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Noch viele offene Fragen beim europäischen COVID-Impfnachweis

Was halten Sie von dem elektronischen COVID-Impf-Nachweis?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Da wird, so wie man das sieht, eine europäische verbindliche Vorschrift kommen, für alle Mitgliedsländer, einen entsprechenden COVID-Impfpass einzuführen. Der Vorteil ist, dass er dann in der EU auch kompatibel ist. Das heißt jedes Land kann diesen Nachweis dann auch lesen. Ich denke mal, dass es in einzelnen Ländern vielleicht unterschiedlich ausgestaltet wird, aber Fakt ist, dass es EU-weit zu lesen und zu interpretieren ist. Für uns ist ein Problem, wir wissen noch nicht, wie er aussieht. Wir wissen auch noch nicht, welche Daten da drauf sein sollen. Man hat nur aus der Presse gehört, dass nicht nur die reinen COVID -Impfungen dokumentiert werden sollen, sondern auch überstandene COVID-Infektionen. Ich kann mir nicht ganz vorstellen, wer wie das machen soll und das für die Vergangenheit. Das wird ein Problem werden. Wir haben die Sorge, dass mitten in diese Phase des hochintensiven Impfens in den Praxen auch noch diese zusätzliche Anforderung kommt und dass das das Impfen einfach zeitlich zurückwirft. Wir müssen darauf achten, dass nicht eine zusätzliche Belastung, bürokratische und dokumentarische Belastung, auf die Praxen zukommt. Ganz zu schweigen davon, dass, wenn wir optimistisch vorgehen, vielleicht in acht bis zehn Wochen diese Impf-App zur Verfügung stünde, dass ja dann auch ein Großteil der Patienten schon geimpft ist. Und wer sorgt dann dafür, dass diese Patienten, die ja geimpft sind, aber noch nicht diesen europäischen Impfpass haben, dass die nachdokumentiert werden und diesen Impfpass bekommen, der im Ergebnis einen QR-Code produziert. Mit diesem QR-Code kann ich mich dann europaweit identifizieren als erfolgreich geimpfter Patient."

Was muss da jetzt passieren?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Es muss eine praktikable Lösung gefunden werden. Es muss schnell festgelegt werden, welche Daten da rein sollen. Wer da die Verpflichtung dazu hat, und das sollte eben vor den Arztpraxen ferngehalten werden, die haben andere Aufgaben. Wenn es eine vernünftige Lösung gibt, kann der Arzt dann, wenn er später impft und automatisch auch möglichst aus dem PVS-System heraus auch automatisch diesen QR-Code für den europäischen COVID-Impfpass produziert, dass das dann zeitgleich passiert. Aber ich habe noch keine Vorstellung davon, wie es als nachträgliche Bescheinigung gehen soll. Da sind die Ärzte und die Arztpraxen nicht für aufgestellt."

Ist der COVID-Nachweis der erste Schritt zum eImpfpass?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Ich glaube, da gibt's eine große Verwirrung. Das, was die EU jetzt plant, ist ein - ich sage es bewusst so - ein COVID-Impfpass. Der hat nichts damit zu tun mit dem Impfpass, der in der ePA, in der elektronischen Patientenakte, vorgesehen ist. Diesen Impfpass haben wir als KBV entwickelt im Rahmen dieses MIO-Projektes, medizinische Informationsobjekte. Der ist durchentwickelt. Da könnte man auch die COVID-Daten mit eintragen. Aber diese ePA gibt es noch nicht flächendeckend und deshalb ist das kurzfristig keine Lösung. Insbesondere wird wahrscheinlich so schnell nicht jeder Patient eine ePA haben wollen, während viel mehr Patienten diesen QR-Code haben wollen, damit sie vielleicht reisen können, wenn das mal eine Voraussetzung wird. Wir wissen das alles nicht, was die EU genau mit den Impfpass auf europäischer Ebene für COVID plant."

Mit einem europaweit gültigen elektronischen Nachweis sollen Bürgerinnen und Bürger bald ihre COVID-Schutzimpfung dokumentieren können. Für das KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bleiben dabei noch viele Fragen offen. Detailinformationen zur geplanten Umsetzung sind bisher rar - vor allem zur Rolle der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

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