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Gesundheitsvorsorge

Darmkrebsfrüherkennung

Keine Chance dem Darmkrebs: durch Früherkennung die Krankheit verhindern

Darmkrebs zählt bei Frauen zur zweithäufigsten, bei Männern zur dritthäufigsten Krebsart.

Darmkrebs lässt sich in der Regel nicht nur sehr gut heilen, wenn er früh erkannt wird. Er ist sogar vermeidbar.

Was viele nicht wissen: Ab 50 Jahren haben alle GKV-Versicherte Anspruch auf Beratungen und Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs.

Früherkennungsprogramm ab 50

Darmkrebs wächst sehr langsam über Jahre und unbemerkt, ohne dass der Betroffene davon etwas merkt. Treten Beschwerden auf, ist die Krankheit meist schon fortgeschritten. Dabei nimmt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter zu und Männer sind hier deutlich gefährdeter als Frauen.

Für Menschen ab 50 gibt es deshalb ein Früherkennungsprogramm. Neben Beratungsgesprächen mit dem Arzt gehören dazu der Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und die Darmspiegelung.

Übersicht der Untersuchungsansprüche

Ab 50 Jahren
  • Beratung beim Arzt über Ziel und Zweck des Darmkrebsfrüherkennungsprogramms
  • jährlich: Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl
Ab 55 Jahren
  • Zweite Beratung über Ziel und Zweck des Darmkrebsfrüherkennungsprogramms
  • Patientenaufklärung zur Koloskopie
  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • nach zehn Jahren: zweite Darmspiegelung oder alle zwei Jahre Test auf nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl

Darmkrebs: Früherkennung wird zum Screening

Mit der Vorsorgeuntersuchung kann Darmkrebs im sehr frühen Stadium entdeckt werden…

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Wir gehen davon aus, dass in den letzten neun Jahren etwa 180.000 Fälle von Darmkrebs auf diese Weise verhindert werden konnten. 40.000 in einem Stadium, in dem es noch sehr, sehr gut behandelbar ist bzw. sogar komplett entfernbar ist, erkannt wurden, und nur etwa 4.500 Untersuchungen falsch positiv waren, also zu weiteren Maßnahmen geführt haben, wo es nicht nötig gewesen ist."

Warum wird das Programm erweitert?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Weil es noch nicht ausreichend in Anspruch genommen wird, wie ja häufig bei Vorsorgeprogrammen. Es wird deshalb jetzt als richtiges Screeningprogramm etabliert, das heißt es gibt ein Recht der Patienten darauf und es gibt eine Informationspflicht auch für die Krankenkassen. Die müssen also ihre Versicherten informieren über die Möglichkeit zur Teilnahme alle fünf Jahre ab 50 Jahre für Männer und ab 55 Jahre für Frauen."

Warum hat sich das Alter geändert?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Man hat festgestellt, dass die Männer schon ab 50 ein erhöhtes Risiko, deutlich erhöhtes Risiko haben, während das bei den Frauen erst ab 55 wirksam wird das Risiko.
Die KBV hat noch eine weitgehendere Forderung, nämlich für die Risikogruppen, für Patientinnen und Patienten, die in ihrer Familie unmittelbar Verwandte haben, die an Darmkrebs erkrankt sind. Dort sollte man eigentlich noch wesentlich früher anfangen. Das konnten wir bisher leider nicht durchsetzen."

Für welche Arztgruppen sind die Neuerungen bei der Darmkrebsfrüherkennung relevant?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Na, ganz besonders betroffen sind natürlich die Hausärztinnen und Hausärzte, auch mit ihren Teams. Es wird auch in diesem Programm diesmal darauf geachtet, dass die MFAs, die medizinischen Fachangestellten, schon Teile der Informationsarbeit übernehmen können. Auch betroffen sind natürlich Gynäkologen und Urologen vor allem.
Es gibt dazu reichlich Informationsmaterial. Das wird zum Teil vom GBA jetzt überarbeitet nach den neuen Richtlinien und auch durch die KBV dann zusammengestellt und im Layout fertig gemacht und den Praxen zur Verfügung gestellt. Damit sind die Patienten sehr gut zu informieren. Daneben gibt es dann Links, Verweise im Internet auf entsprechende einschlägige Homepages dazu."

Warum engagiert sich die KBV so stark für die Prävention?

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ja, es ist natürlich immer wichtig, Krankheiten vorzubeugen anstatt sie zu behandeln. Also überall da, wo tatsächlich ein sinnvolles Vorbeugen, ein Früherkennen möglich ist - ist wahrscheinlich das bessere Wort als Vorbeugen - Früherkenn möglich ist, und damit schlimme Konsequenzen vermieden werden können für die Betroffenen und aber natürlich auch Ressourcen geschont werden können. Also in jeder Beziehung besser: Früherkennen oder Vorsorgen als Heilen."

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen und bei Männern. Obwohl er früh erkannt oft heilbar ist, nutzen immer noch zu wenige die Darmkrebsfrüherkennung. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat deshalb beschlossen, sie zukünftig als Screening durchzuführen. Was das genau heißt und was sich sonst noch geändert hat, erläutert Dr. Stephan Hofmeister im Video.

Weitere Videos zum Thema

Weitere Informationen zum Thema

Details zur Darmkrebsfrüherkennung

Für Frauen und Männer zwischen 50 und 54 Jahren

Das Früherkennungsprogramm sieht für Frauen und Männer im Alter zwischen 50 und 54 Jahren eine Beratung beim Arzt über Ziel und Zweck des Darmkrebsfrüherkennungsprogramms sowie jährlich einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (auch Okkultbluttest genannt) vor.

Mit diesem einfachen Test lässt sich feststellen, ob nicht sichtbares (okkultes) Blut im Stuhl vorhanden ist. Sollte dies der Fall sein, könnte dies auf einen blutenden Tumor hindeuten.

Dann empfiehlt es sich, mit einer Darmspiegelung abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt oder andere Gründe wie Hämorrhoiden die Ursache sind.

Für Frauen und Männer ab 55 Jahren

Ab 55 Jahren hat jeder GKV-Versicherten Anspruch auf eine präventive Darmspiegelung (Koloskopie). Die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Ist der Befund der ersten Darmspiegelung unauffällig, kann nach zehn Jahren eine weitere Koloskopie durchgeführt werden. Alternativ ist alle zwei Jahre ein Okkultbluttest möglich.

Darüber hinaus sieht das Programm ab 55 eine zweite Beratung vor, bei der der behandelnde Arzt über Ziel und Zweck der Darmkrebsfrüherkennung informiert.

Die Darmspiegelung (Koloskopie)

Die Darmspiegelung ist die wichtigste und wirksamste Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge. Mit ihr lassen sich auch eventuelle Krebsvorstufen erkennen und sicher entfernen.

Die Untersuchung funktioniert folgendermaßen: Der Arzt führt ein sogenanntes Koloskop, einen dünnen, biegsamem Schlauch behutsam in den After und langsam in den Darm ein. Am Ende des Koloskops befindet sich ein winziges Objektiv, mit dem sich Veränderungen an der Darmwand erkennen lassen. Bei diesem Vorgang lassen sich auch Gewebeproben entnehmen, die anschließend im Labor untersucht werden.

Eventuelle Krebsvorstufen, beispielsweise spezielle Polypen (Adenome), können mit einer Schlinge, die über das Endoskop eingeführt wird, komplikationsarm entfernt werden.

Zehn Jahre später sollte eine zweite Koloskopie erfolgen. Die Untersuchung durch erfahrene Fachärzte, die diese oft durchführen, ist für den Patienten schonend. Patienten können eine leichte Sedierung erhalten, um von der etwa 20 bis 30 Minuten währenden Untersuchung kaum etwas zu spüren.

Allerdings birgt eine Darmspiegelung auch Risiken: Während der Untersuchung kann in äußerst seltenen Fällen der Darm verletzt werden. Möglich sind auch Blutungen beim Abtragen von Polypen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Hinweis für Patienten: Informieren Sie sich über das Angebot zur Früherkennung sowie die Vor- und Nachteile einer Untersuchung. Nutzen Sie die Möglichkeit eines Beratungsgespräches mit Ihrem Arzt. Es ist für Sie kostenlos und verpflichtet zu nichts. Ob Sie sich danach untersuchen lassen, steht Ihnen frei.

Mehr zum Thema

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert auf sechs Seiten detailliert über die Früherkennungsmethoden.

Deutsche Krebshilfe: Faltblatt

Die Deutsche Krebshilfe bietet in ihrem Faltblatt Hintergrundinformationen zu Früherkennungsmethoden, spricht eventuelle Nebenwirkungen und mögliche Patientenfragen an. Wer mehr über die Krankheit Darmkrebs wissen möchte, kann weiterführende Literatur kostenlos anfordern

Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums hält allgemeine und Hintergrundinformationen, aber auch Adressen, Links und Publikationen für an Darmkrebs erkrankte Menschen bereit. Außerdem vertieft dieser Link äußerst detailliert, beispielsweise die einzelnen Schritte einer Früherkennungsuntersuchung und was es für Alternativen zur Koloskopie gibt