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Stand 22.09.2021

Prävention

Gesundheitsuntersuchung Check-up – Neu: Screening auf Hepatitis B und C

Ab 1. Oktober 2021 ist das Hepatitis-Screening eine Kassenleistung. Versicherte ab 35 Jahren haben dann einmalig den Anspruch, sich auf die Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C als Bestandteil des sogenannten „Check-ups“ (Gesundheitsuntersuchung) testen zu lassen. Ziel ist es, durch das Screening unentdeckte, weil zunächst symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen zu erkennen und frühzeitig zu behandeln, um teils gravierende Spätfolgen zu verhindern.

Dazu hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Februar 2021 die Richtlinie über die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie) angepasst. Im August 2021 wurde das Screening auf Hepatitis B und C durch einen entsprechenden Beschluss des Bewertungsausschusses in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Screening auf Hepatitis B Und C

Anspruch auf das Hepatitis-Screening

Versicherte ab 35 Jahren haben einmalig den Anspruch, sich auf die Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C als Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung testen zu lassen.

Zusätzlich hat der G-BA eine Übergangsregelung in die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie aufgenommen: Bei Versicherten, die in den letzten drei Jahren vor Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses – also im Zeitraum vom 13. Februar 2018 bis 30. September 2021 – einen Check-up in Anspruch genommen haben, kann das Screening auch separat erfolgen. Damit soll allen Versicherten zeitnah das neue Angebot zur Verfügung stehen. Ansonsten können Versicherte das Hepatitis-Screening beim nächsten regulären Check-up in Anspruch nehmen.

 

Aufklärung

Vor dem Screening auf das Hepatitis-B-Virus (HBV) soll der Impfstatus erfragt werden. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich und wird von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) seit 1995 für Säuglinge und Kinder, seit 2013 auch für immungeschwächte Personen empfohlen. Nach einer Impfung gegen Hepatitis B-Virus sind Impfdurchbrüche in seltenen Fällen nicht ausgeschlossen. Gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) gibt es bislang keine Impfung.

Zudem erfolgt im Zusammenhang mit dem Screening eine Information der bzw. des Versicherten über Risiken für eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion.

Untersuchungsmethode

Beim Hepatitis-B-Screening wird das Blut zunächst auf das Oberflächenprotein HBsAg als Marker für eine chronische Infektion untersucht. Bei einem positiven Befund wird dieselbe Blutprobe auf HBV-Erbgut (HBV-DNA) zum Nachweis einer aktiven Infektion mit Hepatitis B getestet. Eine aktive Infektion kann mit einer antiviralen Therapie behandelt werden.

Beim Hepatitis-C-Screening werden zuerst im Blut HCV-Antikörper gesucht. Bei positivem Befund wird dieselbe Blutprobe auf Hepatitis C-Virus-Nukleinsäure (HCV-RNA) getestet. Ist keine HCV-RNA nachweisbar, ist die Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeheilt.

Beauftragung der Laborleistung auf Muster 10

Die Beauftragung der Laborleistungen für das Screening auf Hepatitis B und/oder Hepatitis C erfolgt über das Muster 10 unter Angabe von „Präventiv“.

Vergütung

Neue GOP für das Hepatitis-Screening

Für die Inanspruchnahme des Screenings auf eine Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Infektion wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 01734 (41 Punkte/4,56 Euro) als Zuschlag zur GOP 01732 – Gesundheitsuntersuchung bei über 18-Jährigen – aufgenommen. Die neue GOP ist bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr einmalig berechnungsfähig.  

Für die Übergangsregelung gibt es die neue GOP 01744 (41 Punkte/4,56 Euro), befristet bis zum 31. Dezember 2023.

Neue GOP für Laborleistungen

Für die Eingangsuntersuchung wird die GOP 01865 (105 Punkte/11,68 Euro) in den EBM aufgenommen. Die entsprechende Bestätigungsdiagnostik bei einem positiven Ergebnis ist als Zuschlag zur GOP 01865 mit den GOP 01866 (Bestimmung Hepatitis-B-Virus-DNA/805 Punkte/89,55 Euro) und 01867 (Nukleinsäurenachweis von Hepatitis-C-Virus-RNA/360 Punkte/40,05 Euro) abgebildet.

Die Abrechnung der GOP 01865 bis 01867 setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor (Paragraf 135 Abs. 2 SGB V) voraus. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.