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Kommunikationsdienste

KIM - Kommunikation im Medizinwesen

Mit dem Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist es für Praxen zukünftig möglich, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) zu versenden und zu empfangen. Der Dienst firmierte vorher unter dem Namen KOM-LE.

An KIM anschließen werden sich neben Praxen auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen. So soll die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen nur noch darüber laufen.

Die KBV hat angekündigt, im Sommer 2020 einen eigenen Dienst anzubieten: kv.dox.

So funktioniert KIM

Unser Schriftverkehr hat schon große Sprünge hinter sich; nun kommt ein weiterer Schritt: elektronisch und sicher, mit KIM.

KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. In Zukunft soll nach Wunsch des Gesetzgebers der Informationsaustausch im deutschen Gesundheitswesen immer häufiger elektronisch erfolgen; und dann nur noch über KIM: etwa zwischen Praxis und Praxis oder zwischen Praxis und Klinik – oder zwischen Praxis und Krankenkasse.

Denn ab Januar 2021 kommt die eAU. Eine Übergangsfrist wird noch verhandelt. Ab Start müssen die Praxen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung direkt an die Krankenkasse des Patienten versenden – und zwar per KIM-Dienst.
Und das so einfach, wie das Versenden einer eMail. Aber mit deutlich höherem Sicherheitsstandard.
KIM nutzt dafür die Telematikinfrastruktur.
Und: Eine KIM-Nachricht ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Das heißt: Die eAU verlässt Ihre Praxis verschlüsselt, durchläuft verschlüsselt die TI und wird erst bei der Krankenkasse wieder entschlüsselt.
Nur Sie als Sender und die Krankenkasse als Empfänger können die Inhalte der eAU sehen und bearbeiten oder verarbeiten; für Sie ganz einfach innerhalb des Praxisverwaltungssystems. Allerdings: Beide Seiten müssen den KIM-Standard nutzen.
In der Praxis benötigen Sie hierfür:
ein Software-Update Ihres Konnektors zum so genannten E-Health-Konnektor,
einen Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Dienst,
und einen elektronischen Heilberufsausweis mindestens der Generation 2.0. Dieser ist wichtig für die qualifizierte elektronische Signatur, beispielsweise auch schon für den eArztbrief ab diesem Sommer.
Infos zur Verfügbarkeit des Konnektors und der KIM-Dienste erhalten Sie bei Ihrem PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister. Sie können jeden KIM-Dienst frei wählen; unabhängig von Ihrem PVS.
Mehrere KIM-Dienste sollen in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen. Beispielsweise auch kv.dox von der KBV.
Der Weg zu Ihrem erweiterten Schriftverkehr mit KIM ist nur ein kleiner Schritt, der sich lohnt.

Detaillierte Informationen zu KIM

Funktion

KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein.

Der Dienst ermöglicht weitere Anwendungen; zunächst sind das:

  • eArztbrief: Dieser darf laut Gesetz ab dem 1. Juli 2020  nur noch über KIM verschickt und abgerechnet werden. Ab dem Zeitpunkt, an dem ein KIM-Dienst auf dem Markt verfügbar ist, können Praxen für 6 Monate noch andere bisher mögliche Verfahren nutzen, etwa den Versand über KV-Connect. 
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): Der elektronische Versand der eAU an die Krankenkassen wird für alle Praxen ab dem 1. Januar 2021 zur Plicht. Praxen sollten sich daher rechtzeitig für einen Anbieter entscheiden. 

Einzelne Anwendungen via KIM kann die Praxis über den EBM abrechnen.

weitere Informationen zum eArztbrief

Anbieter

Verschiedene Hersteller entwickeln derzeit einen solchen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter dabei frei wählen, da jeder Dienst mit jedem PVS kompatibel sein muss. So lautet die Vorgabe der gematik, die für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist. Ab dem Sommer wird auch die KBV den Praxen einen passgenauen KIM-Dienst offerieren: kv.dox. Der bereits bestehende Kommunikationsdienst KV-Connect des KV-Systems läuft vorerst weiter und wird dann schrittweise auf den KIM-Standard überführt. 

Sobald zugelassene Anbieter zur Verfügung stehen, wird die gematik dies auf ihren Seiten veröffentlichen. 

Fachportal mit Zulassungsübersicht der gematik

Technische Voraussetzungen

Grundlage für KIM ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM). Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen ein Konnektor-Update - damit wird ihr vorhandenes Gerät zum E-Health-Konnektor, welcher zusätzlich die qualifizierte elektronische Signatur unterstützt. Erste Hersteller haben ihre Updates für Mitte 2020 angekündigt. Praxen sollten sich für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden.  

Daneben sind folgende Komponenten und Dienste notwendig:

  • Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter 
  • Client-Modul für KIM (wird vom Anbieter gestellt)
  • PVS-Modul für eine einfache Integration und Nutzung des KIM-Dienstes
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur beim Versand etwa von eArztbriefen

weitere Informationen zur TI-Ausstattung

Erstattung: Technik- und Betriebskosten

Die Kosten für Ausstattung und Betrieb sind mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, geregelt.

  • Praxen, die bereits an die TI angeschlossen sind, benötigen ein Update des Konnektors auf den E-Health-Konnektor. Dieser beinhaltet die Qualifizierte elektronische Signatur (QES), die für KIM notwendig ist. Für das Update erhalten Praxen einmalig eine Pauschale von 530 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die PVS-Updates für den elektronischen Medikationsplan und das Notfalldatenmanagement. 
  • Für die Einrichtung der Praxis für den Versand von eArztbriefen und die Nutzung von KIM erhalten Praxen zusätzlich einmalig 100 Euro je Praxis. Praxen müssen gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind. 
  • Auch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen seite dem 1. April 2020 eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst.

Hinweis: Für die technische Erstausstattung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Finanzierung des laufenden Betriebs gelten eigene Pauschalen. Darin enthalten ist auch eine quartalsweise Pauschale zur Finanzierung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA), der für die QES benötigt wird. Es ist ein eHBA mindestens der zweiten Generation notwendig. 

weitere Informationen zur Finanzierung der TI-Anbindung

KBV wird eigenen KIM-Dienst anbieten

Was ist ein KIM-Dienst?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Ein KIM-Dienst ist ein sicherer Kommunikationsdienst in der Telematikinfrastruktur. Er dient dazu, dass Ärzte untereinander auch mit anderen, zum Beispiel aus dem Krankenhaus, sicher medizinische Daten austauschen können.“

Warum möchte die KBV einen eigenen Dienst anbieten?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Wir haben schon in der Vergangenheit, das KV-System, das sichere Netz der KVen gehabt und damit auch den Dienst KV-Connect. Den werden auch einige Ärzte kennen, weil sie ihn auch genutzt haben. Dieser Dienst wird in Zukunft jetzt durch einen neuen Standard der Gematik geändert, diesen sogenannten KIM-Standard. Und die KV, das KV-System muss ich sagen, baut ein eigenes System dafür auf. Das heißt dann kv.doxs, hat dieselbe Spezifikation, der Arzt kann aber sicher sein, dass er damit auch einen Preis nur zahlt und eine Qualität geboten bekommt, die seinen Ansprüchen genügt.“

Wie kann die KBV einen solchen Dienst erstellen?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Wir sind in der Tat kein Software-Unternehmen. Deshalb haben wir eine europaweite Ausschreibung gestartet und inzwischen den Zuschlag erteilt zu der Firma aquinet GmbH. Wir gehen davon aus, dass diese Firma es auch schafft, kurzfristig bis zum 30. 6. bzw. bis zum 1. 7. auch einen Dienst anzubieten. Es hängt allerdings auch davon ab, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, zum Beispiel Anerkennung, Zertifizierung dieses Dienstes durch die Gematik. Darauf haben wir natürlich nur geringen Einfluss. Wir hoffen aber, dass es spätestens im Juli soweit sein kann, dass wir diesen Dienst für unsere Mitglieder anbieten können.“

Welche KIM-Angebot wird es geben?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Es wird nicht nur den Dienst kv.doxs geben, es wird auch andere Dienste geben. Wie viele und von wem kann ich Ihnen heute noch nicht sagen. Ich weiß es nicht. Fakt ist aber, dass es nicht einen einzigen Dienst geben wird. Die werden alle dieselben Standards erfüllen müssen, weil sie von der Gematik abgenommen werden. Es wird also darauf ankommen, inwieweit vielleicht der Hersteller von PVS-Systemen seinen Kunden auch einen integrierten Dienst anbieten. Aber ich muss sagen, jedes System, jedes KIM-System, jeder KIM-Dienst ist mit jedem PVS-System kompatibel und jeder Arzt, jeder Vertragspsychotherapeut kann sich für einen Dienst entscheiden.“

Was sollten die Praxen jetzt schon machen?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Ganz wichtig ist natürlich, dass ein KIM-Dienst natürlich nur dann Sinn macht, wenn ich meinen Arztbrief beispielsweise auch zu einem anderen KIM-Nutzer schicken kann. Das heißt, der Kollege, mit dem ich etwas schicken will, mit dem ich Daten austauschen will, muss natürlich auch über einen KIM-Dienst verfügen. Es muss nicht kv.dox sein. Wir finden kv.dox gut, aber es könnte auch ein anderer sein. Und das ist die eine Voraussetzung. Man braucht ein PVS-System, man braucht einen KIM-Dienst-Anbieter, den muss man sich aussuchen. Und man braucht natürlich auch einen elektronischen Heilberufe-Ausweis. Denn dieser dient dazu, die Dokumente, die man verschickt, zu signieren, elektronisch zu unterschreiben. Und das ist auch ganz wichtig: der Konnektor, den die Telematikinfrastruktur ja zur Verfügung gestellt hat, muss abgedatet werden. Wer noch einen Konnektor der ersten Generation hat, muss sich ein Update besorgen von seinem PVS-Hersteller. Dafür gibt es auch eine Finanzierung. Damit dieser neue Konnektor, der abgedatet ist, auch diese QES-Funktion hat. Und diese qualifizierte elektronische Signatur sorgt dafür, dass auch gleichzeitig die Daten, die dann übermittelt werden, verschlüsselt werden.“

Ist der KIM-Dienst verpflichtend?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Der Dienst ist nicht verpflichtend für die Praxen, aber er ist natürlich das verpflichtende Austauschformat. Das heißt, wenn ein Arzt zu einem anderen Arzt Daten übertragen will und sicher sein will, dass sie auch medizinisch sicher sind, dass sie mit demselben Standard dort ankommen und auch unter Datenschutzaspekten unangreifbar sind, dann sollte er einen KIM-Dienst nutzen.“

Wird es verpflichtende Anwendungen geben?

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV: „Ja, die gibt es. Die stehen jetzt schon im Gesetz, da ist zum Beispiel die elektronische Arbeitsunfähigkeit. Die wird ab 1. 1. 2021 verpflichtend sein. Jeder Arzt, der dann eine AU ausstellt, muss die elektronisch versenden über die TI, und dazu brauche er einen KIM-Dienst. Insofern ist zwar keine Sanktion vorgesehen, aber er kann diese eAU nicht anders versenden als über einen KIM-Dienst. Dasselbe wird so sein mit dem elektronischen Rezept. Stand heute wird verpflichtend zum 1.1.2022. Und auch andere Dienste, eArztbrief zum Beispiel ist auch zu signieren und auch dafür ist dann der KIM-Dienst nicht verpflichtend, aber notwendige Voraussetzung. Übrigens zu dem eArztbrief vielleicht noch ein Hinweis, das ist wichtig für diejenigen, die jetzt schon KV-Connect nutzen. Es wird eine Übergangsfrist von 6 Monaten geben, wo ein Arzt auch noch weiterhin das bisherige System KV-Connect für die Versendung von eArztbriefen nutzen kann und dafür auch die Vergütung bekommen kann. Aber danach muss er dann auf einen KIM-Dienst, zum Beispiel kv.dox, umschwenken.“

Mit dem KIM-Kommunikationsdienst kv.dox wird die KBV innerhalb der TI einen sicheren Austausch von Nachrichten und Dokumenten ermöglichen.

  • Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

    Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

  • Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020

    Quelle: Präsentation der kv.digital auf einem Pressegespräch zu KIM am 28.05.2020