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Stand 14.03.2019

Telematikinfrastruktur

Der Weg in die Telematikinfrastruktur

Telematikinfrastruktur: Datenautobahn für das Gesundheitswesen

Die Telematikinfrastruktur (TI) soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen miteinander vernetzen. Die Online-Kommunikation der einzelnen Akteure - wie elektronische Arztbriefe oder Telekonsile - soll nur noch über die TI laufen.

Ein wesentliches Ziel ist es, dass medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schneller und einfacher verfügbar sind. Oberste Priorität hat dabei die Datensicherheit.

Bestellen bis 31. März, installieren bis 30. Juni

Im E-Health-Gesetz steht es ganz konkret: Ab einem bestimmten Datum müssen alle Praxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Den im Gesetz genannten Termin musste der Gesetzgeber jedoch immer wieder verschieben, weil es fortwährend zu Verzögerungen bei der Bereitstellung der notwendigen Technik gekommen war.

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat der Gesetzgeber eine weitere Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2019 beschlossen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.

Das Speichern der Notfalldaten auf der eGK, die elektronische Patientenakte und ein elektronisches Patientenfach werden als weitere Anwendungen folgen.

 

Telematikinfrastruktur: Bestellfrist unbedingt einhalten

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des KBV-Vorstands:
„Die TI ist jetzt voll im Ausrollen begriffen, alle Hersteller haben inzwischen die notwendigen Komponenten beschafft, sind verfügbar. Es gibt aber teilweise Informationen, dass die Installationstermine nicht zeitgerecht vereinbart werden können. Das müssen wir abwarten.
Die großen Hersteller sind alle soweit. Sie haben alle Komponenten. Sie können auch installieren, soweit wir wissen. Die haben auch genug Manpower für die Installationen. Probleme machen eher die kleineren Hersteller, die nicht so breit aufgestellt sind, aber wir verlangen von denen natürlich auch, dass sie sich zumindest dann durch Zeitkräfte wie auch immer ausrüsten, um die Forderung ihrer Kunden zu erfüllen, denen dann sonst Sanktionen drohen. Konkret haben wir Meldungen, wie gesagt von kleineren Herstellern, dass es Probleme gibt. Wir wissen aber nicht definitiv, ob nicht auch diese Hersteller es schaffen, den 30.6. zu halten."

Praxen, die noch nicht an die TI angeschlossen sind, oder zumindest schon bestellt haben – für die hat der KBV-Vorstand einen dringenden Rat:

„Sie sollten in jedem Fall jetzt zu ihrem Hersteller gehen und noch in diesem Monat, also bis Ende des ersten Quartals, bestellen und das Ergebnis der Bestellung auch an ihre KV melden, selbst dann, wenn der Hersteller zur Zeit noch nicht in der Lage ist, alle Komponenten zu liefern oder rechtzeitig die Termine zu melden. Aus unserer Auffassung ist in einem solchen Fall auf jeden Fall der Arzt von Sanktionen befreit, weil er seine Verpflichtungen aus dem Gesetz erfüllt hat.“

Wenn es in Einzelfällen dennoch zu Schwierigkeiten kommt, sollten Praxen sich an ihre KV wenden.

"Wir würden aber natürlich politisch auf das BMG und die Politik insgesamt zugehen und um eine Ausnahme oder Verlängerung der Frist nachsuchen und wichtig wäre auch, dass das BMG den KVen die Möglichkeit gibt, in speziellen Einzelfällen auch selbst zu entscheiden. Das werden wir auch einfordern, insbesondere wenn der Markt so unübersichtlich bleibt, wie ich es eben angedeutet habe.“

Dieser Termin gilt: Nur noch bis zum 31. März läuft die Bestellfrist für die technische Ausstattung zur Telematikinfrastruktur. Danach bleiben weitere drei Monate Zeit, um die Praxis tatsächlich anzubinden. Dies verlangt das Gesetz, sonst drohen Sanktionen. Dr. Thomas Kriedel, Vorstand der KBV, erklärt, was Ärzte und Psychotherapeuten nun unbedingt tun sollten.

Weitere Informationen zum Thema

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Beim VSDM geht es darum, die Versichertenstammdaten der gesetzlich Krankenversicherten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert sind, aktuell zu halten. mehr

Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik)

Die gematik ist für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der TI verantwortlich. Gesellschafter sind die Spitzenverbände des deutschen Gesundheitswesens, darunter die KBV, die Bundesärztekammer, der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Apothekerverband.

Rechtsgrundlagen

Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der Telematikinfrastruktur gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V
Vertragsdatum: 14.12.2017
Fassung vom: 19.09.2018
Inkrafttreten: 15.10.2018
Vereinbarung zur Finanzierung der Telematikinfrastruktur (PDF, 135 KB)

Anlage 4a - Vereinbarung zum Inhalt und zur Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte

Vertragsdatum: 22.04.2008
Inkrafttreten: 01.01.2019
Anlage 4a - Vereinbarung zum Inhalt und zur Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte (PDF, 79 KB)

Anwendung der eGK - Technische Anlage zu Anlage 4a

Anwendung der eGK - Technische Anlage zu Anlage 4a
Vertragsdatum: 27.05.2014
Inkrafttreten: 17.04.2018
Anwendung der eGK - Technische Anlage zu Anlage 4a (PDF, 381 KB)

Begriffserklärungen

eHBA - Elektronischer Heilberufsausweis

Der elektronische Heilberufsausweis ist eine Chipkarte für Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheker und künftig auch Angehörige anderer Gesundheitsberufe. Er weist den Träger zweifelsfrei als Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppe aus.

Der elektronische Heilberufsausweis wird benötigt für die Identifizierung des Inhabers im elektronischen Netz. Mit ihm kann auch eine rechtssichere elektronische Unterschrift erstellt werden: die qualifizierte elektronische Signatur (QES).

Der elektronische Heilberufsausweis für Ärzte wird über die Landesärztekammern ausgegeben, für Psychotherapeuten ist die Landespsychotherapeutenkammer zuständig. Dort erhalten Interessenten auch alle weiteren Informationen, zum Beispiel zur Antragstellung und zu den Kosten.

gSMC-K - Gerätespezifische Security Module Smartcard, Typ Konnektor

Die gSMC-K ist die den Konnektor innerhalb der Telematikinfrastruktur eindeutig identifizierende fest verbaute Gerätekarte.

gSMC-KT - Gerätespezifische Secure Module Card vom Typ Kartenterminal

Die gSMC-KT ist die das eHealth-Kartenterminal identifizierende versiegelte Gerätekarte und stellt eine dauerhafte Verbindung des Kartenterminals mit dem Konnektor sicher.

HSM-B - Hardware Security Module, Typ B

Der HSM-B ist funktional äquivalent zur SMC-B, kann aber höhere Anforderungen an die Verarbeitungsgeschwindigkeit erfüllen.

KT - Kartenterminal

Zu unterscheiden ist zwischen stationären und mobilen Kartenterminals (MobKT). Onlinefähige stationäre Kartenterminals der Telematikinfrastruktur werden auch eHealth-Kartenterminals genannt. Sogenannte eHealth-BCS-Kartenterminals, teilweise auch BCS-Kartenterminals genannt, sind nicht für die Online-Anbindung an die Telematikinfrastruktur geeignet.

MobKT - Mobiles Kartenterminal

Das mobile Kartenterminal kommt hauptsächlich außerhalb der Vertragsarztpraxis – z.B. bei Hausbesuchen oder Behandlungen in Heimen – zum Einsatz. Es soll dem Leistungserbringer ermöglichen, außerhalb seiner Vertragsarztpraxis die Versichertenstammdaten seiner Patienten zu Abrechnungszwecken von der elektronischen Gesundheitskarte zu erfassen. Mobile Kartenterminal arbeiten ausschließlich im Offline-Betrieb und sind daher nicht mit der Telematikinfrastruktur verbunden.

QES - Qualifizierte elektronische Signatur

QES ist eine rechtssichere elektronische Unterschrift, die für einige medizinische Anwendungen zwingend erforderlich ist.

SMC-B - Secure Module Card, Typ B (Praxisausweis)

Die SMC-B ist ein Schlüsselspeicher für die privaten Schlüssel, die eine Einheit oder Organisation des Gesundheitswesens (z.B. Praxis, Apotheke, Krankenhaus) ausweisen.

Diese Schlüssel dienen als Ausweis gegenüber der eGK und gegenüber anderen Komponenten der Telematikinfrastruktur.