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Einführung des eRezeptes: „Von einem reibungslosen Funktionieren sind wir noch meilenweit entfernt“

Das Bundesgesundheitsministerium will die breite Einführung des elektronischen Rezeptes (eRezept) vorantreiben. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen erklärt: „Von einem reibungslosen Funktionieren sind wir noch meilenweit entfernt.“

Der KBV-Chef mahnt, dass die bestehenden Probleme endlich gelöst werden müssten. Die Ausstellung des eRezeptes dauere oft zu lange. Außerdem würden die digitalen Rezepte meist ausgedruckt und es entstünde mehr Papiermüll als zuvor. Viele Ärztinnen und Ärzte sähen daher keinen Sinn in der Digitalisierung.

Beim eRezept erhalten die Patientinnen und Patienten statt des altbekannten rosa Zettels einen Code auf ihr Smartphone, um Medikamente aus der Apotheke abzuholen. Alternativ kann der Code ausgedruckt werden. Ab 2023 sollen die digitalen Rezepte auch mit der elektronischen Gesundheitskarte einlösbar sein. Das eRezept gilt als wichtiger Baustein für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens.

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach hatte zuvor mit den Worten „wir müssen das jetzt schnell ausrollen“ auf Tempo bei der Einführung des eRezeptes gedrungen. Ab dem 1. September sollen die digitalen Rezepte in Praxen und Kliniken der Region Westfalen-Lippe sowie bei Zahnärzten in Schleswig-Holstein gelten. Außerdem müssen die Apotheken bundesweit in der Lage sein, das eRezept anzunehmen. Technische Probleme und datenschutzrechtliche Bedenken verzögern immer wieder die Einführung des eRezeptes. Der bundesweite Start war eigentlich schon für den Beginn des Jahres geplant.

Der Artikel der dpa vom 26. 8. 2022