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Stand 24.08.2021

Coronavirus

Corona-Viren

Therapie von COVID-19

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur monoklonalen Antikörpertherapie von COVID-19-Patienten. Außerdem können Sie sich hier zum Thema Langzeit-COVID informieren.

Therapie von COVID-19-Patienten

Monoklonale Antikörpertherapie
Monoklonale Antikörper gegen das Spike-Protein können in der frühen Krankheitsphase die SARS-CoV-2-Viruslast bei leichter bis moderater COVID-19-Erkrankung senken. Sie sind damit eine der Optionen antiviraler Therapie von COVID-19. Die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern ist auch in Deutschland möglich. Geregelt wird Bereitstellung, der Anspruch sowie die Vergütung der Anwendung dieser in Europa bislang rechtlich nicht zugelassenen Arzneimittel durch die die Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV) des Bundesministeriums für Gesundheit.

Vertragsärzte und Vertragsärztinnen, die an COVID-19 erkrankte Patienten mit Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf über die Möglichkeit einer monoklonalen Antikörpertherapie informieren möchten, diese aber nicht selber durchführen, finden die wichtigsten Punkte wie die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Therapie sowie Hinweise für das Gespräch zu den Behandlungsoptionen und den nächsten Schritten in einer Praxisinformation der KBV.  

PraxisInfo: COVID-19-Therapie mit monoklonalen Antikörpern


Therapie auch ambulant möglich
Laut Rechtsverordnung kann die monoklonale Antikörpertherapie auch ambulant erfolgen, sofern ein Vertragsarzt die Anwendung für einen Patienten als indiziert erachtet und die Therapie im Rahmen eines individuellen Heilversuchs verantwortet.

Die Abrechnung erfolgt in diesem Fall über die Gebührenordnungsposition (GOP) 88400 „Leistungen im Zusammenhang mit der Anwendung von monoklonalen Antikörpern“. Die GOP ist mit 450 Euro bewertet, entsprechend der Vorgabe in der Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV).

COVID-19-Therapie mit monoklonalen Antikörpern: Liste der Behandlungszentren und Kliniken
Monoklonale-Antikörper-Verordnung – MAKV (PDF-Dokument) (Stand: 21.04.2021)

Langzeit-COVID-Erkrankte

Es ist möglich, dass im Anschluss an eine akute SARS-CoV2-Infektion Folgebeschwerden verbleiben oder zu einem späteren Zeitpunkt auftreten. Nach einer Zeitspanne von vier Wochen ab akuter Infektion werden solche Beschwerden oft als „Long-COVID-19“ oder post-akute Folgen von COVID-19 bezeichnet. Bleiben diese Symptome mehr als zwölf Wochen bestehen, wird dies auch „Post-COVID-19-Syndrom“ genannt. Die genauen Ursachen hierfür sind bislang nicht bekannt und aktuell noch Gegenstand von Forschungsarbeiten.

Wie häufig Long-COVID sowie das Post-COVID-Syndrom auftreten, variiert je nach untersuchter Studienpopulation. Über alle betrachteten Patientinnen und Patienten hinweg ist eine Häufigkeit von etwa 10 bis 15 Prozent anzunehmen. Dabei handelt es sich nicht um einheitliche Krankheitsbilder, sondern es können vielfältige Symptome in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.

In aktuellen Publikationen werden meistens zwei Gruppen unterschieden:

  • Personen, die aus einer akuten COVID-19-Erkrankung heraus fortgesetzte und anhaltende Beschwerden haben.
  • Personen, die nach einer akuten Infektion zunächst ein symptomarmes oder symptomfreies Intervall aufweisen und im späteren Verlauf Beschwerden entwickeln.

Zur Kodierung von Symptomen im Zusammenhang einer Langzeit-COVID Erkrankung ist eine neue Schlüsselnummer eingeführt worden. Erläuterungen und Beispiele zur Anwendung von COVID-19 relevanten Kodierungen sind hier zusammengefasst.

Behandlungsangebote für Langzeit-COVID-Erkrankte

Aktuelle Fachempfehlungen zur Diagnostik und möglichen Therapie dieses relativ neuen Krankheitsphänomens finden sich in einer S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin sowie in englischer Sprache in einer „Rapid Guideline“ des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE):

Long-COVID:  S1 Leitlinie zur Diagnostik und Therapie

Rapid Guideline – Longterm Effects of COVID-19

Spezialisierte Ambulanzen und Sprechstunden für die Behandlung von Langzeit-COVID sind zumeist an Universitätskliniken und Krankenhäusern, aber auch vereinzelt in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren entstanden.

In der vertragsärztlichen Versorgung wird das Post-COVID-19-Syndrom bei einer Heilmittelverordnung seit dem 1. Juli 2021 bundesweit als besonderer Versorgungsbedarf anerkannt. Wird beispielsweise eine Physio- oder Ergotherapie aufgrund von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion verordnet, so wird bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung das ärztliche Budget nicht mit den Verordnungskosten belastet.Mehr Informationen.

Rehabilitationsangebote für COVID-19 Erkrankte bietet auch die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV). Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist bei der DRV für die Reha keine ärztliche Verordnung erforderlich. Den Reha-Antrag stellen die Versicherten. Ärzte können ihre Patientinnen und Patienten hierbei mit einem Befundbericht unterstützen. Mehr Informationen.

Für an Long-COVID oder Post-COVID erkrankte Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Reha-Angebote. Das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. bietet auf seiner Internetsete unter anderem eine Übersicht der Kinder- und Jugendrehakliniken mit Schwerpunkten.

Forschungsaktivitäten

Die möglichen Folgen einer COVID-19 Erkrankung sind Thema vieler nationaler und internationaler Studien. Eine Übersicht der Publikationen kann über entsprechende medizinische Datenbanken abgerufen werden.
Mehr Informationen: Robert Koch-Institut – Studien zu COVID-19

Weitere Studien befinden sich an vielen deutschen Universitätskliniken in Arbeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert entsprechende Vorhaben zur Erforschung der Spätsymptome von COVID-19.
Mehr Informationen:

NAPKON - COVIDOM Study Longterm Morbidity of SARS-CoV-2 Infection and COVID-19 Disease - Consequences for Health Status and Quality of Life

BMBF – Bekanntmachung: Forschung zu Long-COVID

 

Abrechnung und Vergütung

Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Seit 1. April 2021 wird nicht mehr der gesamte Fall gekennzeichnet, sondern der Arzt dokumentiert die Ziffer 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.

Dann wird Folgendes vergütet:

  • alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten durchführt

sowie

  • die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale,
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650) und
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250),

auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurden.

Vergütung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, wurden ab 1. Februar 2020 in voller Höhe bezahlt. In 2021 erfolgt die Vergütung aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Wichtig für die Abrechnung ist, dass der Arzt dazu die Ziffer 88240 an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.