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Stand 27.04.2022

Coronavirus

Coronavirus Testung Röhrchen mit Teststab

Testungen auf SARS-CoV-2

Wer darf wann getestet werden? Welche Meldepflichten gibt es? Wie erfolgt die Abrechnung, oder welches Formular ist das richtige? Hier finden Sie alle wesentlichen Informationen rund um das Thema Corona-Testungen.

Testungen nach Testverordnung

Die große Menge an PCR-Tests und Antigentests erfolgt nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesministeriums für Gesundheit. Diese Tests werden komplett durch die Finanzmittel des Bundes im Rahmen der Pandemiebekämpfung beglichen. Der Anspruch gilt für alle Bürger – unabhängig von der Krankenversicherung.

  • Der Anspruch umfasst den Abstrich, das Gespräch mit der zu testenden Person, die Diagnostik und die Ausstellung eines Zeugnisses über das Ergebnis einschließlich der Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats oder eines COVID-19-Testzertifikats
  • Die Ausstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats erfolgt bei Vorliegen eines positiven Nukleinsäurenachweises als Nachweis einer vorherigen Infektion mit SARS-CoV-2
  • Die Beauftragung des Labors erfolgt auf Formular OEGD (stellt die KV bereit; es darf nicht kopiert werden - mehr Infos)
  • Die Abrechnung und Vergütung erfolgen nach TestV

Hinweis: Es sind auch Tests auf Grundlage von Vereinbarungen der Länder möglich. Die Abrechnung erfolgt dann nach der entsprechenden Sonderregelung. Mehr Infos? Fragen Sie Ihre KV.

Teststellen

Neben Arztpraxen dürfen unter anderem auch Apotheken, Zahnarztpraxen, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Testzentren, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen oder dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) betrieben werden, SARS-CoV-2-Testungen nach der Testverordnung anbieten. Sie benötigen keine Beauftragung durch den ÖGD. Weitere Einrichtungen, die Tests anbieten wollen, dürfen dies nur mit Beauftragung durch den ÖGD.

Testanlässe

Die Coronavirus-Testverordnung unterscheidet verschiedene Anlässe nach den Paragrafen 2 bis 4b, wann ein kostenfreier Corona-Test erfolgen darf. Bei positiven PoC-Antigentests, positiven Selbsttests oder positiven Pooling-Tests besteht ein Anspruch auf eine Bestätigung mittel Nukleinsäurenachweis nach TestV. Dieser kann als PoC-NAT oder als Labor-PCR-Test erfolgen.

Bürgertests

Geregelt im Paragraf 4a TestV

Das Angebot gilt für alle asymptomatischen Personen. Sie können sich mindestens einmal pro Woche kostenfrei mit einem PoC-Antigentest zur patientennahen Anwendung durch Dritte präventiv testen lassen.

Testverfahren

  • PoC-Antigentest zur patientennahen Anwendung durch Dritte

PoC-Antigentests zur überwachten Eigenanwendung und Nukleinsäurenachweise mittels PoC-NAT-Testsystemen dürfen nicht eingesetzt und abgerechnet werden.

COVID-19-Testzertifikat via Corona-Warn-App

Die getesteten Personen haben Anspruch auf ein COVID-19-Testzertifikat. Teststellen und Praxen können dazu das CWA-Schnelltestportal nutzen, das die Firma T-Systems im Auftrag der Bundesregierung kostenfrei bereitstellt (Details zur Registrierung).

PCR-Test nach positivem Antigentest

Geregelt im Paragraf 4b TestV

Fällt ein Antigen-Schnelltest positiv aus, hat die getestete Person einen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test zur Bestätigung des Schnelltestergebnisses. Dies gilt auch bei Vorliegen eines positiven Selbsttests.

Kontaktpersonen, nachweislich infizierte Personen und Personen mit Voraufenthalt in Virusvariantengebieten

Geregelt im Paragraf 2 TestV

Für die Testung von Kontaktpersonen oder nachweislich infizierten Personen in Arztpraxen genügt es, dass die Person gegenüber dem Arzt darlegt, dass ein behandelnder Arzt oder der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) festgestellt hat, dass sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Person hatte oder dass bei der Person in den letzten 14 Tagen eine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen wurde. Häufig handelt es sich auch um Fälle, wo der Arzt die Infektion festgestellt hat und nun Kontaktpersonen wie Familienmitglieder testet. „Darlegen“ heißt, es muss für den Arzt schlüssig sein.

Für Personen, die sich in den letzten 10 Tagen in Virusvariantengebieten aufgehalten haben gilt der Anspruch auf Testung nach Feststellung durch den ÖGD.

Als Kontaktpersonen gelten unter anderen:

  • Personen, die insbesondere in einer Gesprächssituation mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern engen Kontakt zu einem mit SARS-CoV-2 Infizierten hatten
  • Personen, die im selben Haushalt mit der infizierten Person leben oder sie dort betreuen, pflegen oder behandeln
  • Personen, die sich in räumlicher Nähe zu einer infizierten Person, zum Beispiel bei Feiern, beim gemeinsamen Singen oder Sporttreiben in Innenräumen, aufgehalten haben
  • Personen, die sich mit der infizierten Person in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation aufgehalten haben, insbesondere in Schulklassen, Kita- oder Hortgruppen

Hinweis: Bitte beachten Sie die aktuellen Empfehlungen des RKI zu Quarantäne- und Isolierungsdauern und die Nationale Teststrategie.

Personal in Praxen

Geregelt im Paragraf 4 Absatz 1 Nr. 2 TestV

Das Personal in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen sowie von anderen humanmedizinischen Heilberufen (z.B. Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie) kann regelhaft präventiv in der eigenen Praxis getestet werden. Pro Monat können je Tätigem bis zu zehn PoC-Antigentests beschafft und genutzt werden (auch in der Eigenanwendung ohne Überwachung).

Testverfahren

  • Antigentest (Labor und PoC-Schnelltest)
  • Antigentests zur überwachten Eigenanwendung darf das Praxispersonal für seine eigenen Testungen auch ohne Überwachung einsetzen. Paragraf 28b Infektionsschutzgesetz bestimmt, dass für ungeimpfte Personen eine Testung ohne Überwachung unzulässig ist.

Hinweise: Bei Durchführung von Antigentests in der eigenen Praxis sind Besonderheiten des Arbeitsschutzes zu beachten.

Personen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

Geregelt im Paragraf 4 TestV

Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Reha-Einrichtungen, Entbindungseinrichtungen, Tageskliniken und Hospize können Tests bei asymptomatischen Personen durchführen. Dies gilt für Personal, Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten sowie deren Besucherinnen und Besucher. Hierfür sieht die Testverordnung in Paragraf 6 Absatz 4 im Rahmen des einrichtungsbezogenen Testkonzeptes pro Patient/Bewohner insgesamt ein Kontingent von 35 Tests pro Monat vor (für Patient/Bewohner, Personal und Besucher).

Testverfahren

  • Antigentest (Labor- und PoC-Antigentest oder Antigentest zur Eigenanwendung)
    • Für Patienten, Bewohner und Besucher: ausschließlich PoC-Antigentests oder Antigentests zur überwachten Eigenanwendung
    • Für Personal: Antigentests (Labor-Antigentest oder PoC-Antigentest) oder Antigentests zur überwachten Eigenanwendung (auch ohne Überwachung nur für geimpfte und genesene Personen)

Tests vor ambulanter OP, Klinik- oder Reha-Aufenthalt

Geregelt im Paragraf 4 TestV

Es können Tests vor einer ambulanten OP oder vor Aufnahme in ein Krankenhaus, Pflegeheim oder eine Reha-Einrichtung erforderlich sein und bei allen Teststellen, also auch in Arztpraxen, durchgeführt werden. Der Test ist für die anspruchsberechtigte Person kostenlos. Dies gilt auch, wenn die aufnehmende Einrichtungen vor Aufnahme einen PCR-Test verlangt.

Testverfahren

  • Werden diese Tests von den Einrichtungen im Rahmen ihrer Testkonzepte selbst durchgeführt:
    • PoC-Antigentests oder Antigentests zur überwachten Eigenanwendung
  • Werden diese Tests in einer Arztpraxis oder einer anderen Teststelle nach Paragraf 6 Absatz 1 TestV durchgeführt:
    • PCR-Test, PoC-Antigentest oder Labor-Antigentest
    • PoC-NAT-Testsysteme - ausschließlich in Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen, medizinischen Laboren, von KVen betriebenen Testzentren oder in den Stellen des ÖGD und seinen Testzentren

Nach Ausbrüchen

Geregelt im Paragraf 3 TestV

Personen, die in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen tätig oder untergebracht sind, betreut oder gepflegt werden, können in oder durch eine Arztpraxis getestet werden, wenn sie gegenüber dem Arzt darlegen, dass die Einrichtung oder der ÖGD in der Einrichtung in den letzten 14 Tagen einen Ausbruch festgestellt haben. Dazu zählen beispielsweise Pflegeheime, Krankenhäuser und Arztpraxen.

Der Anspruch auf eine Testung besteht bis zu 21 Tage, wenn eine Quarantäne oder Isolation vom ÖGD angeordnet wurde und die Testung damit zur Aufhebung der Quarantäne beziehungsweise Isolation dient.

Testverfahren

  • Nach der Nationalen Teststrategie wird ein PCR-Test aufgrund der hohen Sensitivität als geeignetes Verfahren empfohlen.

Abrechnung und Vergütung, Kodierung und Dokumentation

Die Abrechnung und Vergütung sämtlicher Tests bei asymptomatischen Personen sowie von PCR-Tests nach einem positiven Schnelltest erfolgt nach der Coronavirus-Testverordnung. In der Verordnung ist auch geregelt, dass Ärztinnen und Ärzte sowie alle anderen Einrichtungen, die solche Tests durchführen dürfen, bestimmte Daten dokumentieren müssen. Die Abrechnung erfolgt über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Leistungen mit dem Bundesamt für Soziales abrechnen. Sämtliche Vorgaben gelten für GKV- und Nicht-GKV-Versicherte.

Vergütung

PoC-Antigentest zur patientennahen Anwendung durch Dritte

  • 3,50 Euro Sachkosten je Test
  • 8 Euro Abstrich (inklusive Beratung und Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis einschließlich COVID-19-Testzertifikat)
  • Abstriche bei eigenen Mitarbeitern oder Mitarbeitern anderer Arztpraxen werden nicht vergütet

Antigentest zur überwachten Eigenanwendung

  • 3,50 Euro Sachkosten je Test
  • 5 Euro Überwachung (inklusive Beratung und Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis einschließlich COVID-19-Testzertifikat)
  • Die Überwachung der Testung bei eigenen Mitarbeitern oder Mitarbeitern anderer Arztpraxen wird nicht vergütet
  • nicht zulässig für Bürgertestungen nach Paragraf 4a TestV

Ärztliches Gespräch ohne Test

  • 5 Euro für das ärztliche Gespräch mit Kontaktpersonen, bei denen nach dem Gespräch keine SARS-CoV-2-Testung durchgeführt wurde

Labordiagnostik

  • 43,56 Euro je PCR-Test
  • 15 Euro Antigentest im Labor

PoC-NAT-Testsysteme

  • 30 Euro je Test für PoC-NAT-Test patientennah vor Ort ohne Versandmaterial und Transport
  • Nur durch Öffentlichen Gesundheitsdienst und seine Testzentren, Arzt- und Zahnarztpraxen, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie von KVen betriebene Testzentren berechnungsfähig
  • Nicht zulässig für Bürgertestungen nach Paragraf 4a TestV

Schulungskosten

  • 70 Euro für Schulung von Personal in nicht ärztlich geführten Einrichtungen wie Pflegeheime zur Anwendung und Auswertung von Schnelltests
  • Einmal alle zwei Monate je Einrichtun

Informationen zum Impf-, Genesenen- und Testzertifikat

KBV-Vorgaben zur Abrechnung

KBV-Vorgaben zur Abrechnung

Die KBV hat gemäß der Testverordnung Vorgaben zur Abrechnung erstellt. Sie gelten nicht nur für Vertragsärzte und Labore, sondern auch für Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Einrichtungen des ambulanten Operierens, Dialyseeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, ambulante Dienste der Eingliederungshilfe, Reha-Einrichtungen und Zahnärzte – für alle, die Personen ohne Symptome testen dürfen.

  • Abrechnung über KV: Alle Leistungen nach der Testverordnung werden über die Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet (monatlich oder quartalsweise). Es wird ein separater Verwaltungskostensatz erhoben, da die Testung von symptomfreien Personen nicht zur vertragsärztlichen Versorgung gehört. KV-Mitglieder zahlen 0,7 Prozent des Gesamtbetrags der Abrechnung. Nicht-KV-Mitglieder zahlen 3,5 Prozent des Gesamtbetrags der Abrechnung.
  • Regelungen zur Abrechnung: Die Abrechnung erfolgt nach den Vorgaben der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (sie legt die Abrechnungsdetails auf Grundlage der KBV-Vorgaben fest).
  • Labordiagnostische Leistungen: Labore rechnen PCR-Tests und Antigentests monatlich und auftragsbezogen ohne Personenbezug mittels CSV-Datei mit der KV ab.

Spezielle Hinweise zur Abrechnung von Antigentests

  • Nur geprüfte Tests: Es dürfen nur Antigentests oder Antigentests zur überwachten Eigenanwendung verwendet und abgerechnet werden, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet werden.
  • PCR-Test bei positivem Befund: Antigentests mit einem positiven Befund sollen nach den Empfehlungen des RKI durch einen Nukleinsäurenachweis bestätigt werden. Die Veranlassung im Labor erfolgt auf dem Muster OEGD als „Bestätigungsdiagnostik § 4b TestV“ und die Abrechnung nach der Testverordnung.
  • Praxispersonal: Für die präventive Testung des eigenen Praxispersonals werden je Person und Monat die Kosten für maximal 10 Antigen-Tests erstattet (pauschal 3,50 Euro je Test), nicht jedoch der Abstrich oder die Überwachung.
  • Personal anderer Heilberufe: Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Ärzte ohne vertragsärztliche oder vertragszahnärztliche Zulassung sowie andere humanmedizinische Heilberufe können für Testungen ihres Praxispersonals Antigentests pro Monat und Beschäftigtem 10 Antigentests selbst beschaffen und nutzen. Die Abrechnung der Sachkosten für den Test erfolgt nach Registrierung gegenüber der zuständigen KV.

Kodierung

Informationen zum Kodieren finden Sie hier.

Dokumentation

Für Testungen von Personen ohne COVID-19-Symptomen sind seit 1. Juli 2021 die Inhalte der Auftrags- und Leistungsdokumentation festgelegt. Die Coronavirus-Testverordnung (TestV) sieht zudem vor, dass die Daten grundsätzlich bis zum 31. Dezember 2024 aufzubewahren sind und die Kassenärztlichen Vereinigungen diese bei einer Prüfung der Abrechnung anfordern können.

Eine Ausnahme gilt seit 11. Oktober 2021 für die Aufbewahrung der Testergebnisse und für den Nachweis einer Meldung an den öffentlichen Gesundheitsdienst bei positiven Testergebnissen – diese Daten sind nur noch bis zum 31. Dezember 2022 zu speichern.

Die Dokumentationen werden nicht mit den Abrechnungsunterlagen übermittelt.

Für Testungen des eigenen Personals in Praxen sowie Testungen, die im Rahmen eines einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzeptes unter anderem in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen selbst durchgeführt werden, gelten seit 11. Oktober 2021 reduzierte Dokumentationsanforderungen (siehe Absatz unten).

Arztpraxen dokumentieren je durchgeführter Testung folgende Daten:

  • Daten der getesteten Person: Vorname, Familienname, Geburtsdatum, Anschrift
  • Schriftliche oder elektronische Bestätigung der durchgeführten Testung: Unterschrift der getesteten Person oder ihres gesetzlichen Vertreters über
    • die Durchführung des Tests und
    • die Vorlage des zutreffenden Nachweises der Anspruchsberechtigung für eine Testung nach § 4a TestV
  • Art der Leistung: z.B. Entnahme von Körpermaterial und Antigentest, PoC-NAT-Testsystem oder Veranlassung PCR-Test
  • Testgrund nach TestV: § 2 infizierte Personen, Kontaktperson, Voraufenthalt in Virusvariantengebiet, § 3 Ausbruch, § 4 Verhütung der Verbreitung, § 4a Bürgertestung oder § 4b Bestätigungsdiagnostik
  • Datum, Uhrzeit und Ergebnis der Testung
  • Test-ID des verwendeten Antigen-Tests
  • Bei Durchführung eines PoC-NAT die Produktbezeichnung des verwendeten PoC‐NAT‐Testsystems
  • Mitteilungsweg des Testergebnisses an die getestete Person: z.B. über die Corona-Warn-App oder Aushändigung eines Ausdrucks
  • Bei einem positiven Testergebnis: Nachweis der Meldung an das zuständige Gesundheitsamt
  • Zusätzliche Dokumentation bei Testungen nach § 4a TestV:
    • je Ärztin/Arzt einmalig: Nachweis über die Anbindung an die Infrastrukturen der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts
    • je Tag und Tätigkeitsort: Öffnungszeiten und Anzahl der testenden Personen
    • je getestete Person: Zustimmung/Ablehnung zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App

Arztpraxen dokumentieren wie bisher je Abrechnungszeitraum:

  • Beschaffung der Antigentests durch Rechnungen oder Kaufverträge für Antigentests

Mehr dazu: Anlage 9.1 der KBV-Vorgaben für Leistungserbringer zur Abrechnung von Leistungen nach Testverordnung.

Hinweis: Für andere Einrichtungen, die Tests durchführen, gelten ggf. abweichende Dokumentationsvorgaben der Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Sie sind den Anlagen 9.2, 9.3 und 9.4 der KBV-Vorgaben zu entnehmen.

Reduzierte Dokumentation von Testungen bei Personal in Praxen sowie Personen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen: Für Einrichtungen und Unternehmen nach § 4 Absatz 2 TestV, die Antigentests im Rahmen ihres einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzeptes selbst durchführen und nur die Sachkosten nach § 11 TestV abrechnen, wurde die Leistungsdokumentation zum 11. Oktober 2021 reduziert (vgl. Anlage 9.3 der KBV-Vorgaben zur Abrechnung). Dies betrifft unter anderem Testungen des eigenen Personals in Arztpraxen sowie Testungen von Personal, Patienten und Besuchern in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen (mit Testkonzept). Sie dokumentieren:

  • Rechnungen oder Kaufverträge für selbst beschaffte Antigentests (je Abrechnungszeitraum und Einrichtung / Praxis)
  • Daten der getesteten Person: Vorname, Familienname, Geburtsdatum, Anschrift
  • Datum und Ergebnis der Testung
  • Test-ID des verwendeten Antigentests
  • Bei einem positiven Testergebnis: Nachweis der Meldung an das zuständige Gesundheitsamt

Testungen nach EBM

Patienten mit Symptomen: Abrechnung nach EBM nur in diesen Fällen

Nur PCR-Tests bei gesetzlich krankenversicherten Patienten mit COVID-19-Symptomen, bei denen kein positives Schnelltestergebnis vorliegt und unmittelbar ein PCR-Test auf das Coronavirus durchgeführt werden soll, werden nach EBM abgerechnet. Alle anderen PCR-Tests erfolgen nach der Testverordnung.

Möglich ist in bestimmten Fällen auch ein Antigentest im Labor. Ein positiver Befund ist nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts mittels PCR-Test zu bestätigen. Der PCR-Test wird aus demselben Untersuchungsmaterial durchgeführt und es bedarf hierfür keiner erneuten Beauftragung. Die Abrechnung erfolgt wie alle Bestätigungs-PCR-Tests nach Testverordnung und nicht nach EBM.

Für nicht gesetzlich versicherte symptomatische Personen ohne positiven Schnelltest gelten die Bestimmungen des jeweiligen Kostenträgers, z.B. private Krankenversicherung.

Beauftragung Labor

Formular 10C für PCR-Test und Labor-Antigentest

  • Auftrag "Diagnostische Abklärung" ankreuzen
  • Formular stellt KV bereit
  • Formular wegen des individuellen QR-Codes für die Corona-Warn-App nicht kopieren

Hinweis: PCR-Test (GOP 32816) und Labor-Antigentest (GOP 32779) belasten nicht das Laborbudget der Arztpraxis.

Abrechnung und Vergütung

Abstrich

  • Ist in der Versicherten- und Grundpauschale enthalten; Achtung: Die Sonderpauschalen 02402 und 02403 sind seit 1. April 2022 nicht mehr berechnungsfähig.
  • Angabe der Kennziffer 88240 für die Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit Corona

Labordiagnostik

  • PCR-Test im Labor GOP 32816 (35 Euro)
  • Antigentest im Labor GOP 32779 (10,80 Euro)

Hinweis: PCR-Test (GOP 32816) und Labor-Antigentest (GOP 32779) belasten nicht das Laborbudget der Arztpraxis.

 

Kodierung

Informationen zum Kodieren finden Sie hier.

Testverfahren im Überblick

PCR- oder Antigenverfahren? Die Nationale Teststrategie sieht Folgendes vor:

  • PCR-Verfahren vorrangig bei Testungen von symptomatischen Personen, nach bekannter Exposition für Risikogruppen und Gesundheitspersonal
  • Antigentest bei rein präventiven Testungen von Mitarbeitenden, Betreuten/Patienten und Besuchern in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen; dazu gehört auch das Praxispersonal
  • Zur Beendigung von Quarantäne/Isolation zertifizierte Antigentests, die vom Paul-Ehrlich-Institut überprüft wurden

Priorisierungen bei der Entscheidung für PCR- oder Antigenverfahren sollen nach den zur Verfügung stehenden PCR-Kapazitäten erfolgen.

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind namentlich meldepflichtig. Wurde für die Untersuchung ein Antigentest verwendet, muss ein positiver Nachweis durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Weitere detaillierte Informationen und Literaturhinweise zu den einzelnen Testverfahren finden Sie beim RKI hier.

Meldepflicht

Positive Testergebnisse, Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle melden

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle ihrer Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt (Postleitzahltool des RKI).

Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss unverzüglich erfolgen und innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Zur Meldung ist der Arzt verpflichtet, der den Verdacht, die Erkrankung oder den Tod in Bezug auf COVID-19 festgestellt hat. Er ist auch grundsätzlich für die Einhaltung der Meldepflicht verantwortlich.

Darüber hinaus bestehen Meldepflicht und Verantwortlichkeit auch für Leiter bestimmter Einrichtungen. Beispielsweise ist der Leiter einer Arztpraxis mit Infektionserregerdiagnostik verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 namentlich zu melden.

Näheres zu den Personen, die zur Meldung verpflichtet sind, regelt Paragraf 8 des Infektionsschutzgesetzes.

Bei der namentlichen Meldung müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz seit dem 23. Mai 2020 – soweit möglich – auch Angaben machen zum:

  • wahrscheinlichen Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat (mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und dem wahrscheinlichen Infektionsrisiko)

Sowie im weiteren Behandlungsverlauf zum:

  • Behandlungsergebnis (d.h. Genesungsstatus)
  • Serostatus (d.h. ob spezifische Antikörper im Blut vorhanden sind)

Übersicht des Robert Koch-Institutes zu den erforderlichen Meldeinhalten

Folgende Angaben müssen bei der Meldung gemacht werden, wenn die Informationen vorliegen:

Zur betroffenen Person    

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail)
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit
  • Stadt oder Landkreis, in der/dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung z.B. aus einem Krankenhaus, ggf. intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer
  • Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr und Personen, während sie sich in ortsfesten oder mobilen Einrichtungen aufhalten, die von der Bundeswehr betrieben werden

Zum Labor

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist

Zum Melder    

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des Meldenden

Verdachtsfall melden

Erfüllt ein Patient mindestens eines der beiden folgenden Test-Kriterien des Robert Koch-Institutes, gilt er als Verdachtsfall und ist damit meldepflichtig:

  1. Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome (Epidemiologischer Steckbrief des RKI zu SARS-CoV-2 und COVID-19)
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Veranlasst die Ärztin oder der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19

Meldungen nach Vorliegen der Testergebnisse

Die Ergebnisse eines PCR-Tests (Labor-PCR oder PoC-NAT-Testsystem) oder eines Antigentests (Labor-Antigentest oder PoC-Antigentest) oder eines Antikörpertests des Labors liegen dem behandelnden Arzt vor.

Seit dem 1. Januar 2021 besteht gemäß § 14 Absatz 8 Sätze 3 bis 5 Infektionsschutzgesetz die Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung von direkten und indirekten Erregernachweisen für SARS-CoV-2 im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes. Deswegen ist ein Anschluss an das DEMIS-Meldesystem erforderlich.

Erkrankung bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine nachgewiesene Erkrankung ist immer namentlich zu melden. Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).  

Hinweis: Auch ein positiver Antigen-Schnelltest (Point-of-care oder kurz PoC-Antigentest) und ein positives Ergebnis mittels PoC-NAT-Testsystem ist meldepflichtig; der Erregernachweis ist innerhalb von 24 Stunden namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz ist seit dem 23. Mai 2020 auch der Serostatus eines Patienten Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19. Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldungen im weiteren Behandlungsverlauf

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Todesfall

Ein Todesfall infolge von COVID-19 ist immer dem Gesundheitsamt zu melden. Der Arzt, der den Todesfall feststellt, meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldepflichten für Labore und Anwender von PoC-NAT-Tests und PoC-Antigentests

Labore und Anwender von PoC-NAT-Testsystemen und PoC-Antigentests müssen das Ergebnis eines Erregernachweises melden.

Namentliche Meldung an das Gesundheitsamt: bei positivem Test

Labore und Anwender von PoC-NAT-Testsysts und PoC-Antigentests melden dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden den positiven SARS-CoV-2-Nachweis, sofern er auf eine akute Infektion hinweist – die Meldung erfolgt namentlich. Auch direkte Erregernachweise mittels Antigentest sind namentlich innerhalb von 24 Stunden meldepflichtig.

Rechtliche Grundlagen

Die Meldepflichten zu COVID-19 sind seit Mai 2020 im Infektionsschutzgesetz verankert.

Infektionsschutzgesetz
Postleitzahltool des RKI zur Ermittlung des zuständigen Gesundheitsamtes
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19