soll durch ein ärztliches Attest geleistet werden. Diese Vorgehensweise stößt auf viel Kritik. Der KBV-Vorstandschef Gassen rechnet vor, dass in den insgesamt gut 100.000 Arztpraxen wöchentlich rund fünf Millionen Bürgerinnen und Bürger geimpft werden könnten. Eine solche Masse von Menschen mittels Attesten und Bescheinigungen exakt nach den Kriterien einer komplexen Impfverordnung zu priorisieren, halte er für abwegig. „Die Atteste führen uns nicht weiter und werden nur die Praxen organisatorisch belasten.“ Daneben bleiben weiterhin Fragen unbeantwortet, welche Impfstoffe in den Praxen verabreicht werden können und wie die Impfstoffe in die Praxen gelangen. „Zehntausende Standorte anzufahren und verlässlich zu beliefern ist nicht trivial", sagt Gassen.

Der Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21.02.2021