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Qualitätssicherung (sektorenübergreifend)

Verfahren zur sQS

Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL)

Viele Patienten werden im Verlauf einer Behandlung sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor des Gesundheitswesens versorgt. So sind niedergelassene Ärzte oft der erste Ansprechpartner, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Unter Umständen folgt eine Krankenhauseinweisung. Dies bedingt eine gute Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen und Einrichtungen.

Hintergrund

Der Gesetzgeber hat deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) – das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland – verpflichtet, Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln. 

Da heute viele medizinische Leistungen wahlweise ambulant oder stationär durchgeführt werden können, betrifft die Qualitätssicherung sowohl Leistungen, die in Praxen und Krankenhäusern angeboten werden, als auch sektorenübergreifende Behandlungsabläufe. Ziel ist eine gleich hohe Qualität in beiden Sektoren, um ein gutes Behandlungsergebnis für die Patienten zu erreichen.

Seit dem 1. Januar 2019 ist die „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL)“ bindend. Sie hat die „Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL)“ abgelöst. 

Aufbau und Inhalt der Richtlinie

Die Rahmenbestimmungen (erster Teil der Richtlinie) beinhalten die grundlegenden Strukturen und Prozesse, die zur Umsetzung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung erforderlich sind, sowie die Aufgaben der beteiligten Organisationen. Die „themenspezifischen Bestimmungen“ (zweiter Teil der Richtlinie) enthalten spezifische Regelungen, die für die jeweiligen QS-Verfahren individuell getroffen werden. 

Welche Informationen für die datengestützte Qualitätssicherung fall- und einrichtungsbezogen erhoben werden müssen, ist verbindlich vorgegeben. Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat die notwendigen Angaben spezifiziert und aktualisiert die Vorgaben jährlich. Per Beschluss des G-BA werden sie rechtskräftig.

Diese Spezifikation gewährleistet, dass valide und vergleichbare Daten nach der jeweils aktuellen Richtlinie bereitgestellt werden und dass ein unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten sicherer Datenfluss gewährleistet wird. 

Zeitgleich mit der Spezifikation erstellt das IQTIG für jedes Verfahren sogenannte „prospektive Rechenregeln“, die vom G-BA beschlossen werden. Diese Rechenregeln sollen Ärztinnen und Ärzten vor Beginn der Datenerhebung aufzeigen, welche Qualitätsziele erreicht werden sollen und wie berechnet wird, ob die Qualitätsziele erreicht werden. Sollte sich beispielsweise bei der Einführung neuer QS-Verfahren herausstellen, dass die „prospektiven Rechenregeln“ nicht ganz korrekt sind, können diese im Nachgang angepasst werden. Diese „endgültigen Rechenregeln“ beschließt der G-BA ebenfalls.  Sie sind auf der Homepage des IQTIG veröffentlicht.

DeQS-Richtlinie
Themenschwerpunktseite sQS des G-BA

Bislang liegen drei sektorenübergreifende QS-Verfahren mit vertragsärztlicher Beteiligung vor: Verfahren 1 „Perkutane Koronarinterventionen (QS PCI) und Koronarangiographie“, Verfahren 2 „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)“ und Verfahren 4 „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)“.  

Die weiteren QS-Verfahren der DeQS-RL betreffen in erster Linie die Krankenhäuser. Teilweise werden über diese Verfahren belegärztliche Leistungen miterfasst – beispielsweise im Verfahren 3 „Gallenblasenoperationen / Choleszystektomie (QS CHE)“. Andere Verfahren, wie die zur Qualitätssicherung von transplantationsmedizinischen Leistungen (Verfahren 5 QS TX) und von kardiochirurgischen Eingriffen (Verfahren 6 QS KCHK) erfassen keine belegärztlichen Leistungen. 

Neues Fristengerüst

Am 15. Juli 2021 hat der G-BA neue Fristen für die Datenlieferungen beschlossen.
(www.g-ba.de/beschluesse/4953/). Die Änderungen betreffen alle QS-Verfahren. Die neuen Fristen gelten ab dem 1. Januar 2022 für die Übermittlung und Rückspiegelung der Daten aus dem Erfassungsjahr 2022. Für alle Datensätze die das Erfassungsjahr 2021 betreffen, gelten die „alten“ Fristen. Hierzu wurde eine Übergangsregelung in der Rahmenrichtlinie am 16. Dezember 2021 beschlossen (Link folgt am 16. Dezember).
 

Verfahren 1: Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI)

Seit dem 1. Januar 2016 sind alle invasiv tätigen Kardiologen im Rahmen des ersten themenspezifischen QS-Verfahrens "Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie" verpflichtet, jede Herzkatheter-Untersuchung und jede perkutane Koronarintervention bei gesetzlich versicherten Patienten zu dokumentieren. 

Für die fallbezogene Dokumentation gibt es folgende Datenlieferfristen: 
Quartalsweise Lieferung zum 15. April, 15. Juli, 15. Oktober und zum 15. Februar. 

Die Daten des gesamten Erfassungsjahres müssen bis zum 22. Februar des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres bei der Datenannahmestelle vorliegen. Für kollektivvertraglich tätige Vertragsärzte übernimmt in der Regel die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Aufgabe der Datenannahme. Die Daten werden von dort an die Bundesauswertungsstelle (IQTIG) weitergeleitet und ausgewertet. Jeweils zum 31. Mai  erhalten die Kardiologen ihre persönlichen Ergebnisberichte (Rückmeldeberichte). Bei auffälligen Ergebnissen wird die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ein Stellungnahmeverfahren einleiten. Sollten diese Auffälligkeiten nicht ausreichend aufgeklärt werden, können die LAGen geeignete qualitätsfördernde Maßnahmen festgelegen. 

Zum 1. Juli 2022 wird eine Patientenbefragung in das QS-Verfahren integriert werden. 

Das Besondere an diesem Teil des QS-Verfahrens stellt die monatliche Datenlieferung zur Auslösung der Patientenbefragung durch die Ärztinnen und Ärzte dar. So müssen die Daten bis zum 7. jeden Monats für den vorherigen Erfassungsmonat geliefert werden. Dies bedeutet, dass die erste Datenlieferung für die Patientenbefragung vom Juli 2022 bis spätestens 7. August 2022 zu übermitteln sein wird.

G-BA Beschluss (Link folgt am 16. Dezember)

Vergütung der Qualitätssicherung für „QS PCI“

Die Abrechnung der Datenerfassung, Dokumentation und Datenübermittlung erfolgt über die Gebührenordnungsposition 34291 ("Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie"). Der Leistungsinhalt der GOP wird dazu um die Maßnahmen der Qualitätssicherung erweitert. Die GOP 34291 ist seit dem 01.07.2017 nur noch berechnungsfähig, wenn die QS-Dokumentation erfolgt und übermittelt worden ist. Zudem wurde eine Kostenpauschale 40306 in den EBM aufgenommen. Sie beinhaltet alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Datenerfassung, Dokumentation und Datenübermittlung entsprechend der GOP 34291 entstehen. Hierzu gehören sämtliche Kosten für die EDV-technische Ausstattung und Verarbeitung (Dokumentationssoftware einschließlich deren Einrichtung, Updates, Export). 

Weiterführende Informationen:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA):
G-BA: Patienteninformation (PDF-Datei)
Abschlussberichts des IQTIG – Entwicklung von Patientenbefragungen im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG):
Informationen zum QS Verfahren „PCI und Koronarangiographie"

Verfahren 2: Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)

Nach der einjährigen Aussetzung wird die Dokumentation der einrichtunsbezogenen QS-Dokumentation zum 1. Januar 2022 wiedereingesetzt. Dies gilt auch für die belegärztliche Dokumentation (siehe Beschluss www.g-ba.de/beschluesse/3668/). Zudem hat das IQTIG erstmals eine Sollstatistik vorgegeben, welche die Kassenärztlichen Vereinigungen an die Bundesauswertungsstelle senden müssen. Somit wird zukünftig eine Aufstellung der zu liefernden Datensätzen aller Ärztinnen und Ärzte veröffentlicht werden. Aufgrund noch weiterhin ausstehender Überarbeitungen der einrichtungsbezogenen Dokumentation hat der G-BA den Erprobungszeitraum bis zum 31. Dezember 2023 verlängert.

Link zum Beschluss folgt im Dezember

Die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen ist das Ziel des zweiten QS-Verfahrens, für das seit dem 1. Januar 2017 Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen und Urologen in Praxen und Kliniken verpflichtend dokumentiert müssen. 

Das Verfahren fußt auf zwei Säulen. Zum einen werden postoperative Wundinfektionen, die zur stationären Aufnahme geführt haben, im Krankenhaus erfasst. Durch eine Verknüpfung dieser Daten mit Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen, ist es möglich, diese Wundinfektionen zurückzuverfolgen und festzustellen, wo der ambulante oder stationäre Eingriff erfolgt ist. Ob Ihre Fachgruppe von dieser Qualitätssicherungs-Richtlinie betroffen ist, entnehmen Sie bitte der einrichtungsbezogenen Spezifikation des IQTIG.

Am 30. Juni 2021 wurden den Vertragsärzten und Krankenhäusern erstmals Ergebnisse zu den Wundinfektionsraten zur Verfügung gestellt. Wie erwartet sind die Wundinfektionsraten im vertragsärztlichen Bereich sehr niedrig und liegen unter einem Promille. Die Ergebnisse werden zeitnah im Bundesqualitätsbericht 2021 veröffentlicht werden.

Zum anderen beantworten operierende Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Krankenhäusern (sowie die Belegärzte) jährlich Fragen zum Hygiene- und Infektionsmanagement ihrer Einrichtung. Dies erfolgt im vertragsärztlichen Bereich im Rahmen einer kostenfreien webbasierten Befragung. Die Dokumentationspflicht bezieht sich immer auf das einrichtungsbezogene Hygiene- und Infektionsmanagement des Vorjahres. 

Ausfüllhilfe für die konkrete Beantwortung der einrichtungsbezogenen Befragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement mit allen Fragen, kurzen Erläuterungen, passenden Musterdokumenten und weiterführenden Links.

Leitfaden "Webportal „Einrichtungsbefragung zur Praxishygiene" Der Leitfaden enthält eine Kurzanleitung und hilfreiche Hinweise zur Nutzung des Webportals zur Praxishygiene.

Für die einrichtungsbezogene Dokumentation gibt es folgende Datenlieferfrist:
Die Datenlieferungen des gesamten Erfassungsjahres 2021 folgen noch den „alten Fristen“ und müssen bis zum 28. Februar 2022 bei der Datenannahmestelle der Kassenärztlichen Vereinigung vorliegen. Erst die Datenlieferungen für das Erfassungsjahr 2022 (Dokumentation 2023) unterliegen dem neuen Fristengerüst. Den meisten Vertragsärzten (auch den Belegärzten) steht im Mitgliederbereich ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ein Webportal zur kostenfreien Dokumentation zur Verfügung. Laut aktueller Spezifikation des IQTIG haben die Belegärzte absofort auch die Möglichkeit, sich über die Krankenhaussoftware (KIS) dem Hygiene- und Infektionsmanagemnet ihres Krankenhauses anzuschließen. Ob diese Funktion in der Software des jeweiligen Krankenhauses tatsächlich eingerichtet wurde, muss über den Softwareanbieter erfragt werden. 

Die Rückmeldeberichte mit den Ergebnissen der einrichtungsbezogenen Befragung aus 2021 werden noch zum 30. Juni von der jeweiligen KV den Ärzten zur Verfügung gestellt. Für die Auswertungen des Erfassungsjahrs 2022 (Dokumentation 2023) werden die Rückmeldeberichte bereits zum 31. Mai 2023 übersandt werden. Bei auffälligen Ergebnissen wird die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ein Stellungnahmeverfahren einleiten. Sollten diese Auffälligkeiten nicht ausreichend aufgeklärt werden, können die LAGen geeignete qualitätsfördernde Maßnahmen festlegen. In den ersten sieben Jahren unterliegen sowohl das QS-Verfahren als auch die Durchführung der Stellungnahmeverfahren einer sogenannten begleitenden Erprobung.

Vergütung der Qualitätssicherung für die Einrichtungsbefragung „QS WI“

Die Einrichtungsbefragung wird seit dem 1. Januar 2019 vergütet. Die neue GOP ist bis zu einem Höchstwert von 704 Punkten je Praxis und Quartal von Fachärzten für Chirurgie, Fachärzten für Orthopädie, Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Fachärzten für Urologie berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Gebührenordnungsposition (GOP) 01650 in den EBM aufgenommen. Diese wird den Ärzten automatisch nachvergütet.

Weiterführende Informationen:

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV):

Praxisinformation: QS-Verfahren Wundinfektionen (PDF)

Praxisinformation: QS-Verfahren Wundinfektionen - Einrichtungsbefragung (PDF)

Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG):

Information zum QS-Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“

Verfahren 4: Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)

Zum 1. Januar 2020 wurden zwei Bereiche der sektorspezifischen Qualitätssicherung in einem neuen sektorenübergreifenden Verfahren zusammengeführt.

Beschluss vom 20.06.2019 über die Aufnahme des Verfahrens QS NET in die DeQS-RL

Dieses Verfahren zur Qualitätssicherung der Nierenersatztherapie enthält Indikatoren zur dauerhaften Dialysetherapie sowie zur Versorgung während und nach einer Nieren- und/oder Pankreastransplantation.o   Die ehemalige Regelungen des G-BA zur Sicherung der Qualität von Dialysebehandlungen (QSD-RL) und den Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) – Leistungsbereich Nieren- sowie Nieren- und Pankreastransplantation wurden durch das QS-Verfahren Nierenesatztherapie abgelöst.

Ziel des Verfahrens ist es, die Kooperation zwischen Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren zu fördern sowie die Rate an Komplikationen, Begleit- und Folgeerkrankungen im Rahmen von Dialyse und Organtransplantation zu verringern. 

Datenquellen der Qualitätsindikatoren sind zum einen die fallbezogenen Dokumentationen der Ärzte sowie Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen. Diese Daten werden insbesondere genutzt, um den Behandlungsverlauf eines chronischen Nierenversagens über fünf beziehungsweise zehn Jahre erfassen und darstellen zu können (Follow-Up-Indikatoren). Zum anderen wird aktuell eine Patientenbefragung entwickelt und steht voraussichtlich ab 2023 für den Einsatz im QS-Verfahren zur Verfügung. Der Abschlussbericht zur Patientenbefragung wurde im Dezember 2021 durch den G-BA veröffentlicht. Die entwickelten Fragebögen sind Anlage dieses Abschlussberichts.

Vergütung der Qualitätssicherung für „QS NET“

Die neue Dokumentationsleistung wurde erstmals zum 1. Juli 2020 als GOP 13603 in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse sowie als GOP 04567 in den EBM-Abschnitt für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufgenommen. Zum 1. Oktober 2021 wurde ihre Gültigkeit um ein weiteres Jahr verländert. Die neuen GOP sind Zuschläge im Zusammenhang mit den Zusatzpauschalen zur kontinuierlichen Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten (GOP 13602 bzw. 04562). Die GOP 13603 darf von Fachärzten für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder von Vertragsärzten, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, abgerechnet werden. Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, können die GOP 04567 abrechnen. Die neuen GOP können einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden. Sie sind seit Oktober 2021 mit 90 Punkten bewertet und werden extrabudgetär vergütet.

Weiterführende Informationen:

G-BA: Patientenmerkblatt zur QS NET

G-BA: Patienteninformation zu QS NET in leichter Sprache

G-BA: G-BA: Beschluss zur Veröffentlichung des Berichts zur Patientenbefragung QS NET (geplant am 16.12.2021)

Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG): 
Information zum QS-Verfahren „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen“  

KBV:
PraxisNachricht zu QS NET: Zuschlag für Dokumentationsaufwand ab Oktober 2021 um ein Jahr verlängert

Zukünftige QS-Verfahren mit vertragsärztlicher Beteiligung

Bereits seit dem Jahr 2012 beschäftigt sich der G-BA intensiv mit psychischen Erkrankungen und strebt eine Verbesserung der Versorgung und eine Einführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen in diesem Bereich an. Seit 2014 wird an einem QS-Verfahren für volljährige Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie, schizotypen und wahnhaften Störungen gearbeitet. Die geplante Erprobung des Verfahrens im Jahr 2020 musste wegen des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie verschoben werden. 2021 fand von Mitte Mai bis Ende Dezember eine Machbarkeitsprüfung statt. Bei Einhaltung der bisher bekannten Fristen kann mit der flächendeckenden Ausrollung des QS-Verfahrens zur Schizophrenie ab 2023 gerechnet werden. 

Auch in der ambulanten Psychotherapie  soll es künftig ein QS-Verfahren geben. Entwickelt werden soll ein sektorspezifisches Verfahren für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren, die eine Kurz-, Langzeit- oder Gruppentherapie in einem der vier Richtlinienverfahren (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie, Verhaltenspsychotherapie oder Systemische Therapie) in Anspruch nehmen. Das QS-Verfahren soll unabhängig von der Diagnose und vom Therapieverfahren anwendbar sein. Neben Prozessindikatoren sollen für dieses Verfahren auch Indikatoren zur Struktur- und Ergebnisqualität erarbeitet werden. Für die Implementierung dieses QS-Verfahrens gibt das SGB V in § 136a Absatz 2a mit dem 31. Dezember 2022 eine gesetzliche Frist vor. 

Artikel "Ambulante Psychotherapie – Qualitätssicherung am Beispiel der DeQS-Richtlinie" (Erstveröffentlichung im September 2021 in der Zeitschrift „Psychotherapie Aktuell“, PDF)

Am 16. April 2020 hat der G-BA die Entwicklung eines QS-Verfahrens zum lokal begrenzten Prostatakarzinom beauftragt. Neu ist, dass erstmals die Klinischen Krebsregister der Länder in ein Verfahren der gesetzlichen Qualitätssicherung eingebunden werden sollen. Dadurch entstehen Synergieeffekte, weil ein Teil der Daten, die die Arztpraxen und Krankenhäuser an die Krebsregister senden, nun auch unter dem Blickwinkel und den Möglichkeiten der externen Qualitätssicherung betrachtet werden kann. Mit einem Verfahrensstart ist ab 2023 zu rechnen.

Entwicklung von Qualitätsindikatoren und Qualitätsinstrumenten

Das IQTIG entwickelt im Auftrag des G-BA die für die QS-Verfahren notwendigen Qualitätsindikatoren und Qualitätsinstrumente. In seinen „Methodischen Grundlagen“ beschreibt das IQTIG die einzelnen Entwicklungsschritte. Dieses Methodenpapier wurde erstmalig im Jahr 2017 veröffentlicht.

Institutionen des Gesundheitswesens, wissenschaftliche Institutionen, Patientinnen und Patienten und deren Vertreter sowie weitere fachkundige Personen haben seither im Rahmen der Fortschreibungen Gelegenheit, zu dieser Methodenbeschreibung schriftlich Stellung zu nehmen, so auch die KBV. Im April 2019 wurden die „Methodischen Grundlagen“ Version 1.0 durch das IQTIG überarbeitet. Die Entwurfsfassung für eine neue Version 2.0 liegt vor. Weitere Fortschreibungen sind geplant.
 

Methodische Grundlagen V1.1 des IQTIG vom 15.04.2019
Methodische Grundlagen V2.0 des IQTIG – Entwurfsfassung vom 16.08.2021