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eRezept: „Unsere Bedenken wurden gehört “

Die Gesellschaftsversammlung der gematik hat einen neuen Stufenplan zur Einführung des elektronischen Rezeptes (eRezept) beschlossen. Die gematik und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) haben sich bei den Plänen besonders auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zubewegt, schreibt das Deutsche Ärzteblatt.

„Unsere Bedenken wurden gehört: Eine automatische und verpflichtende Einführung des eRezepts zum 1. September in zwei Bundesländern ist vom Tisch“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. Die Rahmenbedingungen seien nun klar und entscheidend dafür, wann und wie der weitere Rollout erfolgt. Die Einführung des eRezeptes wird für Arztpraxen nicht wie ursprünglich geplant im September verpflichtend. Stattdessen erarbeitet die gematik ein System von Anreizen, das die niedergelassenen Ärzte zur Nutzung des eRezeptes motivieren soll. 

Gassen und seine Vorstandskollegen Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Thomas Kriedel dankten den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe dafür, dass die sich bereit erklärt haben, als Pilotregionen zu fungieren. Dort werden werden Praxen und Krankenhäuser die eRezepte ab September im Rahmen einer verlängerten Testphase ausstellen. Drei Monate später soll in den Regionen eine eRezept-Pflicht gelten.

„Minister Lauterbach hat mehrfach betont, dass er Verständnis für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen hat und den vielen Problemen, denen sie sich bei der Umsetzung der Digitalisierung ausgesetzt sehen“, lobte KBV-Vize Hofmeister Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach. Kriedel betonte, dass die gematik – und damit das BMG – den Forderungen der KBV nach dem Primat vorab festgelegter Parameter nachgekommen sei: „Grundsätzlich werden die jeweiligen Rolloutphasen erst dann umgesetzt, wenn alle abgestimmten Qualitätskriterien erreicht und dies von den Gesellschaftern auch so festgestellt wird.“ Auch der Start in den anderen Regionen werde nur in enger Abstimmung mit den dortigen KVen beschlossen.

Der Artikel in aerzteblatt.de vom 01.06.2022