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Rehabilitation

Seit dem 1. April 2020 gilt ein neues Muster 61. Falls aktuell noch das alte Formular in der Praxissoftware hinterlegt ist, dürfen Ärzte und Psychotherapeuten dieses weiterhin verwenden. Die Ausnahme gilt bis zum 30. Juni 2020.

Hinweise zum Muster 61

Änderungen ab 1. April 2020

Ärzte können nun ankreuzen, dass sie einem pflegenden Angehörigen eine stationäre Reha verordnen. In diesem Fall ist der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ausnahmsweise nicht zu beachten. Der Rechtsanspruch wurde 2019 mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz geschaffen.

Zudem können sich pflegende Angehörige wünschen, dass der Pflegebedürftige während der Rehabilitation in ihrer Reha-Einrichtung betreut wird oder in einer anderen Einrichtung (z.B. Kurzzeitpflege). Die gewünschte Versorgungsform kreuzen Ärzte ebenfalls auf Muster 61 an.

Wenn der Pflegebedürftige nicht mit aufgenommen werden kann, muss die Kranken- oder Pflegekasse seine Betreuung für die Zeit organisieren, in der der pflegende Angehörige in der Reha-Einrichtung ist. Sprechen medizinische Gründe gegen die Mitaufnahme des Pflegebedürftigen, geben Ärzte diese unter „Sonstiges“ an. Dies kann etwa bei schweren Erschöpfungssyndromen oder depressiven Störungen des pflegenden Angehörigen der Fall sein, bei denen eine räumliche/örtliche Distanzierung vom sozialen Umfeld für eine positive Reha-Prognose notwendig erscheint.

Feststellung des Kostenträgers

Das Muster 61 wird ausgefüllt, um prüfen zu lassen, ob die Krankenkassen leistungsrechtlich zuständig sind oder beispielsweise die Rentenversicherung. Folgende Hinweise sind dabei zu beachten:

Nur Teil A ausfüllen

Wenn Ärzte eine Reha-Beratung veranlassen wollen, füllen sie nur Teil A aus und übermitteln ihn an die Krankenkasse. Die Teile B bis D müssen nicht ausgefüllt und auch nicht mitgeschickt werden.

Wenn in der Praxis nicht klar ist, ob die Krankenkasse für den Patienten zuständig ist, können Ärzte die Zuständigkeit prüfen lassen. Dazu füllen sie ebenfalls nur Teil A aus und übermitteln ihn an die Krankenkasse.

Teile B bis D ausfüllen

Erst wenn klar ist, dass die Krankenkasse für die Rehabilitationsleistung zuständig ist, sind die Teile B bis D auszufüllen und an die jeweilige Krankenkasse zu übermitteln.

So werden Teile B bis D ausgefüllt

Auf den Teilen B bis D des Musters 61 werden alle notwendigen Angaben für die Verordnung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation abgefragt. Die Verordnung gliedert sich in sieben Abschnitte:

Rehabilitationsbegründende und weitere Diagnosen

Hier geben Ärzte alle relevanten Diagnosen verschlüsselt nach ICD-10-GM an. Reicht die Verschlüsselung nicht aus, stehen Freitextfelder zur Verfügung, um zusätzliche Angaben zu machen.

Rehabilitationsbedürftigkeit und Verlauf der Krankenbehandlung

Hier schildern Ärzte kurz die Krankengeschichte und listen Schädigungen und Befunde auf, die für die Rehabilitation relevant sind. Sie können hier unter anderem rehabilitationsrelevante Hilfsmittel, Arzneimittel aber auch andere Maßnahmen (beispielsweise Patientenschulungen, Reha-Sport/Funktionstraining, Selbsthilfeangebote) angeben. Zudem können Faktoren, die positiv und/oder negativ wirken, notiert werden (beispielsweise in einer Familie lebend oder soziale Isolation). Auch Risikofaktoren und Gefährdungen können angegeben werden, zum Beispiel Übergewicht.

Rehabilitationsfähigkeit

Hier geben Ärzte an, ob ihr Patient ausreichend belastbar und in der Verfassung ist, eine Rehabilitation zu absolvieren.

Rehabilitationsziele

Hier geben Ärzte an, welche Ziele mit der Rehabilitationsleistung erreicht werden sollen, zum Beispiel „Gehen kurzer Strecken“.

Rehabilitationsprognose

Hier geben Ärzte an, ob die zuvor formulierten Ziele durch die empfohlene Leistung und im vorgesehenen Zeitraum voll oder gegebenenfalls nur eingeschränkt werden können.

Zuweisungsempfehlungen

Hier ist beispielsweise anzugeben, ob und welche Anforderungen die Reha-Einrichtung erfüllen soll.

Sonstige Angaben

Hier sind Angaben zum Beispiel zur Reisefähigkeit oder zum Bestehen einer Schwangerschaft möglich. Sofern Anhaltspunkte für weitere Bedarfe an Leistungen zur Teilhabe bestehen (beispielsweise Leistungen zur sozialen Teilhabe oder Teilhabe am Arbeitsleben), können diese hier benannt werden.

Verordnungsbefugnis für Psychotherapeuten

Nicht nur Ärzte, auch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten dürfen Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen.

Die KBV hat hierzu eine Broschüre „PraxisWissen: Hinweise zur Verordnung für Psychotherapeuten“ herausgegeben. Sie informiert über die wichtigsten Regeln und Grundlagen und stellt Details zu den insgesamt vier verordnungsfähigen Leistungen, die Psychotherapeuten verordnen dürfen, vor.

Broschüre