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Stand 19.07.2016

PET/CT

Qualitätssicherung der Positronenemissionstomographie und Positronenemissionstomographie mit Computertomographie

Zum 1. Januar 2016 wurde ein neuer Abschnitt 34.7 „Diagnostische Positronenemissionstomographie (PET), Diagnostische Positronenemissionstomographie mit Computertomographie (PET/CT)“ in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen.

Die Untersuchungsmethode darf von Nuklearmedizinern oder Radiologen, die zur Durchführung der PET nach der für sie geltenden Weiterbildungsordnung berechtigt sind, erbracht werden. Um die Gebührenordnungspositionen (GOP) abrechnen zu können, wird eine Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) benötigt.

Die Voraussetzungen sind in der neuen Qualitätssicherungs-Vereinbarung PET, PET/CT geregelt, die zum 1. Juli 2016 in Kraft getreten ist. Zusätzlich ist eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungs-Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V erforderlich, sofern eine CT durchgeführt wird. Sofern die fachlichen Anforderungen nicht vom selben Arzt erfüllt werden, kann die Durchführung der PET/CT auch in Kooperation, z.B. zwischen einem Nuklearmediziner und einem Radiologen, erfolgen.

Grundlage der Qualitätssicherungs-Vereinbarung PET, PET/CT bildet die Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA), bei der die PET zum 1. April 2007 als anerkannte Methode bei bestimmten Indikationen aufgenommen wurde sowie Mindestanforderungen an die Qualitätssicherung festgelegt wurden.

Die Qualitätssicherungs-Vereinbarung beinhaltet insbesondere Anforderungen an die fachliche Qualifikation sowie apparative und organisatorische Voraussetzungen. Darüber hinaus schreibt die G-BA-Richtlinie eine stichprobenartige Überprüfung der ärztlichen Dokumentation vor. Aus diesem Grund wurden in der Qualitätssicherungs-Vereinbarung auch Anforderungen an die Dokumentation sowie an die Stichprobenprüfung festgelegt.

Download der QS-Vereinbarung

PET, PET/CT

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur diagnostischen Positronenemissionstomographie, diagnostischen Positronenemissionstomographie mit Computertomographie
Vertragsdatum: 22.11.2017
Inkrafttreten: 01.10.2017
PET, PET/CT (PDF, 89 KB)

Anforderungen an die Qualitätssicherung bei PET und PET/CT

Fachliche Befähigung

Zur fachlichen Befähigung weisen Radiologen und Nuklearmediziner 1.000 PET-Untersuchungen zu onkologischen Fragestellungen nach, die sie unter Anleitung innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung vorgenommen haben.

Zudem sind Kenntnisse und Erfahrungen bei der Einordnung von PET-Befunden in den Kontext anderer bildgebender Verfahren erforderlich. Ärzte weisen dies durch die Einordnung von 200 CT oder Magnetresonanztomographien (MRT) in den diagnostischen Kontext mit PET-Befunden nach.

Die Durchführung der PET/CT kann auch in Kooperation erfolgen, sofern die fachlichen Anforderungen für die PET einerseits und die CT andererseits nicht vom selben Arzt erfüllt werden. Zusätzlich ist eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Strahlendiagnostik und -therapie erforderlich, sofern eine CT durchgeführt wird.

Aufrechterhalten der fachlichen Befähigung

Damit sie ihre Genehmigung behalten, müssen Radiologen und Nuklearmediziner an Fortbildungsmaßnahmen zu onkologischen Fragestellungen teilnehmen. Dazu weisen sie gegenüber der KV mindestens 20 Fortbildungspunkte innerhalb von jeweils 24 Monaten nach.

Stichprobenartige Überprüfung der Dokumentation

Die ärztliche Dokumentation der PET und PET/CT wird stichprobenartig überprüft. Dazu müssen alle Ärzte, die eine Genehmigung haben, innerhalb von jeweils drei Jahren zwölf abgerechnete PET- beziehungsweise PET/CT-Untersuchungen einreichen. Das Intervall zwischen den Prüfungen wurde erfolgsabhängig gestaltet.

Apparative Voraussetzungen

Für die Tumordiagnostik mittels PET beziehungsweise PET/CT ist unter anderem der Einsatz eines PET-Systems mit einer räumlichen Auflösung von ≤ 5,5 Millimetern erforderlich.

Für Alt-Geräte, mit denen in den letzten fünf Jahren regelmäßig PET-Untersuchungen durchgeführt wurden, gilt eine Übergangsregelung. Sie dürfen eine Auflösung von ≤ 7 Millimetern haben, wenn die Genehmigung innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der QS-Vereinbarung beantragt wurde. Diese Geräte dürfen längstens bis sechs Jahre nach Inkrafttreten dieser Vereinbarung verwendet werden.

Auch ist eine Notfallausrüstung vorzuhalten, die mindestens aus Frischluftbeatmungsgerät, Absaugvorrichtung, Sauerstoffversorgung, Rufanlage und Notfall-Arztkoffer bestehen muss.

Anforderungen an die Zusammenarbeit

In der QS-Vereinbarung PET, PET/CT ist festgelegt, dass Indikationsstellung, Befund- und gegebenenfalls erforderliche Nachbesprechung in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgen. Die genaue Teamzusammensetzung ist abhängig von der konkreten Indikation.

Keine Präsenzpflicht

Eine Präsenzpflicht der beteiligten Ärzte bei der interdisziplinären Zusammenarbeit im Team ist nicht vorgeschrieben.

Übergangsregelung und Genehmigungen seit Januar 2016

Die neue QS-Vereinbarung sieht Übergangsregelungen vor. Diese stellen sicher, dass Ärzte, die schon vor dem Inkrafttreten der Vereinbarung am 1. Juli 2016 regelmäßig Leistungen der PET beziehungsweise PET/CT durchgeführt haben, eine Genehmigung von der KV erhalten können.

Ebenso behalten Genehmigungen, die seit dem 1. Januar 2016 auf der Grundlage der G-BA-Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ erteilt wurden, ihre Gültigkeit.

EBM: Details zur PET und PET/CT

Die neuen Gebührenordnungspositionen

Die Vergütung der neuen Gebührenordnungspositionen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung:

Ab 1. Januar 2016  PET des Körperstammes PET von Teilen des Körperstammes 
bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen GOP 34700 /
4456 Punkte
GOP 34702 /
3565 Punkte
mit gleichzeitiger diagnostischer CT GOP 34701 /
5653 Punkte
GOP 34703 /
4523 Punkte
Erläuterung zur Bewertung: Ab 1. Januar 2016 beträgt der Orientierungswert 10,4361 Cent.

Ebenfalls zum 1. Januar 2016 wird die Kostenpauschale 40584 (255 Euro) in den Abschnitt 40.10 aufgenommen. Sie ist für Sachkosten im Zusammenhang mit den neuen Leistungen (GOP 34700 bis 34703) bei Verwendung des Radionuklids 18F-Fluordesoxyglukose berechnungsfähig.

Abrechnungsvoraussetzungen

Die Leistungen dürfen Fachärzte für Nuklearmedizin und Fachärzte für Radiologie abrechnen, die die Voraussetzungen aus Nr. 14 der Anlage I zur Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung erfüllen. Dazu zählen unter anderem Erfahrung in der Durchführung von PET, Zusammenarbeit bestimmter Fachgruppen, regelmäßige Fortbildungen sowie apparative Anforderungen. Die Ärzte müssen die Leistung dokumentieren.

Diese Voraussetzungen gelten solange bis eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung in Kraft getreten ist – längstens bis zum 30. Juni 2016.

Indikationen

Bei den folgenden Indikationen beziehungsweise Fragestellungen darf ein PET / PET/CT zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden:

  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen.
  • Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen.
  • Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist.
  • Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint.
  • Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
  • Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie.

Die Details finden Sie in Nr. 14 der Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA sowie im Beschluss des Bewertungsausschusses.