TIPP: QEP-Qualitätsziel-Katalog Version 2010 ist ab sofort im Buchhandel erhältlich!
Weiterführende Informationen unter www.kbv.de/qep/11578.html
Häufig gestellte Fragen (FAQ's) zu QEP 2010 unter www.kbv.de/qep/39401.html
Nutzen von Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement (QM) ist ein sinnvolles Instrument der Unternehmensführung. Es dient dazu, Arbeitsabläufe zu optimieren und die Qualität von Produkten und Dienstleistungen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Wesentliches Merkmal ist der sogenannte PDCA-Zyklus (plan -planen; do - handeln; check - überprüfen, hinterfragen; act - anpassen, reagieren), der immer wieder durchlaufen wird.
Mit QM können relevante Vorgänge und Abläufe in einer Praxis geplant und strukturiert werden. Dies bezieht sich sowohl auf die medizinischen/ psychotherapeutischen Prozesse, als auch auf die organisatorischen Aspekte einer Praxis. Wenn alle Vorgänge und Abläufe systematisch, mit geklärten Verantwortlichkeiten geplant und durchgeführt sowie im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten hinterfragt werden, kann dies zur Stabilisierung der Abläufe einer Praxis beitragen. Dies führt nicht nur zu einer weiter verbesserten Patientenversorgung, sondern auch zu Ressourceneinsparungen in der Praxis.
Praxen, die bereits QM eingeführt haben, berichten von Zeit- und Kosteneinsparungen - beispielsweise durch die Reduzierung von Überstunden, die geänderte Lagerhaltung, die Einsparung doppelter Arbeitsgänge, preiswerteren Einkauf, günstigere Versicherungsprämien und vieles mehr.
Ob Praxisleitung, Mitarbeiter oder Patienten Qualitätsmanagement bietet Vorteile für alle Beteiligten.
Nutzen für Ärzte und Psychotherapeuten
Ärzten und Psychotherapeuten bietet QM ein Führungsinstrument für die gesamte Praxis mit zahlreichen positiven Auswirkungen:
- Optimaler Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen durch strukturierte Abläufe
- Arbeitsentlastung und größere Arbeitszufriedenheit durch effiziente und (teil)standardisierte Praxisorganisation
- Vermeidung von Fehlern und Minimierung von Risiken durch klare Regelung der Verantwortlichkeiten
- Mehr Transparenz durch Dokumentation des Praxis Know-hows
- Optimierung der internen und externen Kommunikations- und Kooperationsstrukturen (verbesserter Informationsfluss zwischen Ärzten, Mitarbeitern und Einrichtungen des Gesundheitswesens)
- Leichtere Umsetzung von Neuerungen oder Sondervertägen wie beispielsweise der Disease Management Programme
- Objektivierung der eigenen Tätigkeit durch Definition von Qualitätsmerkmalen und Praxiszielen sowie deren regelmäßige Überprüfung
Nutzen für Mitarbeiter
Auch die Mitarbeiter profitieren von QM. Ihre Vorteile sind:
- Arbeitsentlastung durch effiziente Arbeitsorganisation
- Arbeitszufriedenheit durch klare Regelung der Verantwortlichkeiten
- Leichtere Einarbeitung neuer Mitarbeiter und reibungslose Urlaubs- und Krankheitsvertretung durch transparente Dokumentation
- Angenehmes Arbeitsklima
Nutzen für Patienten
- Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung ergab, dass sich die Mehrheit der Versicherten mehr Transparenz in der Qualität der Versorgung wünschen. Genau das leistet QM.
- Eine effiziente Praxisorganisation ermöglicht dem Arzt oder Therapeuten mehr Zeit für die Patienten zu haben.
- Durch die lückenlose Dokumentation und die Verbesserung des Informationsflusses zu anderen Ärzten und Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wird die Kontinuität der Behandlung gewährleistet.
- Die Zufriedenheit der Patienten wird in Befragungen ermittelt.
Hintergrund
Qualitätsförderung und -darstellung werden intensiv diskutiert. Hierzu gehören u.a. die Qualitätszirkelarbeit, Qualitätsmanagement, Qualitätsberichte oder Qualitätsindikatoren. Befördert durch die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz sowie durch den Eingang des internen Qualitätsmanagements in die Gesetzesreform (GMG) ab 1. Januar 2004 entstand die Notwendigkeit für die Kassenärztlichen Vereinigungen, sich dieses Themas anzunehmen. Seit 1.1.2006 ist die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, die die Anforderungen an QM-Systeme in Praxen dezidiert festlegt, in Kraft getreten (siehe "Gesetzliche Vorgaben zu QM").
Der Vorstand der KBV hat als Bestandteil der Qualitätsoffensive schon im Jahr 2002 das Thema Qualitätsmanagement zu einer der Prioritäten erklärt, die, neben der Entwicklung von Rückmeldesystemen, Weiterentwicklung der Qualitätszirkelarbeit sowie der Erstellung von Qualitätsberichten, vorrangig zu entwickeln sind.

