Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Kampagne

116117 - Die Nummer mit den Elfen

  • Zwei sympathische und einprägsame Elfen sollen das Merken der Nummer 116117 erleichtern.

    Zwei sympathische und einprägsame Elfen sollen das Merken der Nummer 116117 erleichtern.

Anlass – Warum wurde die Kampagne ins Leben gerufen?

Viele Menschen suchen sofort das Krankenhaus auf, wenn sie nachts oder an Wochenenden ärztliche Hilfe brauchen, aber kein Notfall sind. Dabei ist für diese Patienten außerhalb der Praxiszeiten eigentlich der ärztliche Bereitschaftsdienst da. Dessen bundesweite Nummer – die 116117 – ist aber laut KBV-Versichertenbefragung 2019 nur rund jedem fünften Bundesbürger bekannt.

Angebot – Was leistet der ärztliche Bereitschaftsdienst?

Der ärztliche Bereitschaftsdienst soll Patienten versorgen, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, mit ihren Beschwerden aber auch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können. Patienten können direkt eine von über 600 Bereitschaftspraxen bundesweit aufsuchen oder sich an die bundesweite Nummer 116117 wenden. Dort werden Anrufer automatisch an eine regionale Leitstelle vermittelt. Geschultes Personal nimmt das Anliegen der Anrufer auf und gibt die Adresse der nächst gelegenen Bereitschaftspraxis durch. Wenn es medizinisch notwendig ist, kommt der Arzt auch zum Patienten nach Hause.

Ziel – Was soll die Kampagne erreichen?

Die Kampagne soll die 116117 bundesweit bekannter machen und mehr Menschen darüber informieren, dass sie sich mit akuten Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden können. Ab 2020 soll die Kampagne zudem über die neuen Leistungen der 116117 informieren, die mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft treten.

Idee – Wie will die KBV die Nummer bekannter machen?

Ein Problem der 116117 ist, dass die Nummer nicht so prägnant ist wie z. B. die 112. Aus der einhundertsechzehn, einhundertsiebzehn (zehn Silben) wird deshalb zukünftig die „Elf 6, Elf 7“ – „Die Nummer mit den Elfen“. Die Nummer wird verkörpert von zwei sympathischen und einprägsamen Elfen-Figuren und zwar von den beiden Schauspielerinnen Monika Anna Wojtyllo (Elf 6) und Melanie Stahlkopf (Elf 7).

Maßnahmen – Wie lange geht die Kampagne und wo wird sie zu sehen sein?

Die Kampagne startet am 30. August 2019 und läuft bis Ende 2021. Sie wird 2019 mit einem TV-Spot bundesweit im Fernsehen zu sehen sein. Flankiert wird der Spot von breit angelegter Online-Werbung, Außenwerbung, Social-Media sowie Presseterminen. 2020 startet dann die zweite Phase der Kampagne.

Träger – Wer ist Absender der Kampagne?

Die Kampagne wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) getragen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen organisieren bundesweit die 116117 und den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Der TV-Spot zur Kampagne

Die Elfen helfen in der Notaufnahme.

  • © axentis.de/Lopata

    © axentis.de/Lopata

  • © axentis.de/Lopata

    © axentis.de/Lopata

  • © axentis.de/Lopata

    © axentis.de/Lopata

  • © axentis.de/Lopata

    © axentis.de/Lopata

Video zur Kampagne

Warum eine Kampagne zur 116117?

Dr. Andreas Gassen, KBV-Vorstandsvorsitzender: "Wir machen die Kampagne zur 116117 aus dem Grunde, der uns zunehmend offensichtlicher wird: Die Nummer gibt es seit 2012 mittlerweile, aber die Bekanntheit ist noch nicht in dem Umfang vorhanden, wie wir uns das wünschen würden. Und angesichts der jetzt noch im Gesetz verankerten Erreichbarkeit von 24 Stunden sieben Tage die Woche glaube ich, es ist an der Zeit, die Nummer in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen, da wir ja auch diese Nummer als Eingangspforte in die Neugestaltung der Notfallversorgung sehen. Auf der anderen Seite ist die 116117 ja auch die Nummer für die Terminservicestellen und hier werden sich ja im Laufe des nächsten Jahres für Patienten neue Optionen ergeben, die wir dann auch über diese Nummer bedienen können. Insofern wird die Kampagne das perspektivisch auch ins Auge fassen."

Welche Risiken geht die KBV mit der Kampagne ein?

Dr. Andreas Gassen, KBV-Vorstandsvorsitzender: "Die Risiken der Kampagne sind im Moment überschaubar, wenn der Gesetzgeber sich den aus meiner Sicht guten Vorschlägen der KBV und der anderen Player namens zum Beispiel Bundesärztekammer und Marburger Bund - und auch die gesetzlichen Krankenversicherer haben ja im Wesentlichen ins gleiche Horn gestoßen - anschliesst. Der Sachverständigenrat ist sehr nah bei uns. Das einzige, wo es einen kleinen Dissens mit dem Sachverständigenrat gibt, ist die Frage des dritten Sektors. Das ist aber vielleicht eher ein semantisches Problem. Also kurz und gut, wenn der Gesetzgeber sich den konstruktiven Vorschlägen anschließt, sehe ich kein Risiko in der Kampagne. Sollten sich hier komplett andere Rahmenbedingungen ergeben, sodass beispielsweise die Notfallversorgung kein Teil mehr des Aufgabenbereichs der Körperschaften wäre, dann wäre die Kampagne dann an dem Punkt auch zu beenden."

Wer finanziert die Kampagne?

Dr. Andreas Gassen, KBV-Vorstandsvorsitzender: "Die Kampagne finanzieren die KVen und damit die Vertragsärzte, das heißt, es ist wirklich eine Eigenleistung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Das ist sicherlich auch ein Aufruf, dass es durchaus eine Option sein könnte, dass man das durch weitere Mittelzuflüsse auch weiter subventioniert. Da ich schon der Meinung bin, dass eine solche bundesweite Nummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst und andere Patientenservices durchaus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind, und von daher muss man sicherlich die Frage stellen, ob das dauerhaft nur aus den Geldern der Vertragsärzte finanziert werden kann. Also, die niedergelassenen Ärzte halten ja den Bereitschaftsdienst seit langem oder eigentlich immer schon vor. Das heißt, viele Kolleginnen und Kollegen schlagen sich die Nächte um die Ohren, um einen ärztlichen Bereitschaftsdienst zur Verfügung zu stellen. Er wird auch von vielen Patienten genutzt. Es entsteht trotzdem manchmal das schiefe Bild, als ob es diesen Bereitschaftsdienst gar nicht gäbe und sich die Vertragsärzteschaft hier aus der Verantwortung stehlen würde, was so mitnichten der Fall ist. Deshalb wollen wir ja auch klar dokumentieren, wir sind diejenigen, die die ambulante Versorgung schultern, und das nicht nur jeden Tag in den Praxen mit weit über 650 Millionen Fällen, sondern auch abends und am Wochenende. Und das ist eine Aufgabe, die nicht immer spaßbewehrt ist, die die Vertragsärzte aber mit hohem Pflichtbewusstsein und hoher Expertise erfüllen, und ich finde, dann sollte man das auch klar herausstellen und sich nicht unsachlichen Anfeindungen ausgesetzt sehen."

Der ärztliche Bereitschaftsdienst steht im Mittelpunkt einer neuen Kampagne von KBV und KVen. Damit soll die Bekanntheit der Rufnummer 116117 steigen. Über die Hintergründe spricht KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.