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Presse

„DKG baut Nebelwand auf und lenkt von eigenen Problemen ab“

„Mit ihrer sogenannten Blitzumfrage hat die DKG eine Nebelwand für Politik und Öffentlichkeit aufgebaut, um von den eigenen und hausgemachten Problemen abzulenken. Zu viele Krankenhäuser machen alles und das häufig nicht richtig. Die Notfallversorgung muss an weniger Standorten konzentriert und personell sowie mit Apparaten besser ausgestattet werden“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Berlin, 20. Januar 2023 – „Es klingt wie der wohlfeile Ruf ´Haltet den Dieb‘, wenn die DKG lautstark den ambulanten Bereich als Problem erkannt haben will. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. „Die Fallzahlen bei den Notaufnahmen der Krankenhäuser haben das Vorcorona-Niveau längst nicht erreicht. Im Gegenteil: Sie bleiben dauerhaft darunter. Wie die Berichterstattung des Robert-Koch-Instituts zeigt, setzt sich dieser Trend einer rückgehenden Inanspruchnahme des Notdienstes auch in diesem Jahr fort. Gleichzeitig werden mehr als die Hälfte der Fälle während der Einsatzzeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen behandelt. Trotzdem bewältigen viele Notfallambulanzen an Krankenhäusern die Situation nicht. Eigentlich eine Bankrotterklärung“, fügte er hinzu.

„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Über 600 Millionen Behandlungsfälle stemmen jährlich die Praxen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, davon entfallen knapp fünfeinhalb Millionen Fälle auf den Bereitschaftsdienst, während die Krankenhäuser zu Bereitschaftszeiten nur noch fünf Millionen ambulante Notfälle behandeln. Wir müssen uns hier ehrlich machen: Wegen der postpandemisch veränderten Inanspruchnahme der Notfallversorgung brauchen wir für diesen Bereich eine echte Reform. Dazu zählt eine Konzentration der Notfallversorgung, eine Priorisierung nach Dringlichkeit durch eine strukturierte Ersteinschätzung genauso wie ein Mehr an Kooperation in Form einer verlässlichen Weiterleitung von ambulant versorgbaren Akutpatienten in die vertragsärztliche Versorgung“, erläuterte KBV-Chef Gassen. „Und natürlich muss die Finanzierung für Praxen und Krankenhäuser gleichermaßen stimmen“, ergänzte er.