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EBM-Reform beschlossen: neue Version kommt 2020

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Wir haben heute den Schlusspunkt unter eine jahrelange EBM-Reform gesetzt. Ein Beschluss, der aus dem Jahr 2012 stammt und der an vielen Punkten sicherlich auch mit der heutigen Versorgungsrealität kaum noch in Deckung zu bringen ist. Insofern sind wir froh, dass wir die EBM-Reform, diese, jetzt abgeschlossen haben und das im Wesentlichen ohne übermäßige Verwerfungen zu produzieren. Das muss man als kleinen Erfolg werten. Das Unbefriedigende bleibt natürlich die damals vereinbarte Punktsummenneutralität, die durch die gesetzgeberischen Maßnahmen nochmal unterstrichen wurde. Und es bleibt unverändert problematisch, dass wir ohne frisches Geld Umverteilungen vornehmen mussten. Es ist jetzt gelungen, die sprechende Medizin besser abzubilden. Das geht ein bisschen zulasten der technischen Fächer. Wir gehen davon aus, dass es einigermaßen zu beherrschen ist. Insofern muss man sagen, für den Großteil der Vertragsärzte wird sich durch die EBM-Reform honorarmäßig nicht viel ändern.“

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Für uns relativ überraschend ist die GKV vor wenigen Wochen auf uns zugekommen und hat das Thema Hausbesuche noch einmal im Rahmen der EBM-Reform aufgemacht und wollte gerne unter Punktsummen-/Kostenneutralität die Hausbesuche aufwerten. Das konnten wir auf keinen Fall akzeptieren, da dies zulasten insbesondere im hausärztlichen Bereich, eigentlich der Versorgung gegangen wäre, denn das wäre auch nur über eine Abwertung der Versichertenpauschalen zu machen gewesen. Da haben wir heute sehr hart darum gerungen und es ist gelungen, dass dieser Punkt von der GKV aus dem Erweiterten Bewertungsausschuss zurückgezogen wurde und wir uns im neuen Jahr noch einmal, aber dann separat, dem Thema Hausbesuche zuwenden werden.“

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Im Grundsatz muss man sagen: Jetzt geht's eigentlich erst weiter und richtig weiter. Wir haben viele Punkte nicht abgehandelt in der EBM-Reform. Das wäre auch sicherlich nicht sachgerecht gewesen. Wir werden uns mit dem ambulanten Operieren auseinandersetzen. Wir werden uns Sachkostenpauschalen anschauen, Thema Hausbesuche, also ganz viele Bereiche, wo wir aus Versorgungssicht Änderungen herbeiführen müssen, die aus unserer Sicht nicht unter dem Diktat einer Punktsummenneutralität/Ausgabenneutralität zu erreichen sind. Insofern ist es gut, dass der Beschluss jetzt abgearbeitet ist und dann werden wir uns in den nächsten Jahren intensiv mit vielen Themen noch auseinandersetzen müssen. Grundsätzlich ist es gelungen, die sprechende Medizin tatsächlich etwas besser abzubilden, Aber wir haben unverändert erheblichen Nachholbedarf auch beim kalkulatorischen Arztlohn. Auch das wird ein Thema der Agenda.“

Ab dem 1. April 2020 wird es einen neuen EBM geben. Auf diese Reform haben sich KBV und Krankenkassen nun geeinigt. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen. Dr. Andreas Gassen und Dr. Stephan Hofmeister erläutern, was die Reform bringt und wie es jetzt weitergeht.