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Stand 20.02.2020

Prävention

Masernschutzimpfung

Dies ist die Geschichte eines Virus, das die Menschheit schon seit Langem tyrannisiert - Die Masern.
Wann sie das erste Mal auftauchten, weiß keiner so ganz genau. Fest steht: In größeren Städten, in denen Menschen eng beisammen leben, konnten sie sich gut ausbreiten.
Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Über kleinste Tröpfchen übertragen sie sich von Mensch zu Mensch.
Mit der Zeit hat diese skrupellose Virenbande das Leben von Millionen Menschen gefordert.
1963 gelingt schließlich die Entwicklung eines Impfstoffes, der das Virus seit den 70ern auch in Deutschland erfolgreich bekämpft.
Hier könnte die Geschichte zu Ende sein - Doch das Virus erlebt gerade ein Comeback.
Zu wenige nutzen die Chance, sich und andere durch eine Impfung zu schützen. Von den Menschen zwischen 18 und 44 Jahren sind vier von zehn nicht ausreichend geschützt. Zu viele denken, die Masern seien eine harmlose Kinderkrankheit. Doch das ist falsch.
Derzeit betreffen etwa die Hälfte der Masernfälle Jugendliche und Erwachsene. Typisch für Masern ist der Hautausschlag mit Flecken am ganzen Körper. Schon vorher können grippeähnliche Symptome auftreten, wie Fieber oder Husten. Nach etwa zwei Wochen sind die Meisten wieder vollständig geheilt.
Aber eben nur die Meisten. Die Masern machen das Immunsystem anfälliger, beispielsweise für eine Mittelohrentzündung oder Bronchitis. In manchen Fällen kommt es sogar zu einer Lungenentzündung, die tödlich enden kann.
Selten - bei 10 von 10.000 - Masern-Patienten kann es zu einer Gehirnentzündung kommen. Von diesen zehn sterben durchschnittlich bis zu zwei. Und zwei bis drei tragen schwere Folgen davon, wie geistige Behinderungen oder Lähmungen.
Umso wichtiger ist es, sich durch eine Impfung zu schützen, um gar nicht erst an Masern zu erkranken.
Kinder sollten zweimal geimpft werden: ab dem Alter von elf Monaten bis zum Ende des 2. Lebensjahres. Erst dann besteht ein vollständiger Impfschutz.
Bei vielen Erwachsenen besteht Nachholbedarf für die Impfung. Wichtig ist das auch für Frauen mit Kinderwunsch: Während einer Schwangerschaft ist das Impfen nicht möglich. Werdende Mütter, die immun sind, schützen aber automatisch auch ihr Kind in den ersten Lebensmonaten.
Eine Ansteckung mit dem Masern-Virus kann – wie wir gesehen haben - sehr gefährlich sein. Das Risiko von Nebenwirkungen ist hingegen extrem gering. Die Impfung kann in wenigen Fällen zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle auslösen, oder Schmerzen und Fieber.
Eine Impf-Pflicht besteht für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen. Auch Kinder müssen für die Kita oder die Schule beide Impfungen nachweisen können.
Das Masern-Virus könnte längst ausgerottet sein. Doch noch immer erkranken und sterben Menschen an einer Krankheit, gegen die man impfen kann. Zeit, das zu ändern. Lassen Sie beim nächsten Arztbesuch Ihren Impfpass checken. Masern gehören nicht in unser Leben, sondern in die Geschichtsbücher.

Die Masern sind sehr ansteckend und weit mehr als eine harmlose Kinderkrankheit. Eine zweimalige Impfung schützt zuverlässig. Dennoch kommt es immer wieder zu Ausbrüchen.

Erwachsene oft nicht ausreichend geschützt

In Deutschland sind nach wie vor zu wenig Menschen gegen Masern geimpft. Etwa die Hälfte der Masernfälle betreffen Jugendliche und Erwachsene, die gar nicht oder nicht ausreichend geimpft sind.

Um die Masern zu besiegen, müssen deshalb vor allem Impflücken – besonders auch bei Jugendlichen und Erwachsenen – geschlossen werden. Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben unter den 18 bis 44-Jährigen nur 56,9 Prozent die erste Masernimpfdosis erhalten, noch weniger Menschen die zweite Impfung.

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Aktuelle Impfempfehlung der STIKO

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen nach 1970 geborenen Erwachsenen in folgenden Fällen eine einmalige Impfung gegen Masern:

  • wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind
  • wenn sie nur einmal in der Kindheit geimpft wurden
  • wenn der Impfstatus gegen Masern unklar ist

Bei Kleinkindern empfiehlt die STIKO, die Grundimmunisierung (1. und 2. Impfung) bereits im zweiten Lebensjahr abzuschließen. Dabei soll die erste Masernimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten – bei frühzeitigem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (Kindertagesstätte) ab 9 Monaten – und die zweite Impfung zwischen 15 und 23 Monaten erfolgen. Danach besteht ein vollständiger Impfschutz.

Nach einer Studie des Robert Koch-Instituts waren 2013 92,6 Prozent aller Schulanfänger zweimal gegen Masern geimpft. Um das Masernvirus zu eliminieren, ist jedoch eine Impfquote von 95 Prozent erforderlich.

Impfung bei Frauen mit Kinderwusch

Frauen sollten vor einer Schwangerschaft über einen Schutz vor Masern verfügen, da eine Infektion mit Masern während der Schwangerschaft die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt erhöht. Und Frauen, die gegen Masern immun sind, schützen automatisch auch ihr Kind in den ersten Lebensmonaten, in denen es noch nicht geimpft werden kann (Nestschutz).

Bestenfalls erfolgt eine noch fehlende Impfung mindestens drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft. Das gilt auch für Frauen, die bereits einmal gegen Masern geimpft wurden. Während der Schwangerschaft ist die Impfung nicht mehr möglich (Lebendvakzine).

Infomaterial für Praxen und Patienten

Rechtliche Grundlagen