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Peer Review

Peer Review in der vertragsärztlichen Versorgung

Um Peer Review in der ambulanten Versorgung noch stärker zu etablieren, hat die KBV Empfehlungen für die Implementierung fachgruppenspezifischer und speziell auf die  Rahmenbedingungen der vertragsärztlichen Versorgung ausgerichteter Peer-Review-Verfahren entwickelt.

Impulsgebend dafür waren das "Curriculum Ärztliches Peer Review" der Bundesärztekammer und die praktischen Erfahrungen des Anästhesienetzes Berlin-Brandenburg e. V. (ANBB).

Der Grundgedanke des Peer Reviews besteht darin, sich von Kollegen (speziell ausgebildeten Peers) in der Praxis besuchen und beobachten zu lassen. Im anschließenden kollegialen Dialog wird das Praxishandeln kritisch reflektiert mit dem Ziel, zu lernen und sich zu verbessern. Peer Review ergänzt das Portfolio der Instrumente freiwilliger ambulanter Qualitätsförderung.

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Bereits Anfang der 1990er Jahre beschrieb Richard Grol Peer Review als Instrument der Qualitätsverbesserung im hausärztlichen Bereich. Basierend auf diesem Ansatz wurden in der vertragsärztlichen Versorgung ab Mitte der 90er Jahre deutschlandweit Qualitätszirkel etabliert. 

Peer Reviews erlangen in der ambulanten Versorgung als Methode der kollegialen Beurteilung medizinischer Leistungserbringung zunehmend Bedeutung. Besonders im Rahmen von Arztnetzen oder Qualitätszirkeln nutzen Vertragsärzte dieses Instrument. Im Fokus steht dabei das gegenseitige Lernen. Peer-Review-Verfahren können als eine mögliche Maßnahme der ärztlichen Fortbildung von den Ärztekammern anerkannt und mit Fortbildungspunkten bewertet werden.

Auch in dem von der KBV speziell für Praxen entwickelten Qualitätsmanagementsystem "QEP - Qualität und Entwicklung in Praxen®" ist das kollegiale Lernen als Qualitätsziel verankert.

Definitionen

"Peer review is defined as a continuous, systematic, and critical reflection by a number of care providers, on their own and colleagues‘ performance, using structured procedures, with the aim of achieving continuous improvement of the quality of care."
(Grol R: Quality improvement by peer review in primary care: a practical guide. Quality in Health Care 1994; 3: 147–52)

 

Die Bundesärztekammer definiert Peer Review wie folgt:

  • kritische (Selbst-)Reflexion des ärztlichen Handelns
  • im Dialog mit Fachkollegen
  • unter Verwendung eines strukturierten Verfahrens
  • mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung

    (Curriculum Ärztliches Peer Review, 2. Auflage 2013)

Ziele ambulanter Peer Reviews

Wesentliche Ziele sind:

  • die kollegiale Reflexion ärztlichen Handelns zu nutzen, um sogenannte blinde Flecken zu identifizieren,
  • sich mit Kollegen über die Weiterentwicklung der Patientenversorgung und Patientensicherheit auszutauschen,
  • das Qualitätsbewusstsein zu stärken und
  • eine Kultur des gegenseitigen Lernens zu entwickeln.

    (Quelle: PeerVisit - Ein Verfahren des ANBB/Anästhesienetz Berlin-Brandenburg e. V. info@anbb.de)

 

Zielgruppen

  • Vertragsärzte/-psychotherapeuten
  • regionale Arztgruppen
  • Qualitätszirkel
  • Arztnetze
  • Praxisverbünde
  • Ärztegenossenschaften
  • weitere ärztliche/psychotherapeutische Kooperationen
  • die Beteiligung bzw. Einbindung weiterer Personen ist möglich

Eckpunkte ambulanter Peer-Review-Verfahren

  • Verfahrensbeschreibung
  • Verfahrenseigner
  • Peers
  • Qualifikation der Peers
  • Grundsatz der Wechselseitigkeit
  • Inhalte/Gegenstand
  • Prinzip der Freiwilligkeit
  • Vertraulichkeit und Datenschutz
  • Durchführungweitere Empfehlungen
  • Anhang: Musterdokumente