Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Elektronischer Arztbrief

eArztbrief

Informationen schnell und sicher übermitteln

Ärzte und Psychotherapeuten können schon länger elektronische Arztbriefe (eArztbriefe) direkt aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) heraus versenden und empfangen. Mit einem neuen Vergütungsmodell sollen diese Briefe ab 1. Juli 2020 zusätzlich gefördert werden. Ärzte und Psychotherapeuten benötigen für den Versand den elektronischen Heilberufsausweis, um damit qualifizierte elektronische Signaturen (QES) erstellen zu können. Das PVS und das eArztbrief-Modul müssen von der KBV zugelassen sein.

Technische Anforderungen

Für den Versand und Empfang der eArztbriefe hat der Gesetzgeber besondere Sicherheitsanforderungen gestellt. Praxen müssen dafür zukünftig den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) einsetzen. Der Dienst, der bisher unter der Bezeichnung KOM-LE firmierte, wird von der gematik für die Telematikinfrastruktur zugelassen und soll für eine größtmögliche Sicherheit sorgen. Bisher steht ein solcher Dienst jedoch nicht zur Verfügung. Praxen können deshalb übergangsweise alternative Kommunikationsdienste wie KV-Connect nutzen. Diese Übergangszeit endet ein halbes Jahr, nachdem der erste KIM-Dienst für Praxen verfügbar ist. Zudem ist ein Praxisverwaltungssystem notwendig, das durch die KBV für den eArztbrief zertifiziert ist.

 

Vergütung des elektronischen Arztbriefes

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, um Arztbriefe elektronisch übermitteln zu können, wird die Förderung von 55 Cent pro Brief zwischen beiden aufgeteilt.

Vergütung bis 30. Juni 2020

GOP Bezeichnung Vergütung
86900 Versenden eines elektronischen Briefes je Empfänger-Praxis 28 Cent
86901 Empfangen eines elektronischen Briefes 27 Cent

Hinweise

  • GOP 86900 und 86901: Für die Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt. Das heißt: Mehr Geld bekommt der Arzt oder Psychotherapeut nicht erstattet, auch wenn er mehr eArztbriefe versandt und/oder empfangen hat.
  • Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die oben aufgeführten Abrechnungspositionen berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen für Portokosten GOP 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

 

Vergütung ab 1. Juli 2020

Bei elektronischer Post wird weiterhin der Versand und der Empfang von Briefen abgerechnet und vergütet. Hinzu kommt eine Strukturförderpauschale für den Versand:

  • Versand von Briefen: GOP 86900 für den Versand (0,28 Euro) plus GOP 01660 für die Strukturförderpauschale (1 Punkt / 0,1099 Euro)
  • Empfang von Briefen: GOP 86901 für den Empfang (0,27 Euro)

Hinweise

  • GOP 86900 und 86901: Für die Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt. Das heißt: Mehr Geld bekommt der Arzt oder Psychotherapeut nicht erstattet, auch wenn er mehr eArztbriefe versandt und/oder empfangen hat. Für die GOP 01660 gibt es keinen Höchstwert.
  • GOP 01660: Der Versand des eArztbriefes wird in den nächsten drei Jahren zusätzlich mit einem EBM-Punkt (10,99 Cent) pro Brief gefördert. Die knapp elf Cent pro Brief werden auch gezahlt, wenn die Praxis den Höchstwert von 23,40 Euro erreicht hat.
  • Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die oben aufgeführten Abrechnungspositionen berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen für Portokosten GOP 40120 bis 40126 abgerechnet werden.

Beispiele

  • Beispiel 1: Ein Arzt versendet 25 eArztbriefe und empfängt 75 eArztbriefe. Er erhält den Höchstbetrag von 23,40 Euro zuzüglich der Strukturförderpauschale für den Versand von rund 2,75 Euro (25 x 10,99 Cent)
  • Beispiel 2: Ein Psychotherapeut versendet 20 eArztbriefe und empfängt 30. Er erhält 13,70 Euro zuzüglich der Strukturförderpauschale von rund 2,20 Euro (20 x 10,99 Cent).

Finanzierung des Übertragungsdienstes

  • Auch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen bereits jetzt eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst.
  • Für die Einrichtung der Praxis für den Versand von eArztbriefen und die Nutzung von KIM erhalten Praxen zusätzlich einmalig 100 Euro je Praxis. Hierfür ist der Nachweis gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung notwending, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind. 

Das benötigen Ärzte, um den eArztbrief nutzen zu können

Das benötigen Ärzte, um den eArztbrief nutzen zu können:

 

  1. PVS-Softwaremodul eArztbrief:
    Übersicht darüber, welche Zertifizierungen die einzelne Software abgeschlossen hat
  2. Zugang zum Sicheren Netz der KVen:
    Anbieter-Übersicht
  3. Registrierung für KV-Connect (Kommunikationsdienst im SNK):
    Zugangsdaten sowie eine persönliche E-Mail-Adresse erhalten Ärzte und Psychotherapeuten kostenfrei bei ihrer KV.
  4. eHBA
    Antrag bei der Landesärztekammer oder Landespsychotherapeutenkammer
  5. Kartenlesegerät mit QES-Funktion
  6. Signiersoftware:
    Spezielle Signiersoftware bieten zum Beispiel die Trustcenter an, die auch den eHBA ausgeben.

Versand nur mit elektronischem Heilberufsausweis

Zum Versenden von eArztbriefen benötigen Ärzte und Psychotherapeuten einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Der Ausweis wird für die Identifizierung des Inhabers im elektronischen Netz benötigt. Mit ihm kann auch eine rechtssichere elektronische Unterschrift erstellt werden: die qualifizierte elektronische Signatur (QES).

Der eHBA für Ärzte wird über die Landesärztekammern ausgegeben, für Psychotherapeuten ist die Landespsychotherapeutenkammer zuständig. Dort erhalten Interessenten auch alle weiteren Informationen, zum Beispiel zur Antragstellung und zu den Kosten.

Im Rahmen der Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur werden die monatlichen Kosten für den eHBA zur Hälfte übernommen.

 

 

Weitere Informationen