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Psychotherapie

Bewerbung zur Bearbeitung von Zweitgutachten

Informationen für Gutachter, die Zweitgutachten bearbeiten wollen

Legt ein Patient Widerspruch gegen die Ablehnung der Krankenkasse nach bereits erfolgter Begutachtung ein, kann die Krankenkasse ein sogenanntes Zweitgutachten beauftragen. Diese Zweitgutachten können von Gutachtern bearbeitet werden, die bereits bestellt sind und mindestens drei Jahre lang als Gutachter tätig waren.

Nur bereits bestellte Gutachter können sich zur Bearbeitung von Zweitgutachten bewerben. Die Bewerbung kann jederzeit mit dem Bewerbungsbogen erfolgen:

Hinweise zu den Qualifikationsanforderungen

Voraussetzung für eine Bearbeitung von Zweitgutachten ist eine aktuelle Bestellung als Gutachter und eine mindestens dreijährige, kontinuierlich ausgeübte Gutachtertätigkeit. Liegen die Voraussetzungen vor, kann die Bestellung des Gutachters entsprechend erweitert werden. Die Voraussetzungen finden sich in der Psychotherapie-Vereinbarung. Auch für die Bearbeitung von Zweitgutachten müssen die Qualifikationsvoraussetzungen als Gutachter weiterhin vorliegen.

Hilfreiche Links

Häufige Fragen

Was muss ich bei einer Bearbeitung von Zweitgutachten beachten?

Im „Handbuch Gutachtertätigkeit für die ambulante Psychotherapie“ finden Sie Hinweise zur Bearbeitung von Zweitgutachten. Das Zweitgutachten ist für Patienten, nach vorheriger Begutachtung und Ablehnung der Therapie durch die Krankenkasse, oft eine der letzten Möglichkeiten eine Einigung mit der Krankenkasse vor einer sozialgerichtlichen Auseinandersetzung zu finden. Die Vorgehensweise deckt sich weitgehend mit der Bearbeitung eines Gutachtens, ist jedoch aufwendiger als bei einem Erstgutachten. Die Stellungnahme ist in der Regel ausführlicher, da sie auf mehreren Unterlagen und Berichten beruht, die in der Bearbeitung der Stellungnahme berücksichtigt werden müssen (wie z. B. der Ergänzungsbericht des Therapeuten oder die Stellungnahme des vorherigen Gutachters). Die Einschätzung eines Zweitgutachtens beruht also auf einer breiteren (Daten-)Basis als das vorherige Gutachten. Gutachter, die Zweitgutachten bearbeiten, nehmen in ihren Empfehlungen auch auf die Vorarbeiten anderer Gutachter Bezug und kommen ggf. zu anderen Einschätzungen. Gutachter, die Zweitgutachten bearbeiten wollen, sollten daher bereit sein, diese Rollenzuweisungen annehmen zu wollen und besonders hohe Standards in Bezug auf die fachliche Neutralität und Kollegialität wahren.

Wann kann ich mich bewerben?

Eine Bewerbung kann jederzeit erfolgen. Bewerben können sich nur bereits bestellte Gutachter.

Ab wann kann ich in der Bearbeitung von Zweitgutachten tätig werden?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bestellt im Einvernehmen mit dem GKV-Spitzenverband erstmals zum 1. Juli 2019 Gutachter für die Bearbeitung von Zweitgutachten. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Tätigkeit möglich.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Bearbeitung von Zweitgutachten erfüllen?

Voraussetzung für eine Erweiterung der Bestellung zur Bearbeitung von Zweitgutachten ist eine mindestens dreijährige, kontinuierliche Tätigkeit als bestellter Gutachter. Auch für die Bearbeitung von Zweitgutachten müssen die Qualifikationsvoraussetzungen als Gutachter gemäß § 35 Psychotherapie-Richtlinie i. V. m. § 12 Psychotherapie-Vereinbarung weiterhin vorliegen.

Informationen für Interessenten an einer Gutachtertätigkeit

Was bedeutet „kontinuierliche“ Gutachtertätigkeit?

Voraussetzung für eine Erweiterung der Bestellung zur Bearbeitung von Zweitgutachten ist eine mindestens dreijährige, kontinuierliche Tätigkeit als Gutachter. Als kontinuierlich gilt, wenn der Gutachter in den letzten drei Jahren vor Bewerbung keine längeren Abwesenheitszeiten als drei Monate pro Kalenderjahr gemeldet und regelmäßig Gutachten bearbeitet hat.

Ich bin erst seit dem 1. Januar 2018 bestellt. Macht eine Bewerbung trotzdem jetzt schon Sinn?

Nein. Da eine Voraussetzung für die Bearbeitung von Zweitgutachten eine mindestens dreijährige kontinuierliche Tätigkeit als Gutachter ist, macht eine Bewerbung erst ab dem Jahr 2021 Sinn.

Wie ist die Bearbeitung von Zweitgutachten vergütet?

Krankenkassen vergüten Gutachtenaufträge bei Zweitgutachten derzeit mit je 35,80 Euro in der Kurzzeittherapie und 76,70 Euro in der Langzeittherapie.

Mit wie vielen Zweitgutachten pro Jahr ist zu rechnen?

Bis Ende Juni 2019 sind ca. 20 Obergutachter benannt, die in der Vergangenheit durchschnittlich ca. 120 bis 170 Obergutachten pro Kopf und Kalenderjahr bearbeitet haben. Künftige Zahlen ab Juli 2019 sind jedoch noch nicht abschätzbar, da die Anzahl der Aufträge schwankt, einerseits in Abhängigkeit der Patientenwidersprüche, andererseits in Abhängigkeit der Anzahl der Gutachter, die sich für die Bearbeitung von Zweitgutachten zur Verfügung stellen wollen.