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aktualisiert am 13.06.2017

Gesundheitsvorsorge

Reiseschutzimpfung

Schutz vor unerwünschten Reisesouvenirs

Die Gefahr, eine Infektionskrankheit als Reisesouvenir mit nach Hause zu bringen, ist größer als viele Reisende denken. Nicht wenige Touristen infizieren sich vor allem in Ländern mit einem warmen oder tropischen Klima mit Krankheitserregern, die dort verbreitet sind. Dabei gibt es für viele solche Erkrankungen einen wirksamen Schutz: die Impfung oder die medikamentöse Vorbeugung.

Besonders bei Fernreisen sollten diese Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig eingeplant werden. Aber selbst bei Reisen innerhalb Deutschlands kann eine zusätzliche Impfung sinnvoll sein: Wer zum Wandern z.B. nach Baden-Württemberg, Bayern oder Thüringen fährt, sollte gegen die von Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) geimpft sein.

In jedem Fall gilt: Lieber sich spät als gar nicht impfen lassen. Auch bei einer Last-Minute-Reise sollten sich Urlauber um eine gute Vorsorge kümmern.

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Eine Reise ist eine gute Gelegenheit, um vom Arzt den Standardimpfschutz überprüfen zu lassen und sich über empfohlene beziehungsweise notwendige Reiseimpfungen zu informieren. Die richtige Vorsorge ist dabei abhängig vom Reiseziel, der Art der Reise (Pauschalreise oder Trekking-Tour) und dem persönlichen Risiko, etwa aufgrund einer Schwangerschaft oder einer Vorerkrankung. Kinder sollten prinzipiell den gleichen Impfschutz wie Erwachsene erhalten.

Zu beachten ist außerdem, dass für die Einreise in einigen Ländern eine sogenannte Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten (beispielsweise Gelbfieber) bestehen kann. Auch bei Zwischenaufenthalten im Transit sollte die dort bestehende Impfpflicht berücksichtigt werden.

Die reisemedizinische Beratung liefert darüber hinaus wichtige Informationen zur Vorbeugung von Krankheiten. Hierzu zählen zum Beispiel Hygiene-Tipps zur Vermeidung von Reisedurchfall und der Schutz vor Insekten, die in einigen Regionen der Welt gefährliche Krankheiten wie Malaria übertragen.

Die richtige Zeitplanung

Reisende sollten sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt über den passenden Impfschutz und weitere Vorsorgemaßnahmen beraten lassen. So bleibt noch genügend Zeit, den nötigen Impfschutz aufzubauen. Denn für einen wirksamen Schutz sind manchmal mehrere Impfungen notwendig. Auch dauert es meist einige Tage, seltener bis zu vier Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist.

Kosten

Generell werden die Kosten für Reiseimpfungen nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen und müssen privat getragen werden. Viele Krankenkassen bieten die Kostenübernahme jedoch als freiwillige Zusatzleistung an, beispielsweise Impfungen gegen Hepatitis A und B, gegen Cholera, FSME, Gelbfieber, Tollwut und Typhus.

Bei Reisen, die ein Versicherter aus anderen Gründen – zum Beispiel beruflich – unternimmt, sieht die Lage anders aus. Sofern ein erhöhtes Infektionsrisiko anerkannt ist, wird die Impfung übernommen, sofern nicht der Arbeitgeber hierzu verpflichtet ist.

Die wichtigsten Reiseschutzimpfungen im Überblick

Die Ausführungen zu den einzelnen Reiseschutzimpfungen basieren unter anderem auf Informationen des Auswärtigen Amtes.

Cholera

Die Cholera ist eine schwere, bakterielle Darmerkrankung, die tödlich enden kann. Die Erreger werden mit dem Stuhl oder Erbrochenen von erkrankten Menschen ausgeschieden und können dann über Schmierinfektionen bei engem Kontakt zu Erkrankten oder über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser bzw. rohe Lebensmittel übertragen werden.

Das Erkrankungsrisiko ist für Touristen auch bei Langzeitaufenthalten sehr gering. Strikte Einhaltung der Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen.

Impfempfehlung

Die Infektionskrankheit tritt in Ländern mit eingeschränkten hygienischen Bedingungen (z.B. in Afrika, Asien und Südamerika) immer wieder epidemieartig auf. Reisende in die Risikogebiete sollten sich bezüglich einer Choleraimpfung beraten lassen.

Hauptsächlich choleragefährdet sind Abenteuer-, Rucksack- oder Trekking-Reisende, die sich in tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten der Cholera aufhalten sowie Personen mit engem Kontakt zu Erkrankten, z. B. in Krankenhäusern oder Flüchtlingslagern.

Impfung

Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene können sich mit einem Schluckimpfstoff vor Cholera schützen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Dosen, bei Kindern von zwei bis sechs Jahren aus drei Dosen. Diese sind in Abständen von mindestens einer Woche zu verabreichen.

Die Impfung sollte mindestens eine Woche vor einer möglichen Ansteckungsgefahr abgeschlossen sein. Die Dauer des Impfschutzes variiert je nach Alter und beträgt bei Kindern ungefähr sechs Monate und bei Erwachsenen circa zwei Jahre.

FSME (Zecken-Hirnhautentzündung)

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einigen Patienten mit einer Entzündung von Gehirn und Gehirnhäuten (Meningoenzephalitis) einhergeht.

Übertragen wird die Krankheit in der Regel durch den Stich einer infizierten Zecke in Risikogebieten.
Neben allgemeinen Schutzmaßnahmen wie dem Absuchen des Körpers nach einem Waldbesuch kommt die aktive Impfung als vorbeugende Maßnahme in Frage.

Impfempfehlung

Eine Schutzimpfung wird bei Reisen in FSME-Risikogebiete innerhalb und außerhalb Deutschlands empfohlen. Den zuverlässigsten Schutz gegen die FSME bietet die FSME-Schutzimpfung. Diese wird von der STIKO empfohlen für:

  • Personen, die in Risikogebieten wohnen oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben und
  • Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei gegenüber Zecken

exponiert sind.

Das Robert Koch-Institut informiert in regelmäßigen Abständen über die Ausbreitung der FSME und benennt in diesem Zusammenhang die Regionen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko. Für diese betroffenen Gebiete spricht es Impfempfehlungen aus.

In Deutschland besteht weiterhin ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), und seit 2014 mit dem LK Vogtlandkreis auch in Sachsen.

FSME-Endemiegebiete in Europa befinden sich in Mitteleuropa (Österreich, Polen, Tschechische und Slowakische Republik), in Nordeuropa (baltische Länder, Süd- und Mittelschweden, Südküste Norwegens und Finnlands, in Teilen Dänemarks und im europäischen Teil Russlands) sowie in Südosteuropa (Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien). Von geringerer Bedeutung sind Frankreich (Elsass), Italien (Trentino) und Griechenland (Einzelfälle).

Impfung

Für einen vollständigen Impfschutz sollten drei Impfungen erfolgen. Nach der ersten sollte die zweite Dosis nach ein bis drei Monaten und die dritte nach neun bis zwölf Monaten verabreicht werden. Der Schutz hält drei bis fünf Jahre, danach sollte eine Auffrischimpfung erfolgen.

Hinweis

Bei einem Zeckenstich vor der zweiten Teilimpfung kann nicht sichergestellt werden, dass der Ausbruch der FSME verhindert wird.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine lebensbedrohliche Virusinfektion, die durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird. In Gebieten mit Vorkommen von Gelbfieber ist eine Übertragung in ländlichen aber auch in städtischen Regionen möglich. Im Verlauf der Krankheit können Leber und Nieren stark geschädigt werden.

Impfempfehlung

Das Virus kommt auf dem afrikanischen wie auch dem amerikanischen Kontinent in einem breiten Gürtel entlang des Äquators vor. Da Gelbfieber-Erkrankungen plötzlich und nicht vorhersehbar in den Infektionsgebieten auftreten können, wird die Impfung aus medizinischen Gründen bei allen Aufenthalten in Gelbfiebergebieten empfohlen.

Einige Länder, darunter zahlreiche asiatische, aber auch europäische, verlangen die Impfung bei der Einreise aus Infektionsgebieten, um die Einschleppung in ihr Land zu verhindern.

Impfung

Der Impfstoff sollte mindestens zehn Tage vor Einreise in ein Endemiegebiet verabreicht werden, da vor Ablauf dieser Zeit möglicherweise kein ausreichender Impfschutz aufgebaut wird. Der Impfschutz hält nach der einmaligen Impfung bei immungesunden Erwachsenen lebenslang. Bestimmte Personengruppen (z.B. Kinder unter zwei Jahren, Schwangere, Immungeschwächte) können von einer Auffrischimpfung (nach zehn Jahren) profitieren, da bei ihnen die Immunantwort abgeschwächt sein kann und deshalb nach einmaliger Impfung möglicherweise kein lebenslanger Schutz besteht.

Hinweis

Die Gelbfieberimpfung kann nur in ausgewiesenen Impfstellen durchgeführt werden und muss in einen Internationalen Impfausweis eingetragen werden.

Bei z.B. chronischen Erkrankungen der Leber, Alter über 60 Jahre und chronischen neurologischen Erkrankungen muss durch den impfenden Arzt eine besonders sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Gleiches gilt für Schwangere und Frauen in der Stillzeit.

Wenn aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht möglich ist, kann eine Impfbefreiung im Internationalen Impfausweis von der Gelbfieberimpfstelle ausgestellt werden. Die Länder mit Impfpflicht sind zur Anerkennung dieses Zeugnisses nicht verpflichtet.

Im Extremfall kann bei Einreise Nachimpfung, Quarantäne oder Zurückweisung erfolgen.

Hepatitis A

Die Hepatitis A ist eine weltweit vorkommende Virusinfektion der Leber. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden und die Infektion wird dann von Mensch zu Mensch durch engen sozialen Kontakt (Berührung), durch die Nahrung (z.B. Muscheln, Eis oder Salat), durch infiziertes Wasser oder nicht gekochte Speisen direkt übertragen.

Impfempfehlung

Eine Hepatitis A-Impfung ist insbesondere für Reisende in entsprechende Risikogebiete (u.a. die meisten tropischen Gebiete in Asien und Afrika, Mittel- und Südamerika, der Mittelmeer-raum und Osteuropa) anzuraten.

Impfung

Impfung in zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Schützende Antikörper entstehen bei den meisten Geimpften 12-15 Tage nach der ersten Impfdosis. In Anbetracht der langen Inkubationszeit der Hepatitis A kann die Impfung daher auch noch kurz vor der Reise und sogar kurz nach einer Exposition sinnvoll sein.

Hinweis

In Deutschland ist ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B zugelassen. Dieser muss - wegen der Hepatitis B-Komponente - dreimal verimpft werden (2. Impfung nach 4 Wochen, 3. Impfung nach 6-12 Monaten).

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine weltweit, besonders in den Tropen verbreitete Virusinfektion der Leber. Die Virusinfektion führt zu Funktionseinschränkungen der Leber und kann in eine chronische Lebererkrankung (in bis zu zehn Prozent der Erkrankungen) münden.

In seltenen Fällen kann es auch zu Todesfällen in der akuten Phase der Erkrankung kommen.
Die Infektion erfolgt in der Regel durch Sexualkontakte, gelegentlich auch durch Tätowierungen, Spritzen, Kanülen oder Bluttransfusionen.

Impfempfehlung

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen.

Impfung

Den besten Schutz vor Hepatitis B bietet die Impfung. Für die Grundimmunisierung braucht man drei Teilimpfungen, die ersten beiden im Abstand von vier bis sechs Wochen, die dritte nach einem halben bis einem Jahr. Muss der Impfschutz besonders schnell aufgebaut werden, gibt es Schemata zur Schnellimmunisierung.

Hinweis

Es ist auch eine Kombinationsschutzimpfung gegen Hepatitis A und B möglich.

Japan-Enzephalitis (JE)

JE ist eine durch ein Virus verursachte Entzündung des Gehirns. Übertragen wird das Virus durch den Stich bestimmter Mücken. Die Mücken stechen meist in der Abenddämmerung und nachts.

Der Schutz vor Mückenstichen mit Sprays bzw. Cremes (sogenannte Repellentien) in den entsprechenden Regionen stellt eine wichtige Vorbeugemaßnahme dar.

Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt, aber in circa 0,5 Prozent kann es zu schweren Hirnentzündungen mit bleibenden Schäden und auch mit tödlichem Verlauf kommen.

Die Risikogebiete reichen von Ostasien (Ostsibirien, Korea, Japan, Guam, China, Taiwan) über Südostasien (Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Brunei, Philippinen und Indonesien) bis nach Südasien (Bangladesch, Nepal, Indien, Pakistan), und über Papua Neuguinea bis an die Nordspitze Australiens.

Impfempfehlung

Die Impfung wird Reisenden empfohlen, die häufig in die oben genannten Regionen reisen und/oder dort längere Zeit verbringen.

Die Impfung wird insbesondere auch dann empfohlen, wenn Risikofaktoren vorliegen (z.B. Alter über 50 Jahre, Kinder, Immundefizienz, Diabetes, chronische Nierenerkrankungen).

Impfung

Der gut verträgliche Impfstoff kann für Erwachsene und Kinder vom zweiten Lebensmonat an verwendet werden. Kinder, die bei der Impfung jünger als drei Jahre sind, werden zweimal mit der halben Dosis (0,25 ml) geimpft. Im Beipackzettel gibt es Hinweise, wie die Impfdosis abgemessen werden kann.

Erwachsene und Kinder, die älter als drei Jahre sind, erhalten zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen mit jeweils einer Erwachsenendosis (0,5 ml). Für Erwachsene, die sich länger in Risikogebieten aufhalten, empfiehlt der Hersteller eine Auffrischimpfung zwölf Monate nach der Grundimmunisierung. Danach hält der Impfschutz zehn Jahre an.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren fehlen aktuell noch Daten, die eine hinreichende Schutzwirkung nach der ersten Auffrischimpfung über zwei Jahre hinaus belegen. Weitere Auffrischimpfungen müssen daher unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung im Einzelfall geprüft werden.

Neu ist ein Kurzzeit-Impfschema für Erwachsene ab 18 Jahren bei kurzer Vorbereitungszeit: an den Tagen 0 und 7 geimpft hält der Schutz ein Jahr, danach muss eine weitere Impfung gegeben werden, um eine Schutzdauer von zehn Jahren zu erreichen.

Grundsätzlich sollte aber nach Möglichkeit das klassische Impfintervall der Grundimmunisierung (Tag 0 und 28) eingehalten werden.

Malaria

Die Malaria wird durch Parasiten (sogenannte Plasmodien) verursacht. Die Schwere der Erkrankung wird zum einen durch die Parasitenart, zum anderen über die Menge der Parasiten im Blut bestimmt.

Die Übertragung der Malariaerreger erfolgt in erster Linie über die dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücke.

Malariavorbeugung (Prophylaxe)

Es gibt noch keinen Impfstoff gegen Malaria. Reisende können das Risiko, an Malaria zu erkranken aber verringern. Mit konsequentem Mückenschutz und – wenn nötig – zusätzlich mit Einnahme der für die Region empfohlenen medikamentösen Vorbeugung sind Urlauber auf der sicheren Seite.

Einen absoluten Schutz vor Malaria gibt es nicht. In Regionen mit hohem Malariarisiko wird die vorbeugende Tabletteneinnahme dringend empfohlen. Ein hohes Malariarisiko besteht beispielsweise in Zentralafrika, einigen Gebieten in Südasien und Südamerika.

Meningokokken-Meningitis

Die Meningokokken-Meningitis ist eine akute durch Tröpfchen, d.h. schon bei relativ distanzierten Kontakten (wie Husten im dichten Gedränge oder im Gespräch), übertragene Infektionserkrankung, die besonders die Hirnhäute befällt und durch Bakterien ausgelöst wird.

Bei den Bakterien kann man verschiedene Untergruppen (u.a. A, B, C, Y, W-135) unterscheiden. In Europa treten vor allem die Untergruppen B (circa 69 Prozent) und C (circa 27 Prozent) auf. In Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika kommen überwiegend die Gruppen A und C vor.

Impfempfehlung

Reisende mit intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in gefährdeten Regionen sowie Entwicklungshelfer und medizinisches Personal sollten sich impfen lassen.

Der sogenannte "Meningitisgürtel", der sich in der Sahelzone Afrikas von Ost nach West zieht, stellt ein Gebiet mit erhöhter Infektionsgefahr dar, in dem es in regelmäßigen Abständen – in Abhängigkeit von Trocken- und Regenzeiten – zu Ausbrüchen kommt.

Des Weiteren bilden auch Nordindien, Nepal und die Mongolei sowie Großstädte Südamerikas und Mekka in Saudi-Arabien Regionen, in denen es gehäuft zu Meningokokken-Meningitis-Fällen kommt.

Impfung

Für die meisten Untergruppen der Meningokokken-Meningitis gibt es Impfstoffe, die meist gut verträglich sind.

Tollwut

Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung bei Säugetieren und Menschen. Der Tollwuterreger wird vor allem durch Biss- oder Kratzverletzungen übertragen, es kann aber auch durch bloßen Speichelkontakt bei vorgeschädigter Haut (z.B. Verletzung, Entzündung) zu einer Infektion kommen.

Überträger sind nicht nur Hunde und Füchse, sondern auch zahlreiche andere Tiere, wie z.B. Katzen, Mäuse, Rinder, Fledermäuse und Ratten.

Tollwütige Tiere müssen nicht aggressiv sein. Es gibt auch eine „stille Wut“, bei der das Tier eher lethargisch und hilfsbedürftig wirkt.

Impfempfehlung

Da eine ausgebrochene Tollwuterkrankung nicht medikamentös behandelt und therapiert werden kann und sie immer tödlich verläuft, sollten sich Reisende (v.a. bei Langzeitaufenthalten oder Abenteuerreisen) in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung, u.a. Indien, China, Südostasien (z.B. Thailand, Vietnam), Südamerika, Teile der USA und Osteuropa sowie tropisches Afrika, unbedingt vor Abreise impfen lassen.

Es ist oft auch fraglich, ob vor Ort ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.

Wichtiger Tipp

Kinder sind aufgrund ihrer Nähe zu Tieren in aller Regel besonders gefährdet und sollten daher bei entsprechenden Reisen gegen Tollwut geimpft sein.

Impfung

Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Dosen an den Tagen 0, 7 und 21 (bzw. 28).

Hinweis

Nach einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier muss eine sofortige Wundreinigung erfolgen und trotz vorheriger Grundimmunisierung noch zweimal (am Tag des Bisses und drei Tage später) nachgeimpft werden.

Typhus

Diese weltweit verbreitete Infektion wird durch Bakterien (spezielle Salmonellen) verursacht. Typhusbakterien gelangen mit dem Stuhl von frisch erkrankten Personen oder von gesunden Dauerausscheidern in die Umwelt. Sie können Wasser oder Lebensmittel kontaminieren und sich so als fäkal-orale Infektion ausbreiten.

Daher sollte unbedingt auf eine persönliche Hygiene (insbesondere im Toilettenbereich) sowie auf eine intensive Hygiene im Bereich Essen und Trinken geachtet werden.

Impfempfehlung

Empfohlen wird eine Impfung für Reisende in alle tropischen und subtropischen Länder mit eingeschränkten hygienischen Bedingungen (insbesondere in Indien, Nordafrika, Latein- und Südamerika) und für Personen mit bestehenden, chronischen Darmerkrankungen.

Auch in Ländern mit erhöhtem Vorkommen von Typhus ist die Übertragungswahrscheinlichkeit bei Pauschalreisen eher gering. Gefährdet sind vor allem Rucksack-, Abenteuer- und Trekking-Reisende.

Impfung

Es gibt Impfstoffe zum Schlucken (drei Kapseln innerhalb von fünf Tagen für Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten fünften Lebensjahr) und zur Injektion (eine Dosis für Erwachsene und Kinder ab vollendeten zweiten Lebensjahr).

Die Impfung sollte zehn Tage vor Typhus-Expositionsrisiko abgeschlossen (Kapseln) bzw. mindestens zwei Wochen vor Typhus-Expositionsrisiko (Injektion) verabreicht sein. Beide Impfstoffe können nur etwa 70 Prozent der Impflinge zuverlässig schützen. Der Schutz hält zwei bis drei Jahre, bevor er aufgefrischt werden muss.

Zika-Virus-Infektion

Das Zika-Virus (ZIKV) wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung geht mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Sehr häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen.

Seit September 2015 gab es vermehrt Berichte aus Brasilien, dass der deutliche Anstieg von Fällen einer sogenannten Mikrozephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren häufig einhergehend mit geistiger Behinderung) und auch andere (neurologische) Störungen in der intrauterinen Kindesentwicklung mit einer Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft vergesellschaftet sind. Der Zusammenhang mit der ZIKV-Infektion wird als sicher eingestuft.

Bislang existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Das Auswärtige Amt hat ein Merkblatt für Beschäftigte und Reisende mit ausführlichen Informationen erstellt.