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Ambulantes Pandemiemanagement der Zukunft


Es ist der richtige Zeitpunkt, denn wir haben aus dieser sogenannten ersten Welle ungeheuer viel gelernt. Im Umgang mit der Pandemie, sowohl technisch als auch medizinisch und es ist schon richtig, dass wir uns jetzt mit den ersten Lektionen, die wir gelernt haben, auseinandersetzen und daraus ein Strategiepapier machen, wie wir mit dem Pandemiegeschehen weiter umgehen wollen. Der wichtigste Punkt für mich ist, dass das ambulante Gesundheitswesen in Deutschland das Bollwerk und der Schutzwall ist, und das unterscheidet uns von vielen anderen europäischen Ländern, die anders organisiert sind und die aus verschiedenen Gründen, aber auch aus diesem Grund sehr viel problematische Verläufe hatten als wir und dieses dezentrale und über die Vertragsärzte organisierte, über die Kassenärztlichen Vereinigungen organisierte System ist hier ungeheuer stark aufgestellt gewesen und hat einen ganz wesentlichen Dienst geleistet. Wir würden gar nicht so furchtbar viel anders machen, aber es gibt natürlich Schnittstellen, die besser bewirtschaftet werden können, es gibt Dialoge, die besser geführt werden können mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst, mit der Politik, es gibt auf jeden Fall natürlich eine Thematik rund um die Schutzbekleidung, die ganz deutlich mangelhaft war, und da gibt es durchaus Punkte, an denen wir nacharbeiten müssen, aber es ist nicht so, und das ist unser großer Vorteil, dass wir das Rad neu erfinden müssen. Die Schnittstellen sind natürlich immer den Stellen, wo der Katastrophenschutz Aufgabe der Länder oder des Bundes ist, gleichzeitig aber durch die Anzahl derjenigen die Versorgung machen, und das sind nun mal die Vertragsärzteinnen und Vertragsärzte, die Fakten einfach andere sind. Der öffentliche Gesundheitsdienst kann einfach personell überhaupt nicht diese Mengen bewältigen, die da anfallen und das können auch die Innenminister nicht oder irgendwelche anderen Strukturen. Das können nur die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, und die KVen und das tun sie auch. Allerdings müssen sie dazu auch konsultiert werden, zu Rate gezogen werden. Die Expertise muss eingebunden werden. Das ist immer besser zu fragen, als anzuordnen, da ist es besser zu kooperieren, und das hat ja auch landauf, landab sehr gut geklappt. An manchen Stellen besser, an anderen etwas schwieriger. Natürlich gibt es ein nationales Konzept, die KBV hat diese das Whitepaper ja geschrieben mit den KVen und aus diesem Whitepaper wird deutlich, dass es zwar unser Bestreben ist, das zu sammeln und zu bündeln, dass es aber trotzdem die Regionalität braucht, denn es ist natürlich im Bayerischen LAnd oder im Bayerischen Wald anders als auf Spiekeroog oder in Hamburg oder in Berlin, und das ist aus gutem Grund so, und das wissen die KVen vor Ort und die Vertragsärzte und Vertragsärzte und auf diese Strukturen muss man einfach Rücksicht nehmen. Dann haben wir die maximale Stärke des Systems zur Verfügung. Wenn man so manche Veröffentlichungen liest aus dem Krankenhaus Sector vor allem, dann scheint das nicht ganz so bekannt zu sein, wie es vielleicht nötig wäre und das werden wir nicht müde, darauf hinzuweisen, dass sechs von sieben Patienten in dieser Zeit versorgt wurden, Corona Patienten versorgt wurden durch das ambulante System, und wir werden auch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass gleichzeitig aber die Zahl derer, die im Regelbetrieb versorgt werden und versorgt werden müssen, deutlich zurückgegangen ist und das ist durchaus gefährlich. Das heißt, es bleibt unsere Aufgabe, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Versorgung von chronisch kranken Menschen akut erkrankten Menschen, außerhalb und um die Pandemie herum, mindestens so wichtig ist wie die Pandemie Versorgung. Denn da entstehen noch sehr viel größere Zahlen an Erkrankten und schweren Folgeprobleme, denken Sie an die Verschleppung, onkologische Diagnosen oder ähnliches. Die Selbstverwaltung hat agil, überraschend, agil und trotzdem überraschend einheitlich reagiert, hat sich sehr kooperativ gegenüber dem Gesetzgeber, gegenüber dem ÖGB gezeigt, an ganz vielen Stellen. Sie hat ihre Aufgabe gemacht, sie hat sie bewältigt. Sie hat auch in Berlin, auf der Bundesebene, in der Zusammenarbeit der Partner, zum Beispiel im GBA, gut funktioniert. Sie hat schnell entrümpelt, entbürokratisiert, sie hat Regelungen justiert, neu justiert. Das war sicher alles wertvoll und wichtig und zeigt es geht und da wo wir noch lernen müssen, wo wir dazulernen müssen, wo wir uns verbessern können, da tun wir das jetzt auch und wie gesagt, das Entscheidende ist die Kooperation mit den gesetzlich vorgesehenen Katastrophenschützer, die es gibt, die auch zuständig sind, und uns, die wir de facto die Versorgung der Erkrankten und der zu betreuenden, zu behandelnden Bürgerinnen und Bürger letztlich darstellen. Also, die wichtigste Forderung ist sicher, dass die Sicherstellung, das Vorhandensein von ausreichend persönlicher Schutzausrüstung für den Katastrophenfall Pandemie geregelt sein muss. Das muss sichergestellt sein. Besser als beim letzten Mal. Da müssen die Wege klar sein. Da muss ausreichend Material da sein, damit sich niemand in Gefahr begibt. Schließlich sind die höchsten Inflationszahlen in irgendwelchen Berufsbildern bei medizinischem Personal zu beklagen umd das ist sicher in doppelter Hinsicht sehr bedenklich. Und die zweite Forderung und Erkenntnis ist, dass es in Kooperation in konstruktive Zusammenarbeit gut klappt und das Befehl und Gehorsam oder die Einmischung oder die Bevormundung durch Dritte sachfremde keinen Vorteil gebracht hat. Alle Zahlen belegen, dass ich glaube, das brauchen wir nicht in Deutschland. Es geht mit Sicherheit auch anders.

Während die Diskussionen um Coronavirus-Hot-Spots, Reiserückkehrer und eine zweite Welle im vollen Gange sind, hat die KBV ein praxisnahes Konzept für den zukünftigen Umgang mit der COVID-19-Pandemie vorgelegt. Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, spricht über das Whitepaper aus der Reihe Corona Future Management.