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Ärztliche Versorgung für Touristen: Was muss der Arzt beachten?

Jedes Jahr besuchen uns in Deutschland mehr als 130 Millionen Menschen aus aller Welt. Da bleibt es nicht aus, dass auch der eine oder andere im Urlaub krank wird und hierzulande in die Arztpraxis kommt. Für den Arzt ist natürlich Patient gleich Patient: Doch bei der Abrechnung gelten unterschiedliche Regeln – je nach Herkunftsland. Eine Krankheit – drei Abrechnungswege für: Michiko aus Japan – Ömer aus der Türkei und Inga aus Schweden. Alle drei haben sich mächtig erkältet. Auch Inga. Aber: Nur sie hat eine Europäische Krankenversicherungskarte dabei.
OT Dr. Thomas Kopetsch, KBV: "Dann sind die Muster 80 und 81 auszufüllen; anstatt Muster 80 auszufüllen, kann auch die Krankenversichertenkarte plus der Reisepass oder Personalausweis des im Ausland Versicherten kopiert werden, und dann legt der Vertragsarzt einen Schein an – wie auch im Ersatzverfahren – und dann rechnet er ganz normal über seine Kassenärztliche Vereinigung ab. Das hat den großen Vorteil, dass diese Leistungen extrabudgetär vergütet werden für den Vertragsarzt. Das Muster 80, 81, respektive die Kopien werden dann an die deutsche aushelfende Krankenversicherung, die sich der im Ausland Versicherte bei dem Arzt ausgesucht hat, übermittelt."
Patientin Inga muss also eine deutsche gesetzliche Krankenkasse auswählen. Dort rechnet die Ärztin dann die Behandlungskosten ab. Sie gibt Inga die gleichen Leistungen, wie ihren deutschen, gesetzlich versicherten Patienten auch. Ömer kommt aus der Türkei. Hat also keine Europäische Versichertenkarte. Die Türkei aber hat ein Abkommen mit Deutschland – wie sieben weitere Staaten auch. Und so bringt Ömer einen Anspruchsnachweis seiner heimischen Krankenversicherung mit.
OT Dr. Thomas Kopetsch, KBV: "Diese im Ausland Krankenversicherten aus Abkommensstaaten, beispielsweise aus der Türkei oder Tunesien, die müssen zunächst mit ihrem E115, E116 – also die haben so einen europäischen Krankenschein – müssen sie zu einer deutschen Krankenkasse gehen und dort diesen ausländischen, diesen Berechtigungsschein in einen deutschen Abrechnungsschein umtauschen; und mit diesem Abrechnungsschein gehen sie dann zu einem deutschen Vertragsarzt, bekommen dann die Leistungen, die notwendig sind, zu dem Zeitpunkt, wenn der im Ausland Versicherte bei dem Vertragsarzt sich vorstellt."
Der Anspruchsnachweis reicht der Medizinischen Fachangestellten also nicht. Sie muss von Ömer zunächst das Arzthonorar verlangen – gemäß Gebührenordnung. Ömer hat dann zehn Tage Zeit, um sich bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse doch noch den Abrechnungsschein zu holen. Mit dem Schein rechnet dann die Praxis ab.
Unsere dritte Schniefnase: Michiko aus Japan. Also weder EU oder Schweiz, noch Abkommensstaat. Deshalb erhält der Arzt sein Honorar direkt von ihr – auf Basis der Gebührenordnung. Arzneimittel, Heilmittel und Hilfsmittel darf er ihr nur auf Privatrezept verschreiben.
Drei Abrechnungswege – drei gesunde Patienten.Der Arzt weiß: Bei seinem nächsten Fall mit ausländischer Krankenversicherung genügt der Blick ins Internet: www.kbv.de oder dvka.de – dort findet er alle Informationen für Leistungserbringer. Oder aber er ruft einfach bei seiner KV an.

Deutschland ist ein beliebtes Reiseland. Manchmal erkrankt ein Besucher und muss hier einen Arzt aufsuchen. Welche Regeln gelten dafür? Was muss der behandelnde Arzt dabei beachten? Welche Dokumente sind notwendig?

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