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Stand 02.06.2022

Coronavirus

Gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19: Long COVID und Post COVID

Mit zunehmender Dauer der Corona-Pandemie werden Langzeitfolgen der Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus bekannt. Dabei werden gesundheitliche Einschränkungen nach einer Coronavirus-Infektion als Long COVID bezeichnet, wenn sie nach der akuten Krankheitsphase von vier Wochen fortbestehen oder auch neu auftreten. Unter Post COVID werden gesundheitliche Beschwerden zusammengefasst, die in längerem Abstand – in der Regel drei Monate – im Anschluss an eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion über längere Zeit fortbestehen und anderweitig nicht erklärbar sind.

Studie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung

Mit der Einführung eines eigenen ICD-Diagnose-Kodes ist seit Januar 2021 die Identifizierung von Post-COVID-Patientinnen und -Patienten in den vertragsärztlichen Abrechnungsdaten erstmalig möglich. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat daraufhin eine Studie zu dieser Patientengruppe im ambulanten Versorgungsbereich im Hinblick auf Risikofaktoren und die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen durchgeführt. In die Studie eingeschlossen wurden alle Patientinnen und Patienten, für die im zweiten Quartal 2021 Post COVID als Behandlungsdiagnose-Kode angegeben wurde (Mehr zur Studie finden Sie hier).

Wichtige Ergebnisse der Studie im Überblick

Durch die Untersuchung der Inanspruchnahme vertragsärztlicher Leistungen bietet die Studie neue Erkenntnisse zur Versorgung von Post-COVID-19.

  • Häufigkeit des Post-COVID-Syndroms: Nach den Informationen aus den vertragsärztlichen Abrechnungsdaten beträgt die Prävalenz von Post-COVID-19 bezogen auf die bis zum ersten Quartal 2021 registrierten COVID-19-Fälle rund sechs Prozent.
  • Symptome: Halsschmerzen und Heiserkeit, Ermüdung und Erschöpfung sowie Kurzatmigkeit sind die häufigsten Post-COVID-Symptome. Bei 86 Prozent der Patienten und Patientinnen mit Symptomen wurden maximal zwei Symptome dokumentiert.
  • Verteilung von Post-COVID-19 nach Alter und Geschlecht: Frauen sind häufiger als Männer wegen Post-COVID-19 in Behandlung.
  • Hausarzt als erster Ansprechpartner: Die Studie zeigt auch, dass Hausärzte einen erheblichen Teil der Patientenbetreuung erbringen: So wurden drei von vier Patienten mit Post-COVID-19 ausschließlich durch einen Hausarzt versorgt, insbesondere durch zeitintensive Konsultationen wie das problemorientierte Gespräch. Darüber hinaus benötigten 13 Prozent der Patienten eine fachärztliche Betreuung durch Pneumologen und fünf Prozent durch Kardiologen.

Hausärztliche Versorgung steht im Vordergrund

Deutlich wird, dass Hausärztinnen und Hausärzte bei Post-COVID-19 erste Ansprechpersonen für viele Patientinnen und Patienten sind. Dies bedeutet auch große Herausforderungen für den hausärztlichen Bereich. Die Diagnostik ist schwierig und aufwändig, der Gesprächsbedarf der Patientinnen und Patienten hoch. Und auch der Vernetzung von Haus- und Fachärzten zur interdisziplinären ambulanten Behandlung von Post-COVID-Patienten kommt eine wichtige Rolle zu. In einigen Regionen gibt es bereits entsprechende Initiativen – unter anderem haben die KVen Bayerns, Baden-Württemberg und Berlin sowie die KV Bremen solche Post-COVID-Netzwerke ins Leben gerufen – weitere Projekte werden derzeit entwickelt.