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Stand 09.04.2019

Prävention

Aus Check-up 35 wird Gesundheitsuntersuchung: das ändert sich

Warum hat man die Gesundheitsuntersuchung geändert?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ja, das ist natürlich die Kernfrage, die sicher alle bewegt. Der Gesetzgeber hat mit dem Präventionsgesetz klar vorgegeben, dass die Gesundheitsuntersuchung geändert werden muss und er hat sogar im Gesetz mehrere Dinge detailliert geregelt, nämlich dass die Frequenz, die Frist geändert werden muss und dass auch der Inhalt angepasst werden muss."

Wie wurde das Gesetz umgesetzt?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ja, die Gesundheitsuntersuchung wurde dann im GBA beraten. Das war eine sehr hartnäckige Beratung, weil die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Gemeinsamen Bundesausschuss gefordert hat, dass der Zwei-Jahres-Rhythmus bestehen bleibt. Mit der Forderung konnten wir uns nicht durchsetzen. Leider haben Fachgesellschaften hier auch zu wenig Evidenz gefunden und es wurde verlangt, fünf Jahre als Frist zu nehmen. Wir haben uns schließlich auf drei einigen können, das ist der ganz wesentliche Unterschied: zwischen 35 Jahren oder ab 35 Jahren alle drei Jahre. Gleichzeitig wurden aber die 18- bis 35-Jährigen auch eröffnet, das heißt für 18- bis 35-Jährige gilt, man kann einmal untersuchen in diesem Zeitraum. Das sind die großen Änderungen. Kleine Änderungen, die mit eine Rolle spielen, auch im Gesetz gefordert, ist, dass mehr Wert auf Beratung gelegt wird, dass ein Score erhoben wird, ein Risiko-Score, zum Beispiel der PROCAM-Score, um Risiken klassifizieren zu können. Es wurden kleine Änderungen im Labor gemacht, die auch wissenschaftlich, medizinisch gut zu begründen sind. So wurde zum Beispiel das Lipid-Spektrum erweitert auf Cholesterin-Triglyceride. Und die Kosten wurden entsprechend angepasst: 1,84 Euro für die Untersuchung und von 25 Cent auf 1 Euro im Labor, sodass also auch diese Aufwände abgebildet sind. Erfreuliche Nebennachricht: Es muss nicht mehr auf dem Formular 30 dokumentiert werden. Der Arzt muss nur noch in seiner ganz normalen Praxis-PVS die Dokumentation machen.

Beim Honorar gab es Kritik...

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ja, also kann man erstmal fälschlicherweise rechnen, alle drei Jahre ist natürlich immer ein Jahr länger als alle zwei Jahre. Dazu muss man verschiedene Dinge wissen. Zum einen ist die Zahl derer, die tatsächlich alle zwei Jahre kommen, nur etwa 25 Prozent der Gesamtzahl. Das heißt also, schon dadurch reduziert sich der Ausfall ganz erheblich. Die Punktwertsumme ist aufgewertet worden. Die 18- bis 35-Jährigen waren bisher nicht dabei, sodass wir davon ausgehen, dass das Gesamthonorar für diesen Bereich im Grunde gleich bleiben wird, je nachdem, wie sich die Praxen verhalten und die Patienten verhalten, sogar ein kleines bisschen steigen kann, mindestens aber stabil bleibt."

Was müssen die Praxen beachten?

Dr. Stephan Hofmeister, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Also, es gab natürlich eine kleine Verwirrung und es hat einen zweiten Anlauf gebraucht, um eine Übergangsregelung zu finden. Man war nach dem GBA-Beschluss eigentlich unsererseits davon ausgegangen, dass die Drei-Jahres-Frist erst mit einer neuen Untersuchung zu laufen beginnt. Da hat dann zwischendurch eine andere Rechtsmeinung gegriffen, wir haben aber jetzt eine Übergangslösung mit dem GKV-Spitzenverband vereinbaren können, sodass bis zum 30.9.2019 noch alle Patienten aus 2017 untersucht werden können die schon Termine haben und erst ab dem 1. Oktober 2019 diese Drei-Jahres-Untersuchungsfrist greift, sodass alle Praxen sich gut darauf einstellen können."

Der Check-up 35 heißt jetzt Gesundheitsuntersuchung. Doch nicht nur der Name hat sich geändert, sondern auch das Programm, die Frequenzen und die Vergütung. Dr. Stephan Hofmeister erläutert im Video die Hintergründe zur geänderten Untersuchung und wie es mit einer Übergangslösung für die Praxen aussieht.

Gesundheitsuntersuchung Check-up

Seit 1. April 2019 haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf die Leistungen der neu gestalteten Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene. Der gemeinsame Bundesausschuss hatte die Neugestaltung des Check-ups 2018 beschlossen. Damit setzte er eine Vorgabe aus dem Präventionsgesetz um, das die Überarbeitung der Gesundheitsuntersuchung vorsieht.

Im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung werden noch stärker als bisher gesundheitliche Risiken und Belastungen erfasst und bewertet. Neu ist darüber hinaus, dass Versicherte zwischen vollendetem 18. und vollendetem 35. Lebensjahr einmalig zum Check-up gehen können. Außerdem wurde mit der Neugestaltung des Check-ups auch das Untersuchungsintervall angepasst. Ab dem vollendeten 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte jetzt alle drei und nicht mehr alle zwei Jahre Anspruch auf die Untersuchung.

Übergangsfrist bis Ende September

Hierbei gibt es eine Übergangsregelung: Danach ist es möglich, dass für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt wurde, die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September 2019 terminiert sein kann. Ärzte, die bereits entsprechende Termine vereinbart haben, müssen diese nicht um ein Jahr verschieben.

Für alle Versicherten ab 35, bei denen die letzte Gesundheitsuntersuchung im Jahr 2018 (und später) stattgefunden hat, gilt das neue dreijährige Untersuchungsintervall: Wurde 2018 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up wieder ab dem Jahr 2021 erfolgen. Versicherte, die 2019 den Check-up wahrnehmen, haben 2022 wieder Anspruch auf die Untersuchung.