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Stand 13.07.2020

Qualitätssicherung (sektorenübergreifend)

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS)

Viele Patienten werden im Verlauf einer Behandlung sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor des Gesundheitswesens versorgt. So sind niedergelassene Ärzte oft der erste Ansprechpartner, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Unter Umständen folgt eine Krankenhauseinweisung. Dies bedingt eine gute Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen und Einrichtungen.

Der Gesetzgeber hat deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) – das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland – verpflichtet, Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln. 

Da heute viele medizinische Leistungen wahlweise ambulant oder stationär durchgeführt werden können, betrifft die Qualitätssicherung sowohl Leistungen, die in Praxen und Krankenhäusern angeboten werden, als auch sektorenübergreifende Behandlungsabläufe. Ziel ist eine gleich hohe Qualität in beiden Sektoren, um ein gutes Behandlungsergebnis für die Patienten zu erreichen. 

Rechtliche Grundlagen

Seit dem 1. Januar 2019 ist die „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL)“ bindend. Sie hat die „Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL)“ abgelöst. 

Die DeQS-RL gilt sowohl für sektorübergreifende als auch für sektorspezifische QS-Verfahren. 

Aufbau der Richtlinie

Die Rahmenbestimmungen (erster Teil der Richtlinie) beinhalten die grundlegenden Strukturen und Prozesse, die zur Umsetzung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung erforderlich sind, sowie die Aufgaben der beteiligten Organisationen. Die „themenspezifischen Bestimmungen“ (zweiter Teil der Richtlinie) enthalten spezifische Regelungen, die für die jeweiligen Qualitätssicherungsverfahren individuell getroffen werden. 

Welche Informationen für die datengestützte Qualitätssicherung fall- und einrichtungsbezogen erhoben werden müssen, ist verbindlich vorgegeben. Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat die notwendigen Angaben spezifiziert und aktualisiert die Vorgaben jährlich. Per G-BA-Beschluss werden sie rechtskräftig.

Diese Spezifikation gewährleistet, dass valide und vergleichbare Daten nach der jeweils aktuellen Richtlinie bereitgestellt werden und dass ein unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten sicherer Datenfluss sichergestellt ist. 

Zeitgleich mit der Spezifikation erstellt das IQTIG für jedes Verfahren sogenannte „prospektive Rechenregeln“, die per Beschluss des G-BA verbindlich werden. Diese sollen Ärztinnen und Ärzten vor Beginn der Datenerhebung transparent machen, welche Qualitätsziele erreicht werden sollen und wie berechnet wird, ob die Qualitätsziele erreicht werden. Sollte sich beispielsweise bei der Einführung neuer QS-Verfahren herausstellen, dass die prospektiven Rechenregeln nicht ganz korrekt sind,  können diese im Nachgang angepasst werden. Diese „endgültigen Rechenregeln“ beschließt der G-BA ebenfalls.  Sie sind auf der Homepage des IQTIG veröffentlicht.

DeQS-Richtlinie
Beschluss des G-BA zu den themenspezifischen Bestimmungen für QS NET sowie Änderungen der Verfahren QS PCI, QS WI und QS CHE für das Erfassungsjahr 2020
Themenschwerpunktseite sQS des G-BA

 

sQS-Verfahren

Bislang liegen drei sektorenübergreifende QS-Verfahren mit vertragsärztlicher Beteiligung vor: Verfahren 1 „Perkutane Koronarinterventionen (QS PCI) und Koronarangiographie“ und Verfahren 2 „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)“, die beide bereits seit einigen Jahren etabliert sind, sowie Verfahren 4 „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)“, das am 1. Januar 2020 startete. 

Die weiteren QS-Verfahren der DeQS RL betreffen in erster Linie die Krankenhäuser. Teilweise werden über diese Verfahren belegärztliche Leistungen miterfasst – beispielsweise im Verfahren Nr. 3 „Gallenblasenoperationen / Choleszystektomie“ (QS CHE). Andere Verfahren, wie das zur Qualitätssicherung von transplantationsmedizinischen Leistungen (Verfahren Nr. 5, QS TX) oder für kardiochirurgische Eingriffe (Verfahren Nr. 6, QS KCHK) erfassen keine belegärztlichen Leistungen. 

AKTUELLES: Stellungnahmeverfahren und Datenlieferungen werden befristet ausgesetzt

Aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und des dadurch eingeschränkten Praxis- und Krankenhausbetriebes hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine vorübergehende Ausnahmeregelung bezüglich der Dokumentationsverpflichtung sowie der Durchführung von Stellungnahmeverfahren in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. 

Vertragsärzte sind bei den Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie (QS PCI), nosokomiale Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) und Nierenersatztherapie (QS NET) betroffen.

Zum einen wird die Verpflichtung der Vertragsärzte zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung jeweils zum 15. Mai, 15. August und 15. November für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Diese Regelung gilt für die beteiligten Vertragsärzte der Verfahren QS PCI und QS NET (siehe jeweils § 16 Absatz 1 der Themenspezifischen Bestimmungen für die Verfahren).  Für das Verfahren QS WI hat diese Anpassung bislang keine Relevanz, da für die Vertragsärzte in diesem Verfahren keine Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Datenerhebung besteht.

Zum anderen werden für alle Verfahren der DeQS-RL – vorerst befristet bis zum 31. Oktober 2020 - die sogenannten Stellungnahmeverfahren nach § 17 Absatz 2 der DeQS-RL ausgesetzt.

Weiterführende Informationen:

G-BA Beschluss zu COVID-19-Ausnahmen zu QS-Anforderungen

Verfahren 1: Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

Seit dem 1. Januar 2016 sind alle invasiv tätigen Kardiologen im Rahmen des ersten themenspezifischen sQS-Verfahrens "Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie" verpflichtet, jede Herzkatheter-Untersuchung und jede perkutane Koronarintervention bei gesetzlich versicherten Patienten zu dokumentieren. 

Für die fallbezogene Dokumentation gibt es folgende Datenlieferfristen: 

Quartalsweise Lieferung zum 15. Mai, 15. August, 15. November und zum 28. Februar. 

Die Daten des gesamten Erfassungsjahres müssen bis zum 28. Februar des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres bei der Datenannahmestelle vorliegen. Für kollektivvertraglich tätige Vertragsärzte übernimmt in der Regel die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Aufgabe der Datenannahme. Die Daten werden von dort an die Bundesauswertungsstelle (IQTIG) weitergeleitet und ausgewertet. Jeweils zum 30. Juni erhalten die Kardiologen ihre persönlichen Ergebnisberichte (Rückmeldeberichte). Bei auffälligen Ergebnissen wird die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ein Stellungnahmeverfahren einleiten. Sollten diese Auffälligkeiten nicht ausreichend aufgeklärt werden, können die LAGen geeignete qualitätsfördernde Maßnahmen festgelegen. 

Zum 1. Juli 2021 soll, zusätzlich zu der fallbezogenen QS-Dokumentation und den Sozialdaten bei den Krankenkassen, als weitere Datenquelle eine Patientenbefragung in das QS-Verfahren integriert werden. 

Vergütung der Qualitätssicherung für „QS PCI“

Die Abrechnung der Datenerfassung, Dokumentation und Datenübermittlung erfolgt über die Gebührenordnungsposition 34291 ("Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie"). Der obligate Leistungsinhalt der GOP wird dazu um die Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie um ein Aufklärungsgespräch erweitert. Die GOP 34291 ist seit dem 01.07.2017 nur noch berechnungsfähig, wenn die QS-Dokumentation erfolgt und übermittelt worden ist. Zudem wurde eine Kostenpauschale 40306 in den EBM aufgenommen. Sie beinhaltet alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Datenerfassung, Dokumentation und Datenübermittlung entsprechend der GOP 34291 entstehen. Hierzu gehören sämtliche Kosten für die EDV-technische Ausstattung und Verarbeitung (Dokumentationssoftware einschließlich deren Einrichtung, Updates, Export).

Weiterführende Informationen:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA):
G-BA: Patienteninformation (PDF-Datei)
Neu: Abschlussberichts des IQTIG – Entwicklung von Patientenbefragungen im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie
Neu: Bundesqualitätsbericht 2019 mit den Ergebnisse aus dem Erfassungsjahr 2018

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV):
Praxisinformation: QS-Verfahren Koronarangiographie/PCI (PDF-Datei) Textbaustein: Patienteninformation über die Verpflichtung zur Datenerhebung (PDF-Datei)

Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG):
Informationen zum QS Verfahren „PCI und Koronarangiographie"

Verfahren 2: Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen

Hinweis: Belegärztliche Dokumentation ab sofort bis 2020 ausgesetzt
Der G-BA hat in seiner Sitzung am 17. Januar 2019 beschlossen, die einrichtungsbezogene Dokumentation für belegärztliche Leistungen ab sofort bis zum Erfassungsjahr 2020 auszusetzen. Das Aussetzen der Dokumentationsverpflichtung betrifft ausschließlich den stationären Fragebogen bei Vertragsärzten (Belegärzten). Leistungen für Belegkrankenhäuser und ambulante Leistungen müssen weiterhin dokumentiert werden.

Link zum Beschluss

Die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen ist das Ziel des zweiten sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens, für das seit dem 1. Januar 2017 Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen und Urologen in Praxen und Kliniken verpflichtend dokumentiert müssen. 

Das Verfahren fußt auf zwei Säulen. Zum einen werden postoperative Wundinfektionen, die zur stationären Aufnahme geführt haben, im Krankenhaus erfasst. Durch eine Verknüpfung dieser Daten mit Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen, ist es möglich, diese Wundinfektionen zurückzuverfolgen und festzustellen, wo der ambulante oder stationäre Eingriff erfolgt ist. Ob Ihre Fachgruppe von dieser Qualitätssicherungs-Richtlinie betroffen ist, entnehmen Sie bitte der „Anwenderinformation QS-Filter“ der einrichtungsbezogenen Spezifikation des IQTIG.

Zum anderen beantworten operierende Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Krankenhäusern jährlich Fragen zum Hygiene- und Infektionsmanagement ihrer Einrichtung. Dies erfolgt im vertragsärztlichen Bereich im Rahmen einer webbasierten Befragung. Die Dokumentationspflicht startete erstmalig im ersten Quartal 2018 und bezieht sich immer auf das einrichtungsbezogene Hygiene- und Infektionsmanagement des Vorjahres. 

Für die einrichtungsbezogene Dokumentation gibt es folgende Datenlieferfrist:

Die Daten des gesamten Erfassungsjahres müssen bis zum 28. Februar bei der Datenannahmestelle der KV vorliegen. Aufgrund zahlreicher Herausforderungen gab es in den letzten drei Erfassungsjahren reguläre Fristverlängerungen bis zum Ende des ersten Quartals. Vertragsärzten steht im Mitgliederbereich ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ein Webportal zur kostenfreien Dokumentation zur Verfügung.

Leitfaden "Webportal „Einrichtungsbefragung zur Praxishygiene" Der Leitfaden enthält eine Kurzanleitung und hilfreiche Hinweise zur Nutzung des Webportals zur Praxishygiene.

Die Rückmeldeberichte mit den Ergebnissen der einrichtungsbezogenen Befragung werden jeweils zum 30. Juni von der jeweiligen KV den Ärzten zur Verfügung gestellt. Bei auffälligen Ergebnissen wird die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ein Stellungnahmeverfahren einleiten. Sollten diese Auffälligkeiten nicht ausreichend aufgeklärt werden, können die LAGen geeignete qualitätsfördernde Maßnahmen festlegen. In den ersten fünf Jahren unterliegen sowohl das QS-Verfahren als auch die Durchführung der Stellungnahmeverfahren einer sogenannten begleitenden Erprobung.

Ausfüllhilfe für die konkrete Beantwortung der einrichtungsbezogenen Befragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement mit allen Fragen, kurzen Erläuterungen, passenden Musterdokumenten und weiterführenden Links.

Vergütung der Qualitätssicherung für die Einrichtungsbefragung „QS WI“

Die Einrichtungsbefragung wird seit dem 1. Januar 2019 vergütet. Die neue GOP ist bis zu einem Höchstwert von 704 Punkten je Praxis und Quartal von Fachärzten für Chirurgie, Fachärzten für Orthopädie, Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Fachärzten für Urologie berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Gebührenordnungsposition (GOP) 01650 in den EBM aufgenommen. Diese wird den Ärzten automatisch nachvergütet.

Weiterführende Informationen:

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV):

Praxisinformation: QS-Verfahren Wundinfektionen (PDF)

Praxisinformation: QS-Verfahren Wundinfektionen - Einrichtungsbefragung (PDF)

Fragen und Antworten zur Einrichtungsbefragung - FAQ (PDF)

Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG):

Information zum QS-Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“

Verfahren mit belegärztlicher Beteiligung (u. a. Verfahren 3: Cholezystektomie (QS CHE))

Am 1. Januar 2019 begann die Datenerhebung zu dem sektorspezifischen Verfahren Nr. 3 „Cholezystektomie“ (QS CHE) zur Qualitätssicherung der Gallenblasenoperationen in Krankenhäusern. Belegärztliche Leistungen werden in diesem Verfahren miterfasst. 

Zum 1. Januar 2021 werden die Leistungsbereiche der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-Richtlinie) als Verfahren Nr.  7 - 15 in die DeQS-Richtlinie überführt. Einige dieser Verfahren sind ebenfalls für die belegärztliche Versorgung relevant, beispielsweise die Qualitätssicherung der operativen Hüftgelenksversorgung (Verfahren Nr. 14, QS HGV), die Knieendoprothesenversorgung (Verfahren Nr. 15, QS KEP), die Gynäkologischen Operationen (Verfahren Nr. 10, QS GYN-OP) sowie die Versorgung mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren (Verfahren Nr. 12, QS HSMDEF). 

Alle belegärztlichen Behandlungsleistungen beziehungsweise Operationen, die von diesen themenspezifischen Bestimmungen betroffen sind, werden  in dem jeweiligen Krankenhaus dokumentiert, dem die Leistungen zugeordnet ist. Dementsprechend müssen Belegärzte – wie bisher unter der QSKH-RL – die QS-Software ihres Krankenhauses nutzen. Die belegärztlichen Qualitätsdaten gelten als Bestandteil der Qualitätsdaten des Krankenhauses. Somit erhalten Belegärzte weder einen separaten Rückmeldebericht noch werden ihre Ergebnisse in den Auswertungen für die Krankenhäuser separat ausgewiesen. 

Weiterführende Informationen:

G-BA: Beschluss QS CHE vom 19. Juli 2018 sowie Änderungsbeschluss (belegärztliche Dokumentation) vom 18. Oktober 2018 

Verfahren 4: Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)

Zum 1. Januar 2020 wurden zwei Bereiche der sektoralen Qualitätssicherung in einem neuen sektorenübergreifenden Verfahren zusammengeführt.

Beschluss vom 20.06.2019 über die Aufnahme des Verfahrens QS NET in die DeQS-RL

Dieses Verfahren zur Qualitätssicherung der Nierenersatztherapie enthält Indikatoren zur dauerhaften Dialysetherapie sowie zur Versorgung während und nach einer Nieren- und/oder Pankreastransplantation.
 Ehemalige Regelungen des G-BA wurden abgelöst:

Sicherung der Qualität von Dialysebehandlungen (QSD-RL)

Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) – Leistungsbereich Nieren- sowie Nieren- und Pankreastransplantation

Ziel des Verfahrens ist es, die Kooperation zwischen Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren zu fördern sowie die Rate an Komplikationen, Begleit- und Folgeerkrankungen im Rahmen von Dialyse und Organtransplantation zu verringern. 

Datenquellen der Qualitätsindikatoren sind zum einen die fallbezogenen Dokumentationen der Ärzte sowie Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen. Diese Daten werden insbesondere genutzt, um den Behandlungsverlauf eines chronischen Nierenversagens über fünf beziehungsweise zehn Jahre erfassen und darstellen zu können (Follow-Up-Indikatoren). Eine Patientenbefragung wird aktuell entwickelt und steht voraussichtlich ab 2022 für den Einsatz im QS-Verfahren zur Verfügung.

Vergütung der Qualitätssicherung für „QS NET“

Die neue Dokumentationsleistung wurde zum 1. Juli 2020 als GOP 13603 in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse sowie als GOP 04567 in den EBM-Abschnitt für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufgenommen. Die neuen GOP sind Zuschläge im Zusammenhang mit den Zusatzpauschalen zur kontinuierlichen Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten (GOP 13602 bzw. 04562). Sie sind mit 120 Punkten bewertet und einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Die Vergütung der Leistungen erfolgt extrabudgetär. Die GOP 13603 darf von Fachärzten für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder von Vertragsärzten, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, abgerechnet werden. Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, können die GOP 04567 abrechnen. Die neuen GOP können einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden. Sie sind mit 120 Punkten bewertet und werden extrabudgetär vergütet.

Weiterführende Informationen:

G-BA: Patientenmerkblatt zur QS NET

G-BA: Spezifikation zur QS NET für 2020 (Anlage 3)

G-BA: prospektive Rechenregeln QS NET für 2020

G-BA: Beauftragung einer Patientenbefragung für QS NET

Entwicklung von Qualitätsindikatoren und Qualitätsinstrumenten

Das IQTIG entwickelt im Auftrag des G-BA die für die Qualitätssicherungsverfahren notwendigen Qualitätsindikatoren und Qualitätsinstrumente. In seinen „Methodischen Grundlagen“ beschreibt das IQTIG die einzelnen Entwicklungsschritte. Dieses Methodenpapier wurde erstmalig im Jahr 2017 veröffentlicht.

Institutionen des Gesundheitswesens, wissenschaftliche Institutionen, Patientinnen und Patienten und deren Vertreter sowie weitere fachkundige Personen haben seither im Rahmen der Fortschreibungen Gelegenheit, zu dieser Methodenbeschreibung schriftlich Stellung zu nehmen, so auch die KBV. Im April 2019 wurden die „Methodischen Grundlagen“ durch das IQTIG letztmalig überarbeitet. Weitere Fortschreibungen sind geplant.