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Delegation

Regelungen zur Delegation ärztlicher Leistungen

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssen nicht alle Tätigkeiten bei der Behandlung ihrer Patienten selbst durchführen. Bestimmte Leistungen können sie an ihr nichtärztliches Personal delegieren, das sie so von einer Reihe von Tätigkeiten entlastet.

Die KBV hat eine Vereinbarung mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen getroffen, die die Delegation ärztlicher Leistungen regelt (Anlage 24 des Bundesmantelvertrags). Teil dieser Vereinbarung ist ein Katalog, der beispielhaft aufführt, welche Leistungen delegierbar sind. Zudem werden die Anforderungen für die Delegation beschrieben.

Damit eine nichtärztliche Fachkraft eine Tätigkeit übernehmen kann, muss sie mindestens einen Abschluss zur Medizinischen Fachangestellten oder eine vergleichbare Ausbildung in einem nichtärztlichen Heilberuf haben. Sie führt die Tätigkeiten stets unter ärztlicher Anleitung durch - die Verantwortung trägt dabei die Ärztin oder der Arzt.

In der Vereinbarung ist auch festgelegt, welche Tätigkeiten nicht delegierbar sind. Dazu gehören insbesondere die Anamnese, die Indikations- und Diagnosestellung sowie operative Eingriffe.

Delegation in der Arztpraxis: eine EVA für fast alle Fälle

Delegationsfähige Leistungen – mit EVA unterwegs
Vorbereitungen für ihre Tour durch das Münsterland: Astrid Schreck ist Entlastende Versorgungsassistentin, kurz EVA.
O-Ton Astrid Schreck:
„Ich habe die EVA-Ausbildung gemacht, weil ich nach so vielen Jahren, die ich in der Praxis nun gearbeitet habe, einfach mehr wollte, eine Erweiterung wollte, eine Veränderung wollte. Ich hab mich interessiert für das Arbeiten mit den Patienten zu Hause, um einfach die auch zu Hause zu betreuen.“
Rund 14 Jahre lang hatte sie in der Praxis gearbeitet: als Medizinische Fachangestellte. Nun – seit fast 2 Jahren – macht sie als EVA zusätzlich den Außendienst.
O-Ton Astrid Schreck:
„Bei den Hausbesuchen sind meine Aufgaben das Blutdruckmessen, die Blutabnahme, Verbände machen, vielleicht mal Fäden ziehen, aber auch mal Spritzen geben. All die Sachen, die der Doktor mir sagt, die mache ich, dokumentiere das in einer Karteikarte, komme in die Praxis und bespreche das mit dem Doktor. So ist gewährleistet, dass all die Sachen, die er mir sagt, ich auch mache.“
Denn ihr Chef macht die Ansagen: Hausarzt Dr. Hermann Werdeling überträgt ihr Aufgaben, die ursprünglich nur er als Arzt vornehmen dürfte. An eine EVA aber darf er sie delegieren: die so genannten delegationsfähigen Leistungen. Dafür hat Astrid Schreck ein Jahr lang auf die Prüfung gebüffelt; in ihrer Freizeit.
O-Ton Dr. Hermann Werdeling:
„Ich habe jetzt mehr Zeit meine Familienhausbesuche durchzuführen, hab auch mehr Zeit für die Patienten und behalte trotzdem die Übersicht, da wir regelmäßig die Hausbesuche und die Patientenproblematik durchsprechen.“
Während sich Astrid Schreck auf ihre nächsten Hausbesuche am Nachmittag vorbereitet, übernimmt ihre Kollegin Natalie Aden eine EKG-Untersuchung bei einem Praxispatienten. Auch das eine delegationsfähige Leistung – zu der ihre Ausbildung zur MFA sie befähigt.
Täglich mehr als 20 Hausbesuche hatte der Arzt Dr. Werdeling früher allein zu bestreiten – jetzt nimmt ihm Astrid Schreck einige davon ab: meist vier bis sechs am Tag.
O-Ton Astrid Schreck:
„Eine besondere Herausforderung bei den Hausbesuchen war einfach alleine mit den Patienten in deren gewohnter Umgebung zu sein, nicht in der Praxis zu sein, und ich war sehr nervös bei den ersten Malen. Aber im Prinzip dadurch, dass ich die Patienten wirklich ganz lange aus der Praxis kenne, haben sie mir die Nervosität genommen, und sie haben Vertrauen in mich gehabt und somit war das überhaupt gar kein Problem mehr.“

In Zeiten des Ärztemangels muss der Arzt Aufgaben abgeben, an speziell dafür ausgebildete Medizinische Fachangestellte. Das Video zeigt eine von ihnen Hausbesuchen im Auftrag des Hausarztes.