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Resolution zur Notfallversorgung verabschiedet

19.09.2019 - In einer Resolution zur Notfallversorgung hat sich die KBV-Vertreterversammlung einstimmig zum kompletten Sicherstellungsauftrag bekannt - und damit ausdrücklich auch für die sprechstundenfreie Zeit zwischen 18 und 8 Uhr.

Damit reagierte die KBV-Vertreterversammlung vergangenen Freitag auf ein Notfallreformgesetz, das vom Bundesministerium für Gesundheit angekündigt wurde, bisher aber ausschließlich als „Diskussionsentwurf“ bekannt ist. Zwar kenne man „nur erste Schemen“, erläuterte KBV-Vorstandchef Dr. Andreas Gassen. Diese ließen aber nicht nur Gutes erahnen.

„Die mögliche Aufkündigung des Sicherstellungsauftrags für die sprechstundenfreie Zeit könnte Konsequenzen haben, über die sich im Augenblick mancher noch im Unklaren ist“, sagte er und fügte hinzu: „Verlieren die Vertragsärzte das im Sicherstellungsauftrag verbriefte Recht auf die Exklusivität der ambulanten Versorgung, muss der Sicherstellungsauftrag wohl insgesamt in Frage gestellt werden. Ob man das will?“

Zum Sicherstellungsauftrag beim KV-System fand Gassen deutliche Worte: „Wenn man das in Zukunft so nicht mehr möchte, dann müssen wir das akzeptieren – aber: wir wollen dann nicht ein bisschen mitmachen, wir sind dann ganz raus“.

Gassen: Nehmen Sicherstellungsauftrag ernst, deshalb Kampagne

Wie ernst das KV-System den Sicherstellungsauftrag bisher nehme, zeige das große Engagement beim Bereitschaftsdienst. Hier wurde Ende August die bislang größte Werbe- und Informationskampagne für den ärztlichen Bereitschaftsdienst gestartet. Ziel ist es, die bundesweite Nummer 116117 in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Ab 1. Januar 2020 können sich Patienten mit akuten Beschwerden sogar rund um die Uhr an die 116117 wenden. Medizinisch geschulte Mitarbeiter stellen mithilfe eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens fest, wie dringlich eine Behandlung ist und wo sich der Patient hinwenden kann.

Patienten werden im KV-System individuell geleitet

„Was wir mit der 116117 und der dazugehörigen App schaffen, ist nicht weniger als eine kleine Revolution der ambulanten Versorgung“, betonte Gassen vor den Delegierten in Berlin.

„Wir steigen damit in eine bedarfsgerechte Verteilung der knappen ärztlichen Kapazitäten ein und stimmen sie auf die Nachfrage und das Behandlungsbedürfnis unserer Patienten ab.“ Die Patienten würden individuell in die für sie geeignete Versorgungsebene geleitet. Gassen: „Wenn das etabliert ist, haben wir etwas erreicht, was einzigartig auf der Welt ist.“

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