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Zytologie bei der Cervix Uteri

Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen von Abstrichen der Cervix Uteri

Die Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie ist 1992 in Kraft getreten und wurde 2007 grundlegend geändert. Zum 1. Januar 2015 wird sie erneut angepasst. Ein wesentlicher Grund ist die Aktualisierung des bundesweit gebräuchlichen Befundschemas: Am 1. Juli 2014 hat die Münchner Nomenklatur III die bis dahin geltende Münchner Nomenklatur II abgelöst. Dadurch wurden auch Änderungen an der QS-Vereinbarung notwendig. Diese betreffen die Dokumentation der Präparatebefundung sowie die Erstellung der Jahresstatistik nach der Münchner Nomenklatur III.
Um eine Umstellung im laufenden Jahr zu vermeiden, werden die Vorgaben erst ab dem 1. Januar 2015 verbindlich. So erfolgt die Erstellung der Jahresstatistik für das Jahr 2014 noch nach der alten Münchner Nomenklatur II.

Ärzte, die aber bereits ab dem 1. Juli 2014 nach der Münchener Nomenklatur III befunden wollen, können dies bedenkenlos tun. Die neue Version lässt sich leicht in die alte Nomenklatur überführen, da die übergeordneten Gruppen gleich geblieben sind. Ab dem Berichtsjahr 2015 erfolgt die Jahresstatistik dann nach der Münchner Nomenklatur III. Die KBV stellt Ärzten in einer Praxisinformation vor, was sich für ihre Arbeit ändert.

Die weiteren Inhalte der QS-Vereinbarung bleiben unverändert. So betrifft die Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie insbesondere folgende Bereiche:

  • Einheitliche Eingangsqualifikation: Die Qualifikationsvoraussetzungen zur Durchführung und Abrechnung zytologischer Untersuchungen sind für die berechtigten Facharztgruppen (Pathologen und Gynäkologen) einheitlich geregelt. Darüber hinaus ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Präparateprüfung Voraussetzung.
  • Fachliche Qualifikation der Präparatebefunder: Die Vereinbarung umfasst auch verbindliche Vorgaben zur fachliche Qualifikation der im Zytologie-Labor unter Anleitung und Aufsicht des zytologieverantwortlichen Arztes tätigen Präparatebefunder.
  • Durchführung von zytologischen Präparatebefundungen: Vorgaben zur Durchführung von zytologischen Präparatebefundungen sehen vor, dass sie in den Räumen der zytologischen Einrichtung, an einem zytologischen Arbeitsplatz erfolgen. Entsprechend international üblichen Standards dürfen am Mikroskop arbeitende Präparatebefunder durchschnittlich pro Arbeitsstunde nicht mehr als zehn Präparate befunden. Die Vereinbarung enthält Vorgaben zur Präparateaufbereitung, und zur Präparatebefundung nach der Münchner Nomenklatur und regelt, welche Präparate vom zytologieverantwortlichen Arzt zu begutachten sind.
  • Stichprobenprüfung der Präparatequalität und ärztlichen Dokumentation: Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen in Qualitätssicherungskommissionen regelmäßig Präparate mit der dazugehörenden Dokumentation und Befundung auf ausreichende technische Präparatequalität, zutreffende und vollständige Beurteilung des Präparates sowie auf vollständige Dokumentation.
  • Statistische Erfassung der Untersuchungsergebnisse: Der zytologieverantwortliche Arzt erstellt eine Jahresstatistik, die eine fallbezogene Auflistung der zytologischen Befundgruppen enthält. Im Rahmen der internen Praxisorganisation ist anhand dieser Jahresstatistik eine Zusammenführung und Korrelation zytologischer und histologischer Befundergebnisse vorzunehmen.

Konventionelle Technik oder Dünnschicht-Methode?

Hinweise zu zytologischen Untersuchungsverfahren der Ekto- und Endozervix

Die gynäkologische-zytologische Untersuchung der Zervix kann mittels „konventioneller“ oder Dünnschichtzytologie erfolgen. Doch wann ist welches Verfahren in der vertragsärztlichen gynäkologischen Zytologie zulässig? Dafür gibt es klare Regeln.

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1. Zytologische Untersuchung im Rahmen der Krebsfrüherkennung 

Erfolgt die Entnahme und Untersuchung von Zellmaterial zum Zwecke der Krebsfrüherkennung, ist die konventionelle Abstrich- und Analysetechnik vorgeschrieben. Grundlage bildet die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (§§ 6 bis 8) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Im § 6 der Richtlinie heißt es, dass die Entnahme „in der Regel mit Hilfe von Spatel (Portio-Oberfläche) und Bürste (Zervikalkanal)“ durchzuführen ist. Ferner schreibt der G-BA mit einem Beschluss zur Krebserkennungs-Richtlinie vom 19. Dezember 2006 vor, „die Methoden der Dünnschichtzytologie und der HPV-Untersuchung als Früherkennungsuntersuchungen für das Zervixkarzinom nicht zur Anwendung zu bringen“.

Daraus folgt:

  • Zytologische Untersuchungen der Ekto- und Endozervix zur Krebsvorsorge sind ausschließlich in klassisch konventioneller Technik zu erbringen. Die Anwendung der Dünnschichtzytologie ist ausgeschlossen.
  • Die Abstrichentnahme nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 01730 und 01733 muss in der Regel mittels Spatel und Bürste durchgeführt werden.
  • Die zytologische Untersuchung nach der GOP 01733 darf nur mit konventionellem Ausstrich, Fixierung durch Alkohol und Färbung nach Papanicolaou durchgeführt werden.

2. Zytologische Untersuchung im Rahmen der Empfängnisregelung

Für die Untersuchungen nach den Gebührenordnungspositionen 01825 (Abstrichentnahme) und 01826 (zytologische Untersuchung) im Rahmen der Empfängnisregelung gibt es keine Festlegungen in der entsprechenden Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch des G-BA.

Daraus folgt

  • Diese Gebührenordnungspositionen 01825 und 01826 können sowohl bei einer konventionellen Zytologie als auch bei Anwendung der Dünnschichtzytologie abgerechnet werden.

3. Zytologische Untersuchung im Rahmen der kurativen Versorgung

Für die Untersuchungen nach der Gebührenordnungsposition 19311 (Abstrichentnahme) sind die Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie ebenfalls nicht anzuwenden.

Daraus folgt:

  • Die Gebührenordnungsposition 19311 kann sowohl bei einer konventionellen Zytologie als auch bei Anwendung der Dünnschichtzytologie abgerechnet werden.
    Bitte beachten Sie auch, dass die Abstrichentnahme Bestandteil der Grundpauschale ist. Sie ist daher nicht gesondert berechnungsfähig.

Hinweis zur Überweisung

Die Überweisung des Abstrichs zu einer zytologischen Untersuchung muss dem Labor für die Abrechnung eine eindeutige Zuordnung des Auftrags zu der Krebsfrüherkennung, der Empfängnisregelung oder einer kurativen Fragestellung ermöglichen.

Krebsfrüherkennung: Berichte seit 1. Januar 2015 auf neuem Muster 39

Zytologen müssen die Krebsfrüherkennungs-Befunde seit dem 1. Januar 2015 auf einem neuen Muster 39 dokumentieren. Die vorherigen Dokumentationsvordrucke dürfen nicht weiter verwendet werden.

Hintergrundinformationen

Seit 1. Juli 2014 gilt für die gynäkologische Zytodiagnostik der Cervix uteri (Gebärmutterhals) ein neues Klassifikationsmodell: die Münchner Nomenklatur III. Es ist bundesweit die Grundlage für eine einheitliche Dokumentation der Befunde. Die neue Version III ermöglicht den Zytologen unter anderem eine noch differenziertere Befundung.

Zum 1. Januar 2015 wurde die Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie an diese neue Münchner Nomenklatur III angepasst. Die Vereinbarung schreibt vor, dass Ärzte die neue Version III verwenden müssen – und zwar sowohl bei der Befunddokumentation, als auch für die Jahresstatistik ab dem Berichtsjahr 2015.

Anpassung des Formularfeldes „Zytologischer Befund“

Damit Ärzte auf Basis der neuen Klassifikation dokumentieren können, wurden die Berichtsbögen 39b „Ausfertigung für den untersuchenden Arzt“ und 39d „Ausfertigung für den Zytologen“ angepasst. Konkret geändert wurde das Feld „Zytologischer Befund“.

Freitextfeld für die Befund-Gruppe

Dort standen bisher sechs Ankreuzmöglichkeiten zur Verfügung, um die Gruppe anzugeben, in die der Befund eingeordnet wird (z.B. Gruppe III). Statt weitere Ankreuzkästchen einzuführen, wurde hier „Gruppe“ vorgedruckt und die entsprechende Bezeichnung ist im Freitextfeld zu ergänzen.

Des Weiteren gab es einige redaktionelle Anpassungen. Beispielsweise sind für „Bemerkungen“ jetzt fünf Zeilen vorgesehen (statt bisher eine) und das Feld „Zellmaterial nicht verwertbar“ steht an oberster Stelle (statt bisher neben den Gruppen).

Bei „Endozervikale Zellen“ wurde die Reihenfolge der beiden Ankreuzkästchen getauscht: „vorhanden“ (die häufiger angekreuzte Variante) steht nun vor „nicht vorhanden“.

Praxen benötigen neue Vordrucke

Die vorherigen Vordrucke können aus Gründen einer einheitlichen statistischen Erfassung für die Befunddokumentation seit 1. Januar 2015 nicht weiter verwendet werden. Praxen sollten bei ihrer KV oder ihrem Vordrucklieferanten neue Vordrucke anfordern.

Die Praxisverwaltungssysteme wurden mit dem Update für das erste Quartal, das fristgerecht zum 1. Januar 2015 installiert werden muss, aktualisiert. Praxen mit Blankoformularbedruckung brauchten es nur einzuspielen, um die neuen Formulare auszudrucken.

Die Vordruckmustersammlung mit dem neuen Muster 39 finden Sie seit dem 1. Januar 2015 unter Formulare.

Weitere Informationen

Rechtsquellen

Zervix-Zytologie-Vereinbarung ab 01.01.2015

Zervix-Zytologie-Vereinbarung ab 01.01.2015
Vertragsdatum: 01.01.2015
Inkrafttreten: 01.01.2015
Zervix-Zytologie-Vereinbarung ab 01.01.2015 (PDF, 75 KB)

Zervix-Zytologie-Vereinbarung bis 31.12.2014

Zervix-Zytologie-Vereinbarung bis 31.12.2014
Vertragsdatum: 09.08.2007
Inkrafttreten: 01.10.2007
Zervix-Zytologie-Vereinbarung bis 31.12.2014 (PDF, 94 KB)

Krebsfrüherkennungs-Richtlinien

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur histopathologischen Untersuchung im Rahmen des Hautkrebs-Screenings