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Stand 11.08.2021

Technische Ausstattung

Notwendige Komponenten und Dienste für die Telematikinfrastruktur

Um die Telematikinfrastruktur (TI) und ihre Anwendungen nutzen zu können, benötigen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten verschiedene Komponenten und Dienste. Alle müssen von der gematik für den Einsatz in der TI zugelassen sein. Sie veröffentlicht eine Liste der zugelassenen Komponenten der TI.

Ausstattung für die weiteren TI-Anwendungen

Seit Mitte 2020 sind weitere, auch medizinische Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI) möglich. Dazu gehören das Notfalldatenmanagement (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP) und der Kommunikationsdienst (KIM), über den Praxen etwa eArztbriefe versenden und empfangen können. Ab 2021 kommen als weitere Anwendung die elektronische Patientenakte (ePA), das elektronische Rezept (eRezept) und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hinzu. Um dafür gerüstet zu sein, benötigen Praxen - neben der TI-Grundausstattung - folgende Komponenten und Dienste:

Update zum E-Health-Konnektor

Funktion: Das Update zum E-Health-Konnektor enthält die Module für das Notfalldatenmanagement (NFDM) sowie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und ermöglicht die qualifizierte elektronische Signatur (QES). Damit sind auch der KIM-Dienst und die damit verknüpften Anwendungen eArztbrief und eAU möglich. Die Funktionserweiterung des Konnektors erfordert kein neues Gerät, sondern ist per Software-Update installierbar. 

Verfügbarkeit: Die Updates für den E-Health-Konnektor von allen drei Herstellern sind verfügbar. 

Finanzierung: Die Kosten für das Update sind in der NFDM/eMP-Pauschale enthalten. Praxen erhalten dafür einmalig eine Pauschale von 530 Euro. Inkludiert sind auch die Kosten für die PVS-Updates für NFDM und eMP. 

Updates zum ePA- und PTV4+-Konnektor

Funktion: Das Software-Update zum ePA-Konnektor ist eine weitere Ausbaustufe des Konnektors (PTV4) nach dem Update zum E-Health-Konnektor. Mit ihm wird, wie der Name schon sagt, die ePA in den Praxen möglich. Mit einem weiteren Software-Update erhält der Konnektor zusätzlich die Möglichkeit zur Komfortsignatur - dann heißt er PTV4+-Konnektor. 

Verfügbarkeit: Die Updates für den ePA- und den PTV4+-Konnektor sind inzwischen von allen drei Herstellern zugelassen

Finanzierung: Praxen erhalten für das Update einmalig eine Pauschale von 400 Euro. 

Kommunikationsdienst KIM

Funktion: KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein.

Der Dienst ermöglicht weitere Anwendungen; zunächst sind das:

  • eArztbrief: Dieser darf laut Gesetz ab dem 1. April 2021  nur noch über KIM verschickt und abgerechnet werden. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist, in der Praxen noch andere bisher mögliche Verfahren nutzen dürfen, etwa den Versand über KV-Connect. 
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): Der elektronische Versand der eAU an die Krankenkassen wird für alle Praxen ab dem 1. Oktober 2021 zur Plicht. 

Verfügbarkeit: Mehrere KIM-Dienste sind bereits zugelassen, darunter die KBV mit dem eigenen KIM-Dienst kv.dox. Weitere Anbieter werden folgen. 

Finanzierung: Für die Einrichtung und die Nutzung von KIM erhalten Praxen einmalig 100 Euro je Praxis. Zusätzlich erhalten sie für den KIM-Dienst eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal.

Informationen zu KIM
Information zu kv.dox

elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Funktion: Der eHBA der Generation 2.0 ist für alle kommenden Anwendungen der TI Pflicht. Nur mit ihm können sich Ärzte und Psychotherapeuten eindeutig gegenüber der TI als Heilberufler ausweisen. So erhalten sie Zugriff auf Daten, die auf der eGK der Patientin oder des Patienten gespeichert sind oder können selbst Datensätze darauf ablegen. Mit dem eHBA ist zudem die qualifizierte elektronische Signatur (QES) möglich - die rechtssichere elektronische Unterschrift. Sie ist zum Beispiel für den eArztbrief, die eAU, aber auch für Laborüberweisungen oder Anforderungen von Telekonsilien notwendig

Bezug/Ansprechpartner: Der eHBA muss zunächst bei der jeweiligen Landesärztekammer beziehungsweise Psychotherapeutenkammer beantragt werden. Auch über die Online-Portale der einzelnen Hersteller können Ärzte und Psychotherapeuten ihren eHBA bestellen. Sie erhalten dann, wenn die zuständige Kammer den Antrag geprüft hat, eine Vorgangsnummer, um den Ausweis zu ordern. Der eHBA ist ein personenbezogenes Dokument. Deshalb müssen Ärzte und Psychotherapeuten für den Antrag das Post-Ident-Verfahren durchführen - nur so können sie zweifelsfrei ihre Identität nachweisen. Der Ausweis geht nun in die Produktion. Arzt oder Psychotherapeut erhalten ihn per Einschreiben; PIN und PUK folgen separat. Nach Erhalt muss der Ausweis innerhalb von 28 Tagen über ein Online-Portal freigeschaltet werden. 

Finanzierung: Für den eHBA erhalten Vertragsärzte und -psychotherapeuten eine Pauschale von 11,63 Euro je Quartal. Das deckt die Hälfte der Kosten ab.

Grundausstattung für die Nutzung der Telematikinfrastruktur

Praxen, die sich neu an die TI anbinden lassen wollen, benötigen folgende Komponente und Dienste:

Konnektor

Funktion: Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor. Er ähnelt einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet ermöglicht. Der Konnektor ist mit den stationären E-Health-Kartenterminals der Praxis sowie dem PVS per Netzwerk verbunden.

Der zurzeit verfügbare sogenannte VSDM-Konnektor enthält das gesetzliche verpflichtende Modul für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Die nächste, im Sommer 2020 erwartete Ausbaustufe ist der E-Health-Konnektor. Dieser soll neben VSDM auch die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ermöglichen sowie die Module für das Notfalldatenmanagement (NFDM) und den elektronischen Medikationsplan (eMP) enthalten. Eine weitere zukünftige Ausbaustufe ist der ePA-Konnektor, der Voraussetzung für die elektronische Patientenakte (ePA) ist. Alle geplanten Funktionserweiterungen erfordern kein neues Gerät, sondern sind per Software-Upgrade installierbar. 

Finanzierung: Die Kosten sind in der Erstausstattungspauschale enthalten. Pro Praxis wird ein Konnektor finanziert, mit dem die komplette Praxis an die TI angebunden wird. Auch Praxisgemeinschaften können einen Konnektor gemeinsam verwenden. Ausgelagerte Praxisräume erhalten statt eines Konnektors ein mobiles Kartenlesegerät.

Verfügbarkeit: Es sind Konnektormodelle von drei Herstellerfirmen verfügbar, die für den TI-Betrieb zugelassen sind. Die Upgrades für den E-Health-Konnektor werden derzeit entwickelt oder befinden sich im Zulassungsprozess. 

 

Finanzierung der TI

E-Health-Kartenterminals

Funktion: Die stationären E-Health-Kartenterminals sind notwendig, um Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nutzen zu können; zunächst das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM), später das Notfalldatenmanagement (NFDM) oder den elektronischen Medikationsplan (eMP). Über die Geräte erfolgt auch die Anmeldung der Praxis an der TI: Dazu wird der Praxisausweis (SMC-B) – eine Chipkarte, die die Praxis für die Teilnahme an der TI authentifiziert – in das Kartenterminal eingesteckt. Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) kann ebenfalls über die Terminals eingelesen werden. 


Finanzierung: Die Kosten sind in der Erstausstattungspauschale enthalten. Pro Kartenterminal stehen 535 Euro zur Verfügung. Dabei können Praxen abhängig vom Zulassungsumfang aller dort tätigen Ärzte/Therapeuten bis zu drei Geräte erhalten: mit einem Äquivalent von bis zu drei Vollzeitstellen (Ärzten/Psychotherapeuten) ein Gerät, mit vier bis sechs Vollzeitstellen zwei Geräte und mit mehr als sechs Vollzeitstellen drei Geräte.

Praxen, die die kommenden medizinischen Anwendungen NFDM oder eMP nutzen wollen, haben je nach Anzahl der Betriebsstättenfälle Anspruch auf weitere Kartenterminals. Diese sind für die Behandlungsräume vorgesehen.

Verfügbarkeit: Es sind verschiedene Gerätemodelle verfügbar.

 

Mobile Kartenterminals

Funktion: Ärztinnen und Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, die meisten Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten erhalten auch ein mobiles Kartenterminal. Diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb: Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich, dies erfolgt ausschließlich in der Praxis mit Hilfe des Konnektors (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte). Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein weiterer Praxisausweis oder ein eHBA (ab Generation 2) zur Identifikation benötigt.

Finanzierung: Die Geräte werden mit einer Pauschale von 350 Euro finanziert, zuzüglich der Kostenerstattung für den Praxisausweis. Anspruch haben neben Anästhesistinnen und Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes betreuen, alle Vertragsärzte mit mindestens hälftiger Zulassung, die 

  • im vergangenen oder aktuellen Quartal mindestens drei Hausbesuche (GOP 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418, 01721 und 05230) nachweisen können oder
  • einen Kooperationsvertrag zur Pflegeheimversorgung (nach Paragraf 119b SGB V Absatz 1 SGB V) abgeschlossen haben.

Auch ausgelagerte Praxisräume – sie werden nicht mit Konnektor und stationären Kartenterminals ausgestattet – erhalten die Pauschale.

Verfügbarkeit: Verschiedene mobile Kartenterminals sind verfügbar. 

 

Praxisausweis (SMC-B)

Funktion: Den Praxisausweis benötigen Praxen zur Registrierung als medizinische Einrichtung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Security Module Card Typ B-Karte (SMC-B). Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in eins der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet. Eine erneute Eingabe der PIN ist erforderlich, wenn das Gerät neu eingeschaltet wird. Nur so kann der Konnektor eine Online-Verbindung zur TI herstellen.

Finanzierung: Für den Praxisausweis werden 23,25 Euro je Quartal erstattet (einmal pro Praxis). Damit sind die Kosten komplett abgedeckt. Für ein mobiles Kartenterminal wird ein weiterer Praxisausweis finanziert. Die Praxisausweise sind fünf Jahre gültig.

Bezug / Ansprechpartner: Für die Ausgabe der Praxisausweise gelten besondere Sicherheitsanforderungen: Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen ihren Praxisausweis bei einem von der gematik zugelassenen Kartenhersteller – wenn möglich direkt über das Mitgliederportal der Kassenärztlichen Vereinigung. Ist das nicht möglich, holt der Anbieter bei der zuständigen KV die Bestätigung darüber ein, dass der Antragssteller zu einer Vertragsarzt- oder -psychotherapeutenpraxis gehört. Zusätzlich wird die KV die Praxis anrufen und sich die Bestellung mit der Antragsnummer bestätigen lassen. 

Die Praxis erhält danach den Praxisausweis per Post. Die PIN folgt in einer separaten Sendung und muss an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Sie wird sowohl für die Installation als auch für den laufenden Betrieb der TI benötigt. Nach Erhalt der Karte muss diese noch über einen Online-Link freigeschaltet werden. Praxen sollten mit etwa zwei Wochen Wartezeit von der Antragsstellung bis zum Empfang von Karte und PIN rechnen.

Erhältlich ab: Es sind mehrere Kartenhersteller, auch Trust-Service-Provider genannt, zugelassen. Eine Liste der Anbieter, die für den vertragsärztlichen Bereich zugelassen sind, findet sich im Downloadbereich auf dieser Seite.

 

Anpassung PVS

Funktion: Auch das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, um eine Verbindung zur TI zu ermöglichen und die Versichertendaten der eGK importieren zu können. Das Update ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte der TI-Anbindung.

Finanzierung: Die Kosten für das Update sind in der TI-Startpauschale (900 Euro) enthalten. Die Pauschale soll auch Kosten für die Installation und damit zusammenhängende Ausfallzeiten der Praxis und für Schulungen der Mitarbeiter abdecken.

Erhältlich ab: Die meisten PVS-Hersteller haben inzwischen das notwendige Update entwickelt und zertifizieren lassen.

VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss

Funktion: Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienst – ähnlich einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt. Auch diese Dienste müssen sich von der gematik zertifizieren lassen. Praxisgemeinschaften können einen gemeinsamen VPN-Zugangsdienst nutzen.

Finanzierung: Die monatlichen Kosten für den VPN-Zugangsdienst werden durch die quartalsweise ausgezahlte Pauschale für den laufenden Betrieb abgegolten. Diese beträgt 248 Euro je Quartal. In dieser Pauschale sind auch die Kosten für die Wartung und nötige Updates des Konnektors enthalten.

Internet: Der Internetzugang ist eine Grundvoraussetzung für die TI. Praxen, die bisher noch keinen Internetanschluss haben, sollten dies möglichst bald nachholen. Ansprechpartner dafür sind die Internetprovider. Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis und sind damit bereits in den Gebührenordnungspositionen des EBM enthalten.