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Praxisnachrichten

Tamoxifen: Importierte Arzneimittel werden vorrangig abgegeben

28.04.2022 - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat gegenüber dem pharmazeutischen Großhandel angeordnet, zunächst vorrangig importierte tamoxifenhaltige Arzneimittel abzugeben. Damit soll ein erneuter Engpass vermieden werden. Patientinnen und Patienten erhalten somit von Apotheken weiterhin Import-Medikamente.

Tamoxifenhaltige Arzneimittel mit deutscher Zulassung, die voraussichtlich wieder ab Mai zur Verfügung stehen, sollen erst dann ausgeliefert werden, wenn die aufgrund des Lieferengpasses aus dem Ausland beschafften Arzneimittel aufgebraucht sind, so die Anordnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Damit soll ein erneuter Versorgungsengpass in der zweiten Jahreshälfte vermieden werden.

Die Anordnung des BfArM gilt solange, bis das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bekanntmacht, dass der Versorgungsmangel nicht mehr vorliegt.

Maßnahmen zur Abmilderung der Lieferengpässe

Großhändler dürfen derzeit zeitlich befristet tamoxifenhaltige Arzneimittel importieren, wenn für den deutschen Markt zugelassene Präparate nicht ausreichend geliefert werden können und die zuständigen Behörden dies gestattet haben. Grundlage ist die Mitte Februar erfolgte Bekanntmachung eines Versorgungsmangels nach dem Arzneimittelgesetz (AMG, § 79 Absatz 5) durch das BMG. Damit haben die zuständigen Behörden der Länder die Möglichkeit, Ausnahmen von den Regelungen des AMG zu erlauben, beispielsweise den Import tamoxifenhaltiger Arzneimittel.

Auch der Beirat des BfArM hatte im Februar verschiedene Maßnahmen zur Abmilderung der Lieferengpässe bei tamoxifenhaltigen Arzneimitteln beschlossen (die PraxisNachrichten berichteten).

Von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AMWF) wurden aktuelle Therapieempfehlungen zu Tamoxifen veröffentlicht und auch auf der Homepage des BfArM publiziert.

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