Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Familienplanung

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine Reihe von ärztlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem Thema Familienplanung. Dazu gehören Maßnahmen zur Empfängnisverhütung, künstlichen Befruchtung sowie Leistungen vor einer geplanten Schwangerschaft und rund um die Schwangerschaft und Geburt. Hierzu gibt es eine Reihe von Richtlinien und Beschlüssen, auf die sich die Vertragspartner im Gesundheitswesen geeinigt haben.

Empfängnisregelung

Empfängnisverhütung, Maßnahmen vor einer geplanten Schwangerschaft und Screening auf Chlamydien

Welche ärztlichen Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen bei der Empfängnisverhütung etwa mit Pille, Spirale oder Sterilisation, aber auch vor einer geplanten Schwangerschaft übernehmen, ist in den „Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch“ (früher: sonstige Hilfen) festgelegt. Hier ist auch das Chlamydien-Screening geregelt. Jungen Frauen wird empfohlen diese Untersuchung jährlich durchführen zu lassen, um Krankheiten durch diese sexuell übertragbaren Bakterien zu verhüten.

Ganzen Text anzeigen

Vor einer geplanten Schwangerschaft prüft die Ärztin beziehungsweise der Arzt den Impfpass auf fehlende Impfungen, die dann gegebenenfalls nachgeholt werden sollten. Für die Gesundheit des Kindes ist es wichtig, bereits vor der Empfängnis mit der Einnahme eines Folsäurepräparates zu beginnen. Auch solche ärztliche Leistungen und Beratungen sind Bestandteil der Richtlinien.

Künstliche Befruchtung

Insemination, In-Vitro-Fertilisation und intracytoplasmatische Spermieninjektion bei Kinderwunsch

Kinderlosigkeit kann bei manchen Paaren mit Kinderwunsch nur mit einer künstlichen Befruchtung behandelt werden. Entsprechende Maßnahmen gehören zum Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherungen. Allerdings müssen die Betroffenen die Hälfte der Behandlungskosten selbst tragen.

Ganzen Text anzeigen

Für die Maßnahmen gelten die „Richtlinien über künstliche Befruchtung“. Bei einer Insemination, In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) muss ein Behandlungsplan für beide Partner bei den Kassen vorgelegt und genehmigt werden. Was der Arzt oder die Ärztin in dem Behandlungsplan angeben muss, kann er/sie aus dem Muster-Behandlungsplan beziehungsweise am Folgebehandlungsplan in der Anlage der Richtlinien ableiten.

Behandlungen wegen Unfruchtbarkeit, bei denen keine künstliche Befruchtung angewendet wird, fallen nicht unter diese Richtlinien. Dazu zählen etwa reine Hormonbehandlungen bei der Frau, die einen Eisprung herbeiführen sollen. Sie gehören zur allgemeinen Krankenbehandlung.

Mutterschaftsvorsorge

Mutterschafts-Richtlinien und Mutterpass – rund um die Schwangerschaft und Geburt

Die ärztliche Betreuung in der Schwangerschaft ist in Deutschland eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Allen Schwangeren stehen regelmäßige, qualifizierte ärztliche Untersuchungen und Beratungen zur Verfügung. Im Mutterpass werden alle wichtigen Befunde eingetragen, die Ärzte, Hebammen und andere medizinische Fachberufe bei der Behandlung einer Schwangeren – auch im Notfall – brauchen.

Ganzen Text anzeigen

In den „Mutterschafts-Richtlinien“ ist geregelt, welche Untersuchungen allen Schwangeren angeboten werden können, um rechtzeitig besondere Risiken zu erkennen. Diese dienen dazu, die Schwangerschaft, Entbindung und das Wochenbett so sicher wie möglich für Mutter und Kind zu gestalten. Der Mutterpass ist eine Anlage dieser Richtlinien. Ihn gibt es seit fast 50 Jahren. Das Konzept hat sich durchgesetzt: Der Anteil der Schwangeren, die ohne Mutterpass in der Geburtsklinik erscheinen, beträgt nur 0,4 Prozent.

Wer bestimmt den Inhalt der Richtlinien?

Die Partner der Gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen legen fest, welche Leistungen in die Richtlinien aufgenommen werden. Das sind bei den Themen rund um die Familienplanung die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Ganzen Text anzeigen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat bei diesen Beratungen die Geschäftsführung inne. Er gibt die Richtlinien und den Mutterpass für die Partner der Selbstverwaltung heraus.

Auch die Patientenseite ist mit ihren Vertretern an diesen Beratungen beteiligt und kann Anträge stellen.
Aktuelle Beratungsthemen sind unter anderem das Ultraschall-Screening in der Schwangerschaft und die Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).