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Zukunft der gematik: Wie geht es weiter mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens?

Kann die gematik die Digitalisierung vorantreiben?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Die Frage ist schon beantwortet: Sie hat es schon geschafft. Vielleicht nicht so schnell und so effizient, wie wir uns das alle vorgestellt haben, aber sie hat es geschafft. Sie hat es geschafft, dass Mitte 2019 alle Praxen der Ärzte und Zahnärzte an die TI angeschlossen sind, und das bedeutet, dass damit ein sicheres Netz für die Kommunikation unter den Ärzten, Zahnärzten, demnächst auch Krankenhäusern, Apothekern zur Verfügung steht. Das ist ein ganz maßgeblicher Schritt als Vorbedingung für eine effektive Digitalisierung."

Was entgegnen Sie Kritikern der gematik?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Die Kritiker führen ins Feld, dass es 15 Jahre gedauert hat, dass keine Anwendungen da sind, dass man jetzt erstmal dabei ist, in einem Beispiel die Autobahn zu bauen. Ja, das ist richtig, sie sind gebaut worden. Der große Vorteil ist aber, dass wir in Deutschland ein hohes Sicherheitsniveau haben, und auf diesem Sicherheitsniveau gab es weltweit kein Vorbild dafür. Das musste geschaffen werden. Das ist auch gelungen, was das Sicherheitsniveau betrifft. Auf der anderen Seite war es wichtig, da wir in Deutschland ja eine gemeinsame Selbstverwaltung haben mit vielen Beteiligten, war es wichtig, in der Anfangsphase auch alle mit einzubeziehen, damit dieses Netz, was letztlich dann in der Endausbauphase 300.000 Leistungserbringer etwa und rund 70 Millionen Versicherte betreffen wird, auch so gestaltet ist, so gebaut ist, dass alle sich dort wiederfinden und alle es nutzen können."

Wie sieht die gematik der Zukunft aus?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Für mich sieht die gematik der Zukunft so aus, dass die gematik den Auftrag bekommt und auch weiter behält, dass dann vorhandene Netz - die TI - zu betreiben und weiterzuentwickeln. Ich glaube nicht, dass die gematik die richtige Organisationsform ist, um die Anwendungen in Zukunft zu entwickeln, weil das setzt Schnelligkeit voraus und es setzt auch voraus, dass diese einzelnen Anwendungen nicht für alle Beteiligten von Bedeutung sind, so dass es sinnvoller ist, wenn beispielsweise nur die Krankenkassen und die KBV betroffen sind, diese beiden in ihren bisherigen Strukturen diese Produkte entwickeln und dann auch umsetzen."

Welche Rolle kann die KBV in der Digitalisierung des Gesundheitswesens spielen?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Da würde ich verweisen auf den Letter of Intent. Die KBV, der Spitzenverband und die KZBV haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, indem sie die Aufgaben der Zukunft verteilen, denn die Aufgabe ist so immens - Digitalisierung -, dass man es aufteilen muss. Und da ist die Rolle der KBV, die medizinischen Informationsobjekte, also einfach die Semantik und die Art der Übermittlung und die technischen Schnittstellen für medizinische Daten, festzulegen. Das ist ihre Aufgabe und das sehe ich einen Part, den wir stemmen müssen - das ist nicht einfach -, der aber auch unserer Rolle entspricht als Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Gibt es eine Alternative zur gematik?

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV: "Es gibt Äußerungen von Kassenfunktionären, die sagen, die ganze Konstruktion ist nicht geeignet, uns da voran zu bringen. Dann gibt es Vorschläge, eine eigene Regulierungsbehörde zu schaffen. In den USA gibt es wohl so etwas, das wohl direkt dem Präsidenten zugeordnet ist. Ich glaube, wir haben die Tradition einer gemeinsamen Selbstverwaltung, der verteilten Rollen auch und ich denke, so weit wie die gematik jetzt gekommen ist, da macht es keinen Sinn, jetzt etwas Neues an die Stelle zu setzen. Das würde länger dauern, würde Kosten verursachen, und staatliche Behörden sind auch nicht unbedingt für Schnelligkeit bekannt."

Sie soll das Gesundheitswesen vernetzen: die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, kurz gematik. Damit begonnen hat sie vor 15 Jahren. Das Netz ist inzwischen da; daran angeschlossen sind aber noch längst nicht alle Akteure des Gesundheitswesens. Auch an medizinischen Anwendungen fehlt es bisher. Gründe, die immer wieder Kritiker der gematik auf den Plan rufen. Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV, erklärt, wie er die gematik und ihre Aufgaben sieht.

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