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Gassen: „Wir müssen endlich lernen, mit dem Virus zu leben“

In naher Zukunft sollten die Corona-Maßnahmen fallen, forderte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, im Gespräch mit FOCUS Online. Eine Impfquote von 85 Prozent hält er derweil für unrealistisch.

„Wichtig ist, dass wir einen Plan haben und genügend Zeit zwischen Ankündigung und Aufhebung der verpflichtenden Maßnahmen lassen“, sagte der KBV-Chef. Natürlich müssten sich bis dahin mehr Menschen impfen lassen. Mit Ankündigung des Maßnahmenstopps erwarte er aber einen deutlichen Schub für die Impfkampagne.

Kritiker hatten eine Impfquote von 85 Prozent gefordert, bevor man über solche Schritte nachdenken könne. Gassen hält ein solches Ziel für unrealistisch: „Wir haben neun Millionen Kinder in Deutschland, die unter zwölf Jahren sind und für die es noch gar kein Impfangebot gibt – hinzu kommen noch die Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können plus diejenigen, die es einfach nicht wollen.“ Realistischer sei eine Quote von 75 Prozent.

Langfristig müsse man den Bürgerinnen und Bürgern eine Perspektive für ein weitgehend normales Leben bieten. „Es wäre also wichtig, einen Zeitpunkt zu definieren, ab dem wir auf alle bisher verpflichtenden Maßnahmen, die der Staat seinen Bürgern auferlegt, verzichten können.“ Anderenfalls befürchte er eine zunehmende Entsolidarisierung der Bevölkerung – sei es durch Wegfall von Lohnfortzahlungen für Nichtgeimpfte oder die ersten Versuche, Versicherungsaufschläge für Nichtgeimpfte zu etablieren.

Das Interview bei FOCUS Online vom 24.09.2021