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Intersektorale Gesundheitszentren: Krankenhäuser umwandeln und Versorgung sichern

Intersektorale Gesundheitszentren: Was steckt dahinter?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Es sind eigentlich, nichts anderes als Zentren, in denen verschiedene Ärzte zusammenarbeiten und ein etwas erweitertes Angebot über die klassische, ambulante Versorgung hinaus anbieten, zum Beispiel mit einer gewissen Übernachtungskapazität noch für Patienten, die Bedarf bis zu 72 Stunden oder im Gutachten 5 Tagen haben, in denen sie noch nicht nach Hause können."



Was bringen IGZ für die Versorgung?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Sie stellen eine intermediär Struktur dar, die es zur Zeit nicht gibt, unterhalb des Niveaus eines Krankenhauses, das mit relativ hohen Vorhaltekosten den gesamten Krankenhaus Struktur abbilden muss. Und zwischen der rein ambulanten Versorgung, in der es keinerlei Möglichkeit gibt, den Patienten auch mal nach zu beobachten, vielleicht auch mal eine Nacht da zu behalten."



Was bedeutet das für die Ärzte?



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Für die Ärzte bedeutet es eigentlich keine große Umstellung, es ist eher eine Strukturumstellung. Die Ärzte werden weiterhin Medizin machen, auch die anderen Mitarbeiter. Wir haben aber eben nicht mehr ein Krankenhaus, was strukturell defizitär ist, was überhaupt nicht mehr den Bedarf abbildet, nur noch aus anderen Gründen am Leben erhalten wird. Sondern machen eine moderne, neue Struktur, in der die Versorgung der Bevölkerung auch dezentral weiterhin abgebildet werden kann."



Wer kommt als Träger in Frage?


Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Ein Träger kann zur Zeit eigentlich jeder sein, der auch ein MVZ tragen kann. Es könnten Kommunen sein, das wird nach dem TSVG vermutlich auch die KV sein können, es könnte natürlich auch Krankenhausträger ans solches Zentrum …..? Wir würden aber sehr stark dafür plädieren, dass es aus dem ambulanten Sektor kommt, da die Versorgung an sich ambulant ist."



Welche Vor- und Nachteile versprechen Sie sich für den Patienten?



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Nachteile gibt´s gar keine. Auch der Patient profitiert davon, wenn wirkliche stationäre Versorgung nur dort gemacht wird, wo sie in hoher Frequenz und mit hoher Expertise gemacht wird. Wiederum umgekehrt profitiert er immer davon, dass alles was ambulant machbar ist, ambulant gemacht werden kann. Jeder möchte in der Regel so schnell wie möglich nach Hause gehen. Und für all diejenigen, die dazwischen liegen. Und es gibt tatsächlich eine Reihe von Indikationen würden wir ein solches integriertes Gesundheitszentrum sehen, dass dann solche Angebote eben auch noch machen kann."



Ist dieser Vorschlag reine Theorie?



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Es ist nicht nur Theorie, es gibt schon einige wenige solcher integrierten Gesundheitscenter, die heißen nur anders. Im Ausland ist das Gang und Gebe. Im angloamerikanischen Sprachraum, unter Cottage Hospel oder Regional Medical Center. Insofern ist es etwas, was es bereits gibt. Rechtsformen gibt es hier für auch. Und jetzt geht es darum, Standorte zu identifizieren, wo zum Beispiel Krankenhäuser sind, die vom Träger gar nicht mehr gehalten werden sollen, die klar strukturell defizitär sind und dort ein anderes Angebot für die Versorgung der Bevölkerung zu machen in Kooperation mit den Ärzten aus dem Krankenhaus, mit den Pflegern und medizinischen Fachkräften aus dem Krankenhaus, vielleicht sogar mit Verwaltungsmitarbeitern, sodass man also zwischen den ambulanten Ärzten vor Ort und den statinären da eine Symbiose finden kann."



Wie soll das in die Praxis umgesetzt werden?



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Wir denken das mit den jetzigen Strukturen Projekte möglich sein müssen, die werden vermutlich am Anfang über die IV Finanzierungen direkt mit den Kassen verhandelt werden müssen, da es noch keine Rahmenbedingungen gibt und auch noch keine Gebührenordnung, die diesen intermediär Sektor abbildet. Das heißt wir bräuchten jetzt tatsächlich eine Reihe von Piloten, Projekten, bei denen das Projekt validiert werden kann. Wir gehen davon aus, dass das relativ schnell geschehen kann und das wir dann auch mit den internationalen Versorgungsformen dieser Art sehr schnell auch ein standardisiertes Modell daraus machen können. Die Universität Bayreuth hat vorgelegt, hat mit ihrem Konzept eine sehr gute Matrix geschaffen, aus der modular solche Zentren entstehen können. Die Studie hat dafür 75 Häuser oder Standorte identifiziert, die besonders geeinigt erscheinen, unter Rücksichtnahme auf alle möglichen und faktischen und politischen Faktoren. Und ich denke die Regionen wissen selber inzwischen ganz gut, um welche Standorte es da geht und werden jetzt in den Dialog treten mit den Politikern, den Krankenhausträgern und den Kollegen und Kolleginnen vor Ort."



Was kann das jeweils für die Region bedeuten?



Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Es ist eigentlich sehr interessant. Die Studie hat insbesondere gezeigt, dass die große Angst vor der Schließung solcher kleinen Krankenhäuser, was die regionale Wirtschaft angeht, gar nicht begründet ist, wenn eine andere Form der Versorgung gebraucht wird. Also es geht nicht darum, einfach Standorte zu schließen oder zu verlegen, sondern tatsächlich zu schauen, wo ist regional ein medizinisches Angebot nötig und möglich, wo können die Kräfte gebündelt werden, die Ressourcen zusammengezogen werden, da wir alle ja zu wenig Ressourcen haben. Es gibt zu wenig Ärzte und Ärztinnen und es gibt zu wenig Pflegepersonal. Und mit dem verhandelnden Personal muss die Versorgung eben abgedeckt werden und da ist es sinnvoll die Strukturen zu verschlanken und tatsächlich so zu machen, dass sie das abdecken, was an Bedarf da ist."

Zu viele kleine Krankenhäuser, dennoch Unterversorgung vor allem in ländlichen Regionen. Eine Lösung: Sie in Intersektorale Gesundheitszentren umzuwandeln. Dies kann ein Gewinn für alle Seiten sein und die Versorgung wirklich voranbringen. So heißt es in einem Gutachten, das die KBV in Auftrag gegeben hat. Wie diese Zentren genau aussehen sollen, erläutert Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.

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